Das durch die globale Finanzkrise betroffene arabische Emirat Dubai zieht die Notbremse. Die Regierung von Dubai bat die Gläubiger der Holding-Gesellschaft Dubai World und ihrer Tochterfirma Nakheel am Mittwoch um einen Aufschub für die Rückzahlung von Krediten.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM will Dubai, dass die Gläubiger mindestens bis zum 30. Mai 2010 auf alle fälligen Zahlungen verzichten. Gleichzeitig kündigte die Regierung einen Umbau der Unternehmen an, die sich unter anderem durch Großprojekte wie die künstlichen Palmeninseln vor der Küste von Dubai weltweit einen Namen gemacht hatten.

Um das Vertrauen der Geldgeber nicht noch mehr zu erschüttern, betonte die Regierung, eine kurz zuvor ausgegebene Staatsanleihe in Höhe von fünf Milliarden Dollar werde nicht für die Restrukturierung von Dubai World, sondern "für die allgemeinen Belange des Dubai Finanz-Unterstützungsfonds" (DFSF) verwendet.

Das Emirat Dubai, das Teil der Vereinigten Arabischen Emirate ist, hatte bereits im vergangenen Februar eine Staatsanleihe ausgegeben. Damals war das Emirat Abu Dhabi in die Bresche gesprungen, das deutlich höhere Einnahmen aus dem Öl-Geschäft hat als Dubai.

In Finanzkreisen wird bereits seit längerer Zeit darüber spekuliert, wie hart Dubai wirklich durch die Krise getroffen wurde. Denn die Regierung hatte in den vergangenen Monaten gelegentlich empfindlich auf Berichte über die Probleme der großen Immobiliengesellschaften von Dubai reagiert. Sie erklärte, für das erste Quartal 2010 werde bereits wieder ein Wirtschaftswachstum von zwei bis drei Prozent erwartet, von 2011 an werde man wieder Zuwachsraten von vier bis fünf Prozent erreichen.

Eckhart Woertz vom Golf-Forschungszentrum sagte dem Sender N-TV, der Markt habe die pünktliche Rückzahlung erwartet. Nun sei viel Vertrauen zerstört. Auch andere Finanzmakler nannten die Nachricht schockierend. Die Anleihemärkte reagierten mit einem Preisschub bei den Versicherungssummen für den Ausfall der Schulden Dubais.

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