Offshore-Windenergie Rangelei ums WindradSeite 3/3

 "Zurzeit müssen wir die Einzelteile ins niederländische Eemshaven bringen, dort zusammenbauen und von dort aus verschiffen", sagt eine Multibrid-Sprecherin, "einen eigenen, größeren Verladehafen würden wir sehr begrüßen". Die Wirtschaftsförderer in der Hafenstadt hoffen zudem, dass ein neues Terminal weitere Firmen anzieht. Mit rund zehn Unternehmen sei man zurzeit im Gespräch, bis zu 3000 Arbeitsplätze könnten dahinterstecken – viel für die strukturschwache Region.

Doch macht ein weiteres Offshore-Terminal in Bremerhaven Sinn? Offshore-Experten kritisieren hinter vorgehaltener Hand, dass Bremerhaven nicht einfach nur "Ich-Auch" schreien könne. "Natürlich stehen die Häfen untereinander im Wettbewerb", sagt Hans-Gerd Bußmann, Leiter des Bremerhavener Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, "aber ihre Konkurrenten sitzen nicht entlang der Nordseeküste, sondern im Ausland."

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Schon jetzt versuchten sich auch Häfen an der Ostküste Großbritanniens, das niederländische Eemshaven und das dänische Esbjerg als Offshore-Zentren zu etablieren. Es sei wichtig, die einzelnen Expansionsvorhaben gut zu koordinieren.

Im niedersächsischen Wirtschaftsministerium wie auch in Bremerhaven ist man bemüht, den schwelenden Konflikt so klein wie möglich zu halten. Die Prognosen für die Offshore-Windkraftbranche seien so gut, dass alle Häfen entlang der Küste profitieren könnten, betont man unisono. "Die zwei Standorte stehen sich nicht im Wege, im Gegenteil, es kann sogar Synergieeffekte geben", so ein Ministeriumssprecher. Nicht umsonst habe Niedersachsen im Frühjahr sogar das Gewerbegebiet Luneplate, wo Bremerhaven nun Windkraftfirmen ansiedeln will, an Bremen verkauft. Von Konkurrenz keine Spur.

In Cuxhaven sieht man das ein bisschen anders. "Natürlich haben wir alle erkannt, dass ein gemeinsames Vorgehen an der Küste stark macht", sagt Wirtschaftsförderin von der Reith. Aber wenn sie von der Ansiedlungspolitik spricht, sagt sie auch: "Jeder ist sich selbst der nächste."

 

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 29.10.2009 um 11:03 Uhr

    ...aber ich sah nicht, wie teuer der so hergestellte Strom ist und wie diese Kosten sich mit anders produziertem vergleichen. Erst wenn man das weiss, kann man sich für Bremen freuen oder sich ärgern über eine Fehlsteuerung der Politik.

  1. Freie Autorin
    • MUken
    • 29.10.2009 um 12:53 Uhr

    Hallo joG
    wegen der aufwändigen Installation und Wartung ist Offshore-Windstrom in der Produktion, so sagt es eine Faustregel, mindestens doppelt so teuer wie Windstrom vom Land. Das spiegelt sich auch in den Vergütungssätzen wieder: Für eine Kilowattstunde Offshore-WIndstrom zahlen die Energieversorger, so sieht es das EEG vor, zurzeit 13 Cent.
    Mehr Infos finden Sie hier:
    http://www.thema-energie....

    Viele Grüße
    M. Uken

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