Klimawandel Apple straft US-Handelskammer ab

Der Technologiekonzern Apple beschwert sich über die Lobbyarbeit der amerikanischen Handelskammer gegen Obamas Klimagesetz - und kündigt seine Mitgliedschaft. Andere Firmen könnten folgen.

Der Brief ist drei Absätze lang, der Ton ist barsch: Apple werde mit sofortiger Wirkung aus der amerikanischen Handelskammer austreten, heißt es in einem Schreiben des Unternehmens an den Präsidenten der Kammer, Thomas J. Donohue, das an diesem Dienstagmorgen öffentlich wurde. Apple protestiere damit gegen die Lobbyarbeit der Kammer, die darauf abziele, ein Klimagesetz in den USA zu verhindern. "Wir würden es vorziehen, wenn die Kammer eine progressivere Haltung einnehmen und eine konstruktivere Rolle spielen würde", heißt es in dem Brief.

Es ist nicht der erste Austritt, den Amerikas mächtigste Wirtschaftsvereinigung hinnehmen muss. Bereits im September hatten die Energiefirmen Exelon, PNM Resources und Pacific Gas & Electric aus Protest gegen die Klimapolitik der Kammer ihre Mitgliedschaft gekündigt. Kurz darauf trat auch der Sportartikelhersteller Nike aus. Wie Apple begründeten die Firmen ihren Austritt mit dem Hardliner-Kurs der Organisation in der Debatte um das amerikanische Klimagesetz.

Die Kammer spielt seit Monaten in der nationalen Klimadebatte eine seltsame Rolle. Offiziell wirbt sie auf ihrer Homepage damit, an einer "umfassenden gesetzlichen Regelung" zur Begrenzung des Klimawandels interessiert zu sein. Zugleich aber unternimmt sie große Anstrengungen, das laufende Gesetzgebungsverfahren zu behindern. "Keine Organisation in diesem Land hat mehr dafür getan, ein Klimagesetz zu untergraben", befand die New York Times Ende vergangener Woche.

Erst vor wenigen Tagen startete die Kammer einen Angriff auf die Umweltschutzbehörde EPA. Diese schickt sich an, Regeln zur Begrenzung des Treibhausgases Kohlendioxid auszuarbeiten. In einem 21-seitigen Schreiben forderte die Handelskammer die Behörde auf, die wissenschaftlichen Ergebnisse zum Klimawandel erneut öffentlich zur Debatte zu stellen. So könne die Nation ja sehen, ob die Argumente der Klimaforscher dem Kreuzfeuer der Kritiker standhielten.

Apple nimmt den Vorfall nun zum Anlass, die Mitgliedschaft in der Organisation zu kündigen. In dem Schreiben an die Kammer heißt es, das Unternehmen protestiere "deutlich gegen die jüngsten Äußerungen der Kammer, die sich gegen die Anstrengungen der EPA richten, die Treibhausgase zu reduzieren". Apple unterstütze die EPA-Pläne. Es sei "frustrierend", die Wirtschaftsvertreter nicht an der eigenen Seite zu finden.

Dass Apple gerade jetzt medienwirksam aus der Handelskammer ausschert, dürfte indes noch andere Gründe haben. Konzern-Chef Steve Jobs versucht derzeit, dem Unternehmen ein grünes Image zu verpassen. Künftig will Apple energiesparende Modelle auf den Markt werfen. Im vergangenen Monat veröffentlichte das Unternehmen erstmals den eigenen CO2-Fußabdruck. Der Austritt aus der Handelskammer passt in das neue Marketing-Konzept.

Dennoch ist der Austritt Apples auch ein Signal, dem weitere Unternehmen im Silicon Valley folgen könnten. Schon jetzt wächst die Koalition der Unternehmen, die sich in der United States Climate Action Partnership engagieren, einer Organisation, die bereits im Frühjahr Vorschläge gemacht hat, wie die Treibhausgase reduziert werden können. Mit rund 30 Firmen ist deren Mitgliederzahl jedoch noch immer vergleichsweise klein. Die amerikanische Handelskammer zählt derzeit drei Millionen Mitglieder.

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Leser-Kommentare
  1. Man kann über den den Schritt von Apple denken wie man will. Die fortgesetzte Blokadehaltung der US Handelskammer ist bedenklich. Sollte eine wirksame Klimaschutzgesetzgebung in den Vereinigten Staaten nicht zustande kommen, ist dies nicht nur schlecht für die Umwelt.
    Das wäre mittelfristig auch schlecht für die US-amerikanische Wirtschaft. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen würde aufgeschoben, die notwendigen Ivestitionen in erneuerbare Energien blieben aus. Sicherlich böte dieses Szenario kurzfristig Vorteile, weil die Energieerzeugung auf fossiler Basis nach wie vor billiger ist.
    Aber wie lange ließen lassen sich die anderen Industrienationen das Free-riding der Amerikaner gefallen? Zwar sind die Klimazölle, mit denen der französiche Präsident Sarkozy im Namen der Europäer bereits mehrfach gedroht hat, WTO-rechtswidrig. Aber die durch die USA beanspruchten Kostenvorteile zu Lasten des Klimas werden sich diejenigen nicht gefallen lassen, die sich um eine Begrenzung der globalen Treibhausgasemissionen bemühen.
    Der nächste Handelskrieg wäre vorprogrammiert! Den USA würde das nächste weltwirtschaftliche Kräftemessen nicht gut bekommen. Dazu haben sich die ökonomischen Gleichgewichte zu sehr in Richtung Multipolarität verschoben.
    Das hat auch Obama erkannt. Nicht zuletzt deshalb hat er angedroht, dass eine Aufweichung der Climate Change Bill durch den Senat oder gar ihr Scheitern durch ein Einschreiten der EPA neutralisiert werde. Wenn nicht Cap&Trade, dann eben Grenzwerte!

  2. aber in Deutschland ist man leider zur Zahlung verpflichtetes Zwangsmitglied. Was die herrschaften da insbesondere bei der DIHK treiben, kann auch nicht die Masse der Zwangsmitglieder begeistern, sondern allenfalls die Konzerne beglücken.

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    nicht zu vergessen, die Pensionskassen der IHKs!
    Die können nur durch Zwangsmitgliedschaften bedient werden.

    ...ist für mich eine mafiöse Vereinigung, die eigentlich nur abkassiert.

    nicht zu vergessen, die Pensionskassen der IHKs!
    Die können nur durch Zwangsmitgliedschaften bedient werden.

    ...ist für mich eine mafiöse Vereinigung, die eigentlich nur abkassiert.

  3. 3. Und...

    nicht zu vergessen, die Pensionskassen der IHKs!
    Die können nur durch Zwangsmitgliedschaften bedient werden.

  4. 4. Gähn!

    Billige Reklame von Apple! Es ist nichts als eine neue PR Kampagne, da Apple technisch nicht neues einfällt. (Letzteres ist keine Schande)

    Auch jetzt mit dem Nachweis von Datenbetrug bei Briffa (HadCrut) bröckelt die wissenschaftliche Basis der Klimalegende dahin und läßt sich nur über die angelaufene PR Kampagne aufrechterhalten. Der Autor scheint sich mit diesen neueren Entwicklungen noch nicht beschäftigt zu haben und kommt deswegen zu seinen nicht mehr aktuellen Ansichten.

    Den geneigten Leser bitte ich, einmal selbst nachzurechnen, welch "großartigen" Beitrag Energiesparmodelle von Apple für den CO2 Ausstoß auf der Welt bedeuten. Der Verzicht auf das neueste Apple-Modell dürfte da sinnvoller sein, als deren sogenannte Energiesparmodelle.

    Steve Jobs sollte sich lieber mal darum kümmern, dass der Apple-Elektronikschrott leichter recycelt werden kann. Auch das Weglassen von allerlei sinnlosen Gadgets dürfte mehr sparen, als grüne Tarnfarbe.

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    @ titopoli

    Wäre nett wenn du auch in der Lage wärst für den angeblichen Datenbetrug eine Quelle zu nenen...
    Vorher ließt sich das ganze ansonsten für mich im augenblick eher wie "eine kleine Lobby Arbeit" für Exon Mobile...
    Wobei ich mir sicher bin das Appel von der PR profitiert und das wohl auch das Haupt Argument sein dürfte für den Ausstieg.

    Soweit ich das nachlesen konnte, konnte der Dendrochronologe Keith Briffa seine Analyse ganz erfolgreich gegen den Vorwurf der "Datenmassage" verteidigen (http://deepclimate.org/20...).
    Aber selbst wenn nicht wäre das nur wie ein Sandkorn, das aus einem Gebäude herausbröckelt, das auf sehr viel mehr Daten und Analysen gegründet ist.

    @ titopoli

    Wäre nett wenn du auch in der Lage wärst für den angeblichen Datenbetrug eine Quelle zu nenen...
    Vorher ließt sich das ganze ansonsten für mich im augenblick eher wie "eine kleine Lobby Arbeit" für Exon Mobile...
    Wobei ich mir sicher bin das Appel von der PR profitiert und das wohl auch das Haupt Argument sein dürfte für den Ausstieg.

    Soweit ich das nachlesen konnte, konnte der Dendrochronologe Keith Briffa seine Analyse ganz erfolgreich gegen den Vorwurf der "Datenmassage" verteidigen (http://deepclimate.org/20...).
    Aber selbst wenn nicht wäre das nur wie ein Sandkorn, das aus einem Gebäude herausbröckelt, das auf sehr viel mehr Daten und Analysen gegründet ist.

  5. ...ist für mich eine mafiöse Vereinigung, die eigentlich nur abkassiert.

  6. @ titopoli

    Wäre nett wenn du auch in der Lage wärst für den angeblichen Datenbetrug eine Quelle zu nenen...
    Vorher ließt sich das ganze ansonsten für mich im augenblick eher wie "eine kleine Lobby Arbeit" für Exon Mobile...
    Wobei ich mir sicher bin das Appel von der PR profitiert und das wohl auch das Haupt Argument sein dürfte für den Ausstieg.

    Antwort auf "Gähn!"
  7. Soweit ich das nachlesen konnte, konnte der Dendrochronologe Keith Briffa seine Analyse ganz erfolgreich gegen den Vorwurf der "Datenmassage" verteidigen (http://deepclimate.org/20...).
    Aber selbst wenn nicht wäre das nur wie ein Sandkorn, das aus einem Gebäude herausbröckelt, das auf sehr viel mehr Daten und Analysen gegründet ist.

    Antwort auf "Gähn!"

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