US-Konjunktur US-Milliardenprogramme sichern 650.000 Jobs
Das größte Programm zur Ankurbelung der US-Wirtschaft trägt Früchte. Dank des milliardenschweren Konjunkturpakets konnten 650.000 Jobs geschaffen oder erhalten werden.
© Stephen Brashear/Getty Images

Straßenarbeiter in den USA. In diversen Branchen scheint es bergauf zu gehen
Fast 790 Milliarden umfasst das größte Konjunkturprogramm der US-Geschichte. Die Milliardenhilfe zeigt erste Erfolge: 650.000 Jobs konnten laut einer Mitteilung des Weißen Hauses gesichert werden. 3,5 Millionen sollen es insgesamt werden.
Die Zahlen setzen sich zusammen aus Zehntausenden Berichten aus ganz Amerika. Sie umfassen sowohl Daten aus staatlichen Bereichen wie auch aus privaten Firmen. Am Nachmittag soll Obamas Regierung weitere Details zum Report bekannt geben.
Das Konjunkturprogramm ist mit seiner Summe das umfassendste einzelne Konjunkturgesetz in der Geschichte. Es sieht 507 Milliarden Dollar für staatliche Investitionen vor, 282 Milliarden für Steuererleichterungen. Zu den wichtigsten Einzelposten zählen: 150 Milliarden Dollar für Projekte in den Bereichen Transport, Energie, Technologie, 87 Milliarden für die staatliche Krankenversicherung, 70 Milliarden Steuererleichterungen für die Mittelschicht, 54 Milliarden Dollar Förderung für Schulen, 50 Milliarden Dollar für erneuerbare und effiziente Energien und 40 Milliarden Dollar zusätzliche Unterstützung für Arbeitslose.
BIP im dritten Quartal um 3,5 Prozent gestiegen
Bereits am Donnerstag hatte es positive Nachrichten aus den USA gegeben: Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft war im dritten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate um 3,5 Prozent gestiegen, hatte das US-Handelsministerium am Donnerstag mitgeteilt. Dies war das erste Wachstum seit mehr als einem Jahr. Diese Entwicklung übertraf die Erwartungen von Ökonomen, die einen Anstieg von 3,2 Prozent prognostiziert hatten.
Experten schreiben den Aufschwung vor allem den umfangreichen Anti-Krisen-Programmen von Regierung und Notenbank zu. Präsident Barack Obama war mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen gegen die Wirtschaftskrise vorgegangen. Besonders die US-Abwrackprämie nach deutschem Vorbild hat nach Ansicht von Fachleuten das unerwartet hohe Wirtschaftswachstum bewirkt.
- Datum 30.10.2009 - 13:45 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Artikel, kürzer: "Weißes Haus sagt, das Weißes Haus tolle Arbeit macht". Wer sind denn die "Experten", die "den Aufschwung vor allem den umfangreichen Anti-Krisen-Programmen von Regierung und Notenbank zu"schreiben? Und wie haben sie gemessen, dass die genannten Jobs wirklich ohne das Konjunkturprogramm nicht exisitierten? Und ist 1.1 Mio. USD pro Job wirklich eine so gute Investition?
Ebenso ungenannte Experten des Handelsministeriums schreiben dem Konjunkturpaket übrigens einen Anteil von 0.3% an den 5.7% Wachstum von Q1 zu Q2 dieses Jahres zu (annualisiert; s. http://johnbtaylorsblog.b...).
Ich bin kein Experte -- möchte mir jemand erklären, wie das vereinbar ist?
Ich wette, die meisten dieser Leute hätten die 1,2 Millionen Dollar pro Person lieber bar auf die Hand bekommen. ;-)
Wundebar! Der Propagandafilm des Weißen Hauses hat Recht: Hunderttausende Menschen sind nur auf Grundlage des Konjunkturprogramms beschäftigt. Der Bauarbeiter, der gerade an einer per Stimulus finanzierten Flughafen-Erweiterung beschäftigt ist, fühlt den Erfolg sofort. Was der Propaganda-Film nicht verrät, Hunderttausende Amerikaner werden unterm Strich nach wie vor jeden Monat neu arbeitslos. Das Konjunkturprogramm hat sein Ziel bei weitem verfehlt.
Und das hat einen Grund: die Kreditkontraktion geht weiter, und zwar mit Rekordtempo. Obama kann seinen Stimulus verdoppeln oder verdreifachen, solange dem Wirtschaften in den USA per Kreditkontraktion die Grundlage entzogen wird, gibt es am Arbeitsmarkt keine Erholung. Obama kann das Konjunkturpaket auch abblasen und stattdessen die Staatsausgaben zurückführen, es änderte an der Lage nichts.
Gut möglich, dass es trotzdem eine weitere Erholung der US-Wirtschaft gibt. Doch sicher nicht wegen dem "Recovery Act". Übrigens schiebt auch der US-Staat ein umfangreiches Bürgschaftsprogramm, um den "Small Businesses" zu helfen. Wie in Deutschland werden 90 % der Risiken übernmmen. Auf die Gesamtmenge an Krediten hat die Regierung hier wie dort aber keinerlei direkten Einfluss, und so bleiben wir der Willkür einiger weniger Zentralbänker ausgesetzt.
Hoffen wir mal, dass sie gerade gut gestimmt sind und die Wirtschaftskrise beenden.
Im Gegensatz zu Deutschland ging die Obamaregierung sehr vorsichtig vor, um nicht vorzeitig mit den Konjunkturspritzen aufhören zu müssen. Seit Genehmigung der 750 Milliarden im Frühjahr wurden nur jeweils 50 Milliarden pro Monat ausgegeben, so dass die Hälfte des Geldes immer noch zur Verfügung steht. Erst letzte Woche wurden erstmals Konjunktursummen für die elektrische Infrastruktur verteilt.
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