Kreditentwicklung Was hinter dem kreditlosen Aufschwung steckt
Führende Professoren und Notenbanken wundern sich über den Aufschwung ohne Kreditwachstum. Nun hat die Abteilung für globale Volkswirtschaft der Deutschen Bank in einer Studie den Zusammenhang von Konjunktur und Kreditentwicklung untersucht. Ihr Fazit birgt Sprengstoff
© Getty Images

Händler an der New Yorker Börse: Die Weltwirtschaft erholt sich - allerdings ohne dass das Kreditvolumen wächst
Denn implizit enthält das Papier der drei Bankvolkswirte die Aussage, dass die Wissenschaftler und Notenbanker, die sich mit dem Zusammenhang von Konjunktur und Kreditentwicklung beschäftigen, ihr ökonomisches Alphabet nicht richtig beherrschen. Mayer beschreibt das Gefühl, das ihn dabei beschleicht wie das eines "Dorfpfarrers, der nach Rom gezogen ist und den Kardinälen erklärt, sie hätten in der heiligen Schrift etwas falsch verstanden."
Konkret: Ökonomie-Professoren, der Internationale Währungsfonds, die Bundesbank und die Europäische Zentralbank - sie alle analysieren die Kreditentwicklung und arbeiten sich an einem scheinbaren Widerspruch ab, der "creditless recovery" heißt, Konjunkturerholung ohne Krediterholung. Während die Wirtschaft bereits wieder wächst,stagniert das Kreditvolumen oder sinkt sogar.
Dieser Effekt taucht regelmäßig nach Rezessionen auf und wurde von dem renommierten Ökonomen Guillermo Calvo in einem einflussreichen Aufsatz empirisch belegt. Calvo hatte zusammen mit Kollegen die Erholung nach der Asienkrise analysiert und festgestellt, dass die Wirtschaft der betroffenen Länder ohne Kreditzuwachs ansprang wie "Phönix aus der Asche".
Genau in dieser Lage könnte die deutsche Wirtschaft gerade stehen. Die Rezession scheint erst einmal vorüber zu sein, aber ob es für einen nachhaltigen Aufschwung reicht, oder ob eine Kreditklemme diesem den Garaus macht, wird unter Experten derzeit heiß diskutiert.
Die Bundesbank hat in ihrem letzten Monatsbericht versucht, die scheinbare Anomalie des Aufschwungs ohne Zunahme des Kreditvolumens zu erklären und damit die Sorge vor einer Kreditklemme abzumildern; etwa damit, dass die Unternehmen im Aufschwung wieder mehr Gewinne machen und daher nicht mehr so viele Kredite brauchen.
Mayer und seine Mitautoren haben eine ganz andere Erklärung. Ihnen zufolge schauen die Experten bisher auf die falsche Größe, nämlich auf das Kreditwachstum.
Mayer greifen in ihrem Papier die Daten von Calvo zur Asienkrise auf. Bei Calvo hatte das Wirtschaftswachstum graphisch die Form eines V, wohingegen die Kurve für das Kreditwachstum nur den fallenden Teil des V abbildete und dann unten blieb, etwa wie ein schiefes L.
- Datum 23.10.2009 - 13:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Handelsblatt.com
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Sehr interessanter Artikel und auch sehr gut erklärt, aber... wo ist jetzt der Sprengstoff. Bin steh ich auf dem Schlauch und habe den überlesen, oder fehlt der irgendwie. Bitte den Sprengstoff markieren, damit auch ich ihn finden kann.
der Sprengstoff ist während des Schreibvorganges wohl feucht geworden.
Sprengstoff liegt letzlich nur darin, dass die "Kreditklemme" als naturgegeben hingenommen wird und der Staat nicht die Chuzpe hat, gegen solche Mißstände mutig einzuschreiten, bevor sie sich schädlich ausgebreitet haben. "Zwingt die Baken zu wichtigen Krediten, oder macht ihnen wenigstens Konkurrenz!" möchte man den Politikern zurufen.
Er wird wohl erneut warten bis alles zu spät ist und "Bailout" auf Steuerzahlerkosten die letzte (weil sicher wieder "Systemrelevanz" auf dem Spiel steht) Lösung zu sein scheint.
der Sprengstoff ist während des Schreibvorganges wohl feucht geworden.
Sprengstoff liegt letzlich nur darin, dass die "Kreditklemme" als naturgegeben hingenommen wird und der Staat nicht die Chuzpe hat, gegen solche Mißstände mutig einzuschreiten, bevor sie sich schädlich ausgebreitet haben. "Zwingt die Baken zu wichtigen Krediten, oder macht ihnen wenigstens Konkurrenz!" möchte man den Politikern zurufen.
Er wird wohl erneut warten bis alles zu spät ist und "Bailout" auf Steuerzahlerkosten die letzte (weil sicher wieder "Systemrelevanz" auf dem Spiel steht) Lösung zu sein scheint.
der Sprengstoff ist während des Schreibvorganges wohl feucht geworden.
Sprengstoff liegt letzlich nur darin, dass die "Kreditklemme" als naturgegeben hingenommen wird und der Staat nicht die Chuzpe hat, gegen solche Mißstände mutig einzuschreiten, bevor sie sich schädlich ausgebreitet haben. "Zwingt die Baken zu wichtigen Krediten, oder macht ihnen wenigstens Konkurrenz!" möchte man den Politikern zurufen.
Er wird wohl erneut warten bis alles zu spät ist und "Bailout" auf Steuerzahlerkosten die letzte (weil sicher wieder "Systemrelevanz" auf dem Spiel steht) Lösung zu sein scheint.
Der Sprengstoff besteht natürlich darin, dass die Leute, die täglich Milliarden verschieben und mit Prognosen und Zinssätzen über Schicksale entscheiden, offensichtlich keine Ahnung von dem haben, was sie da tun. Was ganz gut zu den Symptomen passt, die wir in den letzten anderthalb Jahren miterleben durften.
... sondern aus einer Wissenschaftlichen Einrichtung (Uni, Forschungsinstitut) hätte es wahrscheinlich nicht in die ZEIT geschafft, sondern wäre wie üblich in den Fachkreisen diskutiert worden.
ist, dass das Paper eine sehr einfache & einleuchtende Erklärung für ein Phänomen bietet, über das sich andere Ökonomen/Institutionen den Kopf zerbrechen und - falls der Zusammenhang Kredit/Zins <-> BIP stark genug und die aktuelle Krise nicht z.B. kausal ein Nachfrageproblem ist - eine schnelle Erholung prophezeit.
Hurra!
Die VWLer und BWLer haben die erste Ableitung entdeckt! Es gibt also noch Hoffnung auf diesem Planeten.
Genau das habe ich auch gedacht.
Kredit
1. Kreditwachstum
2. Änderung des Kreditwachstums
Genau das habe ich auch gedacht.
Kredit
1. Kreditwachstum
2. Änderung des Kreditwachstums
Genau das habe ich auch gedacht.
Kredit
1. Kreditwachstum
2. Änderung des Kreditwachstums
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