20 Jahre Mauerfall Der Ruf des Bankers nach RevolutionSeite 5/5

Von den anderen Parteien hält er auch nicht viel. Auch das erzählte er den Suhlern. „Sie müssen ja bald wählen. Ja, wen soll man denn hier wählen?“ Er habe sich die Programme angeguckt. „Ich sag Ihnen, das können Sie alles vergessen.“

Most hat fast alle ostdeutschen Ministerpräsidenten beraten. 2004 ging er wieder in eine Kommission. Der „Gesprächskreis Ost“ wurde von Hamburgs Ex-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi geleitet. Im Auftrag der Regierung Schröder zogen sie Bilanz. Sie war verheerend. 1,2 Billionen Euro, so rechneten die Experten vor, waren seit der Wiedervereinigung in den Osten geflossen und weitgehend wirkungslos geblieben.

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Die Kommission schlug vor, aus dem Osten eine Sonderwirtschaftszone zu machen, mit niedrigen Steuern, um Investoren anzulocken. Die Regierung erteilte dem Plan eine Absage. Eine Steueroase im Osten, da hätten sich die westdeutschen Länder bedankt.

Ignoranz, schon wieder, das ist es, was Most frustriert. Darum reist er noch immer unermüdlich mit seinen Thesen durch das Land. Er schreibt Briefe an Angela Merkel, aber er glaubt nicht, dass sich etwas ändert. Er sagt: „Wir haben nicht nur eine Finanzkrise, wir haben eine Systemkrise.“

Vor allem gefallen ihm die Politiker nicht, die immer Rücksicht nehmen müssen auf alle möglichen Interessen, nur nicht auf die Vernunft. Er sagt: „Ich fühle mich heute in vielen Punkten wieder an die DDR erinnert.“ Er nimmt sich noch eine Pflaume und wirft den Kern wieder auf den Rasen. Dem Gast bietet er auch eine an. Der erste Bissen schmeckt gut. Doch in der Pflaume ist ein Wurm.

Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 8.11.2009

 
Leser-Kommentare
  1. Klar wird das nicht. Den wünschen sich viele, aber wissen nicht, wer das machen könnte. http://viereggtext.blogsp...

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    • joG
    • 08.11.2009 um 14:23 Uhr

    ...bereits auf dem 3ten Weg der geregelten Marktwirtschaft. Nun gilt es lediglich die Regeln zu verbessern.

    • joG
    • 08.11.2009 um 14:23 Uhr

    ...bereits auf dem 3ten Weg der geregelten Marktwirtschaft. Nun gilt es lediglich die Regeln zu verbessern.

  2. ... dass 1.2 Billionen Euro wirkungslos in den Aufbau Ost gesteckt wurde dann hätte man sich das auch sparen können und wir hätten statt 1.7 Billionen Euro Schulden 'nur' noch 500 Mrd. .

    Auch ich fühle mich mehr und mehr an die DDR erinnert, wenn es um die BRD geht.

    In mancher Hinsicht war die DDR gar besser. So mussten sich die Leute nicht so sehr anstrengen und sie haben mehr schlecht als recht gelebt. Heutzutage müssen sich die Leute anstrengen und ein grosser Teil der Bevölkerung lebt trotzdem mehr schlecht als recht - siehe Verarmung der Gesellschaft.

    Ich plädiere keineswegs für das Auferstehen der DDR, aber bei uns ist auch nicht alles Gold, was glänzt und das Volk wird von der Politik genau so belogen und betrogen:

    Afghanistan , Schuldenberg , Steuerreform, etc...

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    "...dass 1.2 Billionen Euro wirkungslos in den Aufbau Ost gesteckt wurde"

    Die immer wieder genannten Zahlen sind Brutto-Beträge, der größte Teil des Geldes fließt nämlich umgehend wieder in den Westen, so dass der Netto-Transfer relativ gering sein dürfte. Leider fließt das Geld allerdings nicht als Steuergeld zurück sondern idR als Gewinne von irgendjemandem und die wurden ja in den vergangenen Jahren immer weniger besteuert. So dass der (Durchschnitts-)Westbürger letztlich vermutlich trotzdem draufgezahlt hat.

    "dann hätte man sich das auch sparen können und wir hätten statt 1.7 Billionen Euro Schulden 'nur' noch 500 Mrd..."

    Vermutlich wäre das Geld einfach im Westen ausgegeben worden (da sonst Rezession). Die Staatsverschuldung stieg von Anfang an, die Vereinigung taucht nur als kleine Beule auf:
    http://www.tagesblick.de/...

    Laut Spiegel:
    http://www.spiegel.de/wir...
    "Untersucht wurde der Zeitraum von 1991 bis 2005. In dieser Zeit sind rund 67 Prozent der in den Osten transferierten Gelder in Form von Sozialleistungen geflossen, nur rund zehn Prozent gingen in wachstumsfördernde Maßnahmen."

    Die Vereinigung war Globalisierung im Kleinen, die Ostbetriebe technisch und finanziell chancenlos, aufgekauft oder plattgemacht. Die guten und jungen Leute fliehen. Ohne den Sozialtransfer wären es mit Sicherheit noch viel mehr, die sich in westdeutschen Boomstädten auf die Füße treten..

    "...dass 1.2 Billionen Euro wirkungslos in den Aufbau Ost gesteckt wurde"

    Die immer wieder genannten Zahlen sind Brutto-Beträge, der größte Teil des Geldes fließt nämlich umgehend wieder in den Westen, so dass der Netto-Transfer relativ gering sein dürfte. Leider fließt das Geld allerdings nicht als Steuergeld zurück sondern idR als Gewinne von irgendjemandem und die wurden ja in den vergangenen Jahren immer weniger besteuert. So dass der (Durchschnitts-)Westbürger letztlich vermutlich trotzdem draufgezahlt hat.

    "dann hätte man sich das auch sparen können und wir hätten statt 1.7 Billionen Euro Schulden 'nur' noch 500 Mrd..."

    Vermutlich wäre das Geld einfach im Westen ausgegeben worden (da sonst Rezession). Die Staatsverschuldung stieg von Anfang an, die Vereinigung taucht nur als kleine Beule auf:
    http://www.tagesblick.de/...

    Laut Spiegel:
    http://www.spiegel.de/wir...
    "Untersucht wurde der Zeitraum von 1991 bis 2005. In dieser Zeit sind rund 67 Prozent der in den Osten transferierten Gelder in Form von Sozialleistungen geflossen, nur rund zehn Prozent gingen in wachstumsfördernde Maßnahmen."

    Die Vereinigung war Globalisierung im Kleinen, die Ostbetriebe technisch und finanziell chancenlos, aufgekauft oder plattgemacht. Die guten und jungen Leute fliehen. Ohne den Sozialtransfer wären es mit Sicherheit noch viel mehr, die sich in westdeutschen Boomstädten auf die Füße treten..

    • joG
    • 08.11.2009 um 14:23 Uhr

    ...bereits auf dem 3ten Weg der geregelten Marktwirtschaft. Nun gilt es lediglich die Regeln zu verbessern.

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    könnten Sie genauer werden ?

    bitte etwas genauer werden ? Ich bin ganz dumm.

    könnten Sie genauer werden ?

    bitte etwas genauer werden ? Ich bin ganz dumm.

  3. könnten Sie genauer werden ?

    Antwort auf "Wir befinden uns..."
  4. bitte etwas genauer werden ? Ich bin ganz dumm.

    Antwort auf "Wir befinden uns..."
  5. Most hat Recht. Das wissen die meisten.
    Ein Problem scheinen die hohen Gewinnerwartungen zu sein. Wieso wird bei großen bis riesigen Transaktionen das Geld nicht entwertet? Das nimmt den Beträgen ihre lähmende Kraft. Großprojekte könnten dann nur noch politisch (demokratisch&gemeinschaftlich) bewältigt werden. Es würde ein Mehr an Pluralität und Stabilität geben. Man würde die lokale Initiative stärken.
    Von allen Parteien ist die FDP die überflüssigste. Eine politische Ambition hat sie gar nicht.

  6. stellen Frage an Kommentar 4.

  7. "...dass 1.2 Billionen Euro wirkungslos in den Aufbau Ost gesteckt wurde"

    Die immer wieder genannten Zahlen sind Brutto-Beträge, der größte Teil des Geldes fließt nämlich umgehend wieder in den Westen, so dass der Netto-Transfer relativ gering sein dürfte. Leider fließt das Geld allerdings nicht als Steuergeld zurück sondern idR als Gewinne von irgendjemandem und die wurden ja in den vergangenen Jahren immer weniger besteuert. So dass der (Durchschnitts-)Westbürger letztlich vermutlich trotzdem draufgezahlt hat.

    "dann hätte man sich das auch sparen können und wir hätten statt 1.7 Billionen Euro Schulden 'nur' noch 500 Mrd..."

    Vermutlich wäre das Geld einfach im Westen ausgegeben worden (da sonst Rezession). Die Staatsverschuldung stieg von Anfang an, die Vereinigung taucht nur als kleine Beule auf:
    http://www.tagesblick.de/...

    Laut Spiegel:
    http://www.spiegel.de/wir...
    "Untersucht wurde der Zeitraum von 1991 bis 2005. In dieser Zeit sind rund 67 Prozent der in den Osten transferierten Gelder in Form von Sozialleistungen geflossen, nur rund zehn Prozent gingen in wachstumsfördernde Maßnahmen."

    Die Vereinigung war Globalisierung im Kleinen, die Ostbetriebe technisch und finanziell chancenlos, aufgekauft oder plattgemacht. Die guten und jungen Leute fliehen. Ohne den Sozialtransfer wären es mit Sicherheit noch viel mehr, die sich in westdeutschen Boomstädten auf die Füße treten..

    Antwort auf "Wenn es stimmt..."

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