Drittes Quartal Deutsche Wirtschaft wächst schneller als gedacht

Dank steigender Exporte hat das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal zugelegt. Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt aber: Die Folgen der Rezession sind noch spürbar.

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal so deutlich gewachsen wie seit Langem nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. "Das ist das stärkste Wachstum seit Anfang 2008", sagte ein Statistiker. "Nach dem Einbruch im Winterhalbjahr scheint sich der Aufwärtstrend der Wirtschaft fortzusetzen."

Angekurbelt wurde die Konjunktur von den Exporten. Außerdem investierten die Unternehmen wieder mehr in Ausrüstungen und Bauten. Die deutlich gestiegenen Importe sorgten dafür, dass die Unternehmen ihre Lagerbestände aufbauten.

Anzeige

"Die privaten Konsumausgaben gingen dagegen zurück und bremsten das Wirtschaftswachstum", hieß es. Die Experten machen dafür das Ende der staatlichen Abwrackprämie für den Kauf eines neuen Autos und die steigende Arbeitslosigkeit verantwortlich. Details und konkrete Daten wollen die Statistiker am 24. November nennen. 

Trotz insgesamt positiver Entwicklung bleibt das Ausmaß der tiefsten Rezession der Nachkriegszeit aber deutlich erkennbar. Die Wirtschaft steht schlechter da als vor einem Jahr. Im Vorjahresvergleich schrumpfte das BIP um 4,7 Prozent, kalenderbereinigt waren es minus 4,8 Prozent. "Die Wirtschaftsleistung hat inzwischen erst wieder das Niveau von 2006 erreicht", sagte eine Statistikerin.

2010 wird Wachstum von 1,6 Prozent voraus gesagt

Die konjunkturelle Erholung nach dem Absturz vom Jahresanfang ist dennoch stärker als bislang bekannt. Schon im Frühjahr hatte die Wirtschaft um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zugelegt – diese Zahl revidierten die Statistiker leicht um 0,1 Punkte nach oben. Zum Jahresende rechnen Experten damit, dass die Wirtschaft nochmals kräftig wachsen wird. Zu Jahresbeginn hatte es mit minus 3,5 Prozent noch den stärksten Einbruch seit Einführung der Quartalsvergleiche 1970 gegeben.

Die Sachverständigenrat rechnet ebenso wie die Bundesregierung für das Gesamtjahr mit einem Minus von 5,0 Prozent. Das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik.

Für das Gesamtjahr 2009 prognostizieren Volkswirte – wegen des schwachen Starts ins Jahr – ein Minus von 4,0 bis 5,0 Prozent. 2008 war die Wirtschaft noch um 1,3 Prozent gewachsen. Für 2010 sagen die fünf Experten des Sachverständigenrats ein Wachstum von 1,6 Prozent voraus. Einige Volkswirte sind optimistischer und erwarten bis zu 2,0 Prozent.

Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal wurde von 40,4 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 81.000 Personen oder 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

 
Leser-Kommentare
  1. Liebe Leserinnen und Leser,
    Sie haben vielleicht auch schon festgestellt, daß die gleiche Durchhalteparole der Agentur Reuters heute in allen staatstragenden Zeitungen zu lesen ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und?

    und?

  2. 2.

    und?

    Antwort auf "Durchhalteparolen"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 13.11.2009 um 11:07 Uhr

    ....dass ein Gleichklang prima wäre, würde da nicht immer so verfahren. Da aber die motivierenden (semi)öffentlichen Stimmen immer abgesprochen scheinen und oft andere Folgen eintreten als die Stimmen vorhersagten oder unabhängige Stimmen prognostizierten, gilt deren Wort als unseriös. Leider. Man bräuchte nämlich nun verlässliche Meinungen und nicht suspekte.
    Andererseits sind die Weisen im Verlauf der letzten Jahre viel besser geworden hierhinsichtlich.

    • joG
    • 13.11.2009 um 11:07 Uhr

    ....dass ein Gleichklang prima wäre, würde da nicht immer so verfahren. Da aber die motivierenden (semi)öffentlichen Stimmen immer abgesprochen scheinen und oft andere Folgen eintreten als die Stimmen vorhersagten oder unabhängige Stimmen prognostizierten, gilt deren Wort als unseriös. Leider. Man bräuchte nämlich nun verlässliche Meinungen und nicht suspekte.
    Andererseits sind die Weisen im Verlauf der letzten Jahre viel besser geworden hierhinsichtlich.

    • joG
    • 13.11.2009 um 11:07 Uhr

    ....dass ein Gleichklang prima wäre, würde da nicht immer so verfahren. Da aber die motivierenden (semi)öffentlichen Stimmen immer abgesprochen scheinen und oft andere Folgen eintreten als die Stimmen vorhersagten oder unabhängige Stimmen prognostizierten, gilt deren Wort als unseriös. Leider. Man bräuchte nämlich nun verlässliche Meinungen und nicht suspekte.
    Andererseits sind die Weisen im Verlauf der letzten Jahre viel besser geworden hierhinsichtlich.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 2"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service