Währung China will unabhängiger vom Dollar werdenSeite 2/2
Am vergangenen Wochenende passierte genau das Gegenteil. Die Führer der wichtigsten asiatischen Länder kamen zusammen und diskutierten über eine asiatische Freihandelszone inklusive Australien und Neuseeland. Ein Gebiet, das mit 3,1 Milliarden Menschen die Mehrheit der Weltbevölkerung vereinigt und zusammen ein Bruttoinlandsprodukt von 19 Billionen US-Dollar erwirtschaftet. Staatspräsident Hu Jintao erschien selbst zu dem Treffen im thailändischen Hua Hin und lockte mit Finanzhilfen für Infrastruktur und Landwirtschaft. Innerhalb einer solchen Zone wäre es durchaus denkbar, Währungen abzustimmen, beziehungsweise Sonderkonditionen zu vereinbaren, lockten seine Mitarbeiter.
Nur die Japaner haben auf diesem Treffen noch von den USA gesprochen. Sie denken über eine "ostasiatische Gemeinschaft“ inklusive der USA nach. Doch daran ist außer Japan niemand interessiert. Und Japan auch nur deshalb, weil es als Juniorpartner der USA in diesem Klub einen Gegenpart zu China spielen könnte. Der auch jüngst gewählte japanische Ministerpräsident, dessen Währung einst ein Hort der Stabilität in Asien war, forderte "koordinierte Währungsbewegungen in Asien“, natürlich nicht gegen den chinesischen Yuan, sondern mit ihm. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.
Auch auf dem kommenden G2 Gipfel zwischen dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao und Barack Obama wird sich an der gegenwärtigen Konstellation wenig ändern. "Warum soll China ohne großen Druck den Yuan steigen lassen, wenn es der chinesischen Wirtschaft am gegenwärtigen Punkt der wirtschaftlichen Entwicklung nicht hilft?", fragt Qing Wang, China-Ökonom bei Morgan Stanley." Die Möglichkeiten der USA, um Druck auszuüben, hält er für gering. "Die Chinesen wollen den US-Dollar schwächen, allerdings ohne erdrutschartige Veränderungen zu riskieren", sagt ein Spitzenvertreter eines Think-Tanks im Staatsrat.
Während die chinesische Regierung einerseits weiter amerikanische Staatsanleihen kaufen lässt, wenn auch mit gebremster Kraft, versucht sie gleichzeitig, bei Geschäften den US-Dollar auszuklammern. Nachdem China mit Argentinien, Südkorea, Hongkong, Indonesien, Malaysia und Weißrussland, entsprechende Vereinbarungen unterschrieben hat, einigten sich jüngst auch Russland und China, ohne den US-Dollar zu handeln. China und Brasilien haben ähnliche Pläne.
Dass China nicht mehr allein auf den US-Dollar setzen will, daran wird auch Präsident Obama in den Gesprächen mit Staats- und Parteichef Hu Jintao nichts ändern. Die Überzeugungskraft, die der US-Dollar gegenwärtig verliert, kann auch Obama mit seinem Charisma nicht auffangen.
- Datum 12.11.2009 - 10:40 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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auf den $$. Egal was die Amerikaner machen, sie müssten auf jeden Fall den Anteil der inländischen Industrieproduktion genauso schnell erhöhen, wie die Kostenrechner und Shareholdervaluepropheten die Produktionsmaschinen in den letzten 25 Jahren nach China und in Billiglohnländer verschoben haben. Das wird nicht funktionieren meint ...
Kuni
...den Chinesen zu Anfang der Clinton Administration bereits gesagt. Seitdem haben die Chinesen trotzdem den Dollar/Yuan fixiert und sich gegen eine normale Anpassung an den Wert gestellt. Sie waren nicht abhängig vom Dollar, sondern gestalteten ein globales wirtschaftliches Ungleichgewicht. Dadurch hatten sie Wachstum, das in einem offenen System unmöglich gewesen wäre, gehabt. Es ist die gleiche Wachstumsstrategie gewesen wie unter dem Bretton Woods Regim, als Deutschland und Japan ihre Wunder vollbrachten und wie später Süd Korea, Taiwan und die anderen Tiger. Das Problem ist nun, wie wir die Ungleichgewichte ohne einem verlorenen Jahrzehnt bewältigen. Eine der wichtigen Maßnahmen wäre daher, dass die Chinesen endlich auf Summers damaligen Rat hören und langsam den Yuan floaten.
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