American Power
Der Kühlturm als Nachbar. Das Amos-Kohlekraftwerk in Raymond City, West Virginia, gehört zu den leistungsstärksten der USA und ist seit 1973 am Netz.
- Datum 27.10.2009 - 10:54 Uhr
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Keine Frage, da versteht einer sein Handwerk.
Nur was will uns der Fotograf damit sagen? Hängt er uns den üblichen grünen Blick vor das Auge? Ach wie unwirklich und kalt. So Gegensätzlich und so fremd. So gar nicht mit dem angezüchteten prosaischen Bild einer idealisiert romantischen Landschaft vereinbar. Das ewige Einerlei eines geschundenen und bald implodierenden Körpers, namens Erde?
Wahrlich davon gibt es mehr als genug. Trilliarden von NGOs, Milliarden von Fotografen und Millionen von Ereiferten die wie Heilsverkünder die Idee der Zeugen Jehova aufgesaugt haben, nur um ständig mit einer neuen Jahreszahl das Ende der Welt multimedial auszuschlachten. Man mag es nicht mehr sehen, hören oder lesen.
Dabei geht einem schon die Werbung auf dem Wecker, die ganz Rügenwalder-Gutfried-like die heile Welt spielen und hinterm Vorhang hochindustriell Wurst herstellen. Man möchte diesen Vorhang wegreisen und es hinaus schreien. Das ist die Realität, gewöhnt Euch dran. Die idealisierte romantische Landschaft gibt es nicht, gab es nicht und wird es nicht geben. Sie ist ein Hirngespinst, begründet in der Erhöhung von Kunst und Literatur.
Wenn sich das einmal herumsprechen könnte. Wir könnten mit offenen Augen in die Zukunft gehen, anstatt ständig im Weltuntergang zu zerfließen.
Ich finde die Idee und die gewählten Motive wirklich gut.
Ich weiß, dass Geschmäcker verschieden sind, aber wenn ich die Fotos gemacht hätte, wäre ich nicht zufrieden damit: Ein Himmel, der teilweise struktorlos weiß ist (Bild 2 und 7; dem ist zugegebenermaßen nur mit einer Belichtungsreihe und Bildbearbeitung beizukommen), ein Bild, das man schön symmetrisch hätte aufbauen können (Schornsteine auf Bild 3) und ein schiefer Horizont (Bild 5; aber eine sehr schöne Stimmung).
Ich fände es auch gut, wenn die einzelnen Bildinhalte stärker verwandt wären.
Schade eigentlich.
Ich möchte mich jetzt nicht groß in: "Was will der Fotograf uns damit sagen?"-Gerede verfallen, aber ich würde es als Darstellung der Ästhetik des Hässlichen verstehen.
@ 2: Ich persönlich finde die Fotos in Bezug auf ihre handwerkliche Umsetzung durchaus sehr gut. Ggf. nicht so akkurat wie ein Stephen Shore, aber dennoch gut.
Der Himmel muss keine (dramatische?) Struktur besitzen; er ist wie er ist, und gegen (beinahe) neutral-weiß ist nichts auszusetzen, im Gegenteil: Tolle HDRs gibt's von ausreichend Sonntagsfotografen auf der fotocommunity zu bewundern. :-)
Der schiefe Horizont auf Bild 5 dürfte sicherlich gewollt sein, ein Mitch Epstein hat nicht aus ,,Schlampigkeit" einen schiefen Horizont. Hier unterstreicht der die Dynamik, die das Objekt zum Rande bewegt; ggf. eine Metapher auf das drohende Ende des Ölzeitalters.
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