Koalitionsstreit um Energiepolitik Für Krümmel wird es eng

Die FDP ist verärgert über die vage Atompolitik der Union. Sie fordert einen Ausstiegsfahrplan, der auch die Zuverlässigkeit der Betreiber bewertet.

Wie zuverlässig ist der Krümmel-Betreiber Vattenfall? Auch das soll eine Rolle bei der möglichen Laufzeitverlängerung von AKWs spielen, über die Schwarz-Gelb zurzeit berät.

Wie zuverlässig ist der Krümmel-Betreiber Vattenfall? Auch das soll eine Rolle bei der möglichen Laufzeitverlängerung von AKWs spielen, über die Schwarz-Gelb zurzeit berät.

Zwischen Union und FDP gibt es weiter Streit über den Ausstieg vom Atomausstieg. Kanzlerin Angela Merkel würde am liebsten eine Entscheidung über die Laufzeitverlängerung auf die Zeit nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010 vertagen, heißt es in Berlin.

Das sorgt in der FDP für Entrüstung. "Bis nach der NRW-Wahl zu warten, ist nicht akzeptabel", sagte die energiepolitische Sprecherin der FDP, Gudrun Kopp, ZEIT ONLINE. "Eine Landtagswahl kann nicht der Maßstab für solche wichtigen Entscheidungen sein. NRW hat ja noch nicht einmal ein Atomkraftwerk." Die FDP-Politikerin sieht die Glaubwürdigkeit der künftigen Koalition in Gefahr. "Wir wollen uns gerade durch klare Rahmenbedingungen von der Vorgängerkoalition unterscheiden."

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Am Wochenende will eine Spitzenrunde der Koalitionspolitiker den Streit beilegen. Leicht wird das nicht. Hatte es vor der Wahl noch so ausgesehen, als zögen Union und FDP an einem Strang, so zeigen sich nunmehr deutliche Unterschiede. Vor allem der künftige Kurs in der Atompolitik ist umstritten.

Unionspolitiker wie der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hatten zuletzt für unbegrenzte Laufzeiten plädiert. Der FDP-Umweltpolitiker Horst Meierhofer, der mit am Koalitionstisch verhandelt, will es dagegen differenzierter: "Ich favorisiere einen Schlüssel, der unterschiedliche Laufzeiten je nach AKW festlegt", sagt er. "Neben der Sicherheit müssen auch Erfahrungswerte zu den Betreibern in eine Beurteilung eingehen."

Sollte sich die FDP mit ihrer Forderung durchsetzen, könnte dies unmittelbare Folgen für das Atomkraftwerk Krümmel haben. Die Politik hatte sich zuletzt extrem unzufrieden mit dem Krisenmanagement des schwedischen Versorgers Vattenfall gezeigt und mehrfach dessen Zuverlässigkeit hinterfragt. Krümmel war von Mitte 2007 bis 2008 wegen eines Trafo-Brandes nicht am Netz. Weil der Reaktor beim Wiederanfahren im Sommer Probleme machte, ist der Meiler noch immer abgeschaltet.

Ein Konsens zeichnet sich dagegen bei den erneuerbaren Energien ab. Die Vergütungssätze, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz für die Einspeisung von Ökostrom vorsieht, sollen öfter als bisher überprüft werden. Bislang wird alle vier Jahre ein Erfahrungsbericht erstellt, auf dessen Basis die Ökostrom-Umlage angepasst wird. Ob bereits im kommenden Jahr einzelne Sparten wie Solarstrom- und Biogas-Anlagen mit Einschnitten rechnen müssen, wird sich offenbar erst am Wochenende entscheiden.

Leser-Kommentare
    • joG
    • 14.10.2009 um 18:34 Uhr

    ... und Investoren im Lande anlegen, ist es hilfreich, dass man ihnen vermittelt, dass sie ihre Werke so (lange) betreiben dürfen, wie das Gesetz es erlaubte, als sie die Investition machten. Wenn sie dies nicht glauben, scheinen viele Investitionen (vor allem langfristige) nicht genügend kalkulierbar. So ist der nachträglich legislierte Schließungszwang hierhinsichtlich konterproducktiv. Wenn der Staat auch noch ein solches Gesetz erläßt und dann gegen Zahlung den weiteren Betrieb wieder zuläßt, fühlt sich das an wie Erpressung.

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    sollte man Investoren in Deutschland erinnern, dass Eigentum verpflichtet. Und zu diesen Verpflichtungen gehört, dass man das Geld, das in einem quasi öffentlichen und politische höhergestellten Bereich der Stromversorung verdient wird nicht nur in Expansion und Sicherung der Oligopol sondern in einer Hebung des Standards und in die Kundenzufriedenheit investiert.
    Wer Netze besitzt sollte sich darum kümmern, aber die großen vier fahren derzeit eher die Schiene der Sicherung ihrer Oligopolstellung mit allen Mitteln, anstatt in ein Stromnetz der Zukunft investieren.
    Unter diesem Mangel wird Deutschland in Zukunft leiden. Deshalb ist eine Enteignung der Stromversorger und die Übertragung der Verantwortung über die Netzsicherheit für die Gegenwart und Zukunft des Landes nicht nur stattbar, sondern angebracht. Die vier haben es nicht besser verdient, denn sie werden ihrer Verantwortung nicht gerecht.

    sollte man Investoren in Deutschland erinnern, dass Eigentum verpflichtet. Und zu diesen Verpflichtungen gehört, dass man das Geld, das in einem quasi öffentlichen und politische höhergestellten Bereich der Stromversorung verdient wird nicht nur in Expansion und Sicherung der Oligopol sondern in einer Hebung des Standards und in die Kundenzufriedenheit investiert.
    Wer Netze besitzt sollte sich darum kümmern, aber die großen vier fahren derzeit eher die Schiene der Sicherung ihrer Oligopolstellung mit allen Mitteln, anstatt in ein Stromnetz der Zukunft investieren.
    Unter diesem Mangel wird Deutschland in Zukunft leiden. Deshalb ist eine Enteignung der Stromversorger und die Übertragung der Verantwortung über die Netzsicherheit für die Gegenwart und Zukunft des Landes nicht nur stattbar, sondern angebracht. Die vier haben es nicht besser verdient, denn sie werden ihrer Verantwortung nicht gerecht.

  1. sollte man Investoren in Deutschland erinnern, dass Eigentum verpflichtet. Und zu diesen Verpflichtungen gehört, dass man das Geld, das in einem quasi öffentlichen und politische höhergestellten Bereich der Stromversorung verdient wird nicht nur in Expansion und Sicherung der Oligopol sondern in einer Hebung des Standards und in die Kundenzufriedenheit investiert.
    Wer Netze besitzt sollte sich darum kümmern, aber die großen vier fahren derzeit eher die Schiene der Sicherung ihrer Oligopolstellung mit allen Mitteln, anstatt in ein Stromnetz der Zukunft investieren.
    Unter diesem Mangel wird Deutschland in Zukunft leiden. Deshalb ist eine Enteignung der Stromversorger und die Übertragung der Verantwortung über die Netzsicherheit für die Gegenwart und Zukunft des Landes nicht nur stattbar, sondern angebracht. Die vier haben es nicht besser verdient, denn sie werden ihrer Verantwortung nicht gerecht.

  2. ...wenn man sich entschieden hat Politik gegen das Volk zu machen - man könnte ja abgestraft werden, wenn nach dieser Entscheidung nicht genügend Zeit in's Land zieht

  3. http://diepresse.com/home...
    Strahlende Zukunft ?? Es wäre großartig endlich einmal
    die Wahrheit zu sagen: Atomstrom rechnet sich nicht und schafft
    viele Probleme

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    ... Atomstrom rechnet sich schon:

    Aber nur für die AKW-Betreiber!

    Leider nur nicht für die Kunden und den Staat...

    Hier
    http://www.tagesschau.de/...
    gibts noch mehr davon. Es sind nicht "nur" die AKW unserer Nachbarn, deren Endprodukte in Russland stehen.

    ... Atomstrom rechnet sich schon:

    Aber nur für die AKW-Betreiber!

    Leider nur nicht für die Kunden und den Staat...

    Hier
    http://www.tagesschau.de/...
    gibts noch mehr davon. Es sind nicht "nur" die AKW unserer Nachbarn, deren Endprodukte in Russland stehen.

  4. 5. Ach...

    ... Atomstrom rechnet sich schon:

    Aber nur für die AKW-Betreiber!

    Leider nur nicht für die Kunden und den Staat...

  5. Hier
    http://www.tagesschau.de/...
    gibts noch mehr davon. Es sind nicht "nur" die AKW unserer Nachbarn, deren Endprodukte in Russland stehen.

  6. Das stimmt tatsächlich! Und zwar für Politiker! Denn es macht offensichtlich viel Arbeit, so zu tun, als würden sie lediglich das bestehende Ausstiegskonzept auf ihre schwarz-gelbe Ideologie umstricken, damit die blöden Bürger nicht bemerken, daß es letzten Endes noch immer darum geht, den Konzernen mehr Profit zu ermöglichen.
    Ansonsten könnte man sich die Arbeit ja auch sparen und alles beim Alten belassen. Eine vorzeitige Abschaltung von unsicheren Kraftwerken ist schließlich auch mit dem jetzigen Ausstiegskonzept möglich - wenn politisch gewollt.

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