Terrorbekämpfung EU will USA Zugriff auf Bankdaten gewähren
Die EU will eine Rechtsgrundlage dafür schaffen, dass amerikanische Terrorfahnder auf europäische Bankdaten zugreifen können. Es gibt aber Widerstand.

Die EU will amerikanischen Terrorfahndern offenbar Zugriff auf Bankdaten von Europäern gewähren, darunter könnten auch internationale Überweisungen sein
Die Europäische Union will den US-Behörden einem Zeitungsbericht zufolge Zugriff auf Daten europäischer Bankkunden gewähren. Künftig sollten US-Terrorfahnder Daten zu grenzüberschreitenden und inländischen Überweisungen in Europa auswerten können, zitierte die Financial Times Deutschland aus einem Entwurf der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft.
Die schwedische Regierung wolle das auf ein Jahr angelegte Abkommen noch vor dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags am 1. Dezember verabschieden. Mit dem Lissabon-Vertrag erhält das EU-Parlament erstmals Mitspracherecht in der Justiz- und Innenpolitik.
Wie die Zeitung weiter berichtete, sollten Terrorfahnder dem Entwurf zufolge ihre Anfrage im Finanzministerium in Washington begründen. Sei die auf dem Weg der Rechtshilfe gestellte Anfrage aber nicht präzise formuliert, sollten alle relevanten Daten im Paket übermittelt werden. Dazu zählten Name, Adresse, Konto- und Personalausweisnummer des Bankkunden. Die Fahnder sollten dabei nicht nur Zugriff auf Daten des für internationale Überweisungen zuständigen belgischen Unternehmens Swift erhalten, sondern auch nationale Dienstleister für den Zahlungsverkehr anzapfen können.
Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 werden internationale Finanztransaktionen ausgewertet, um Geldquellen von Terroristen aufzudecken. Die Fahnder hatten dafür keine Rechtsgrundlage.
In Brüssel haben laut Financial Times Deutschland die Botschafter mehrerer EU-Länder, darunter Deutschlands und Frankreichs, bereits Bedenken gegen die Pläne geäußert. Sie befürchten einen Missbrauch der Bankdaten. Dem Bericht zufolge haben die USA auch die Möglichkeit, die Daten an Dritte weiterzugeben.
"Keiner kann kontrollieren, was dann mit den Bankdaten von EU-Bürgern zum Beispiel in Russland passiert", sagte die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel der Zeitung. Im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung wurde vereinbart, solch einem Vertrag nur zuzustimmen, wenn es klare Regelungen bei der Weitergabe an Dritte gäbe. Die deutschen Grünen sprachen von einem "Coup gegen den Datenschutz" und forderten die Bundesregierung auf, den Plan zu vereiteln. Bei den Verhandlungen hätten sich die EU-Innen- und Justizminister "offensichtlich vollkommen über den Tisch ziehen lassen und alle Bedenken gegen unzureichende Datenschutz- und Bürgerrechtsstandards beiseite gewischt", hieß es in einer Erklärung.
Die jetzigen Eckdaten des Abkommens seien politisch nicht tragbar: Zentrale Datenschutzbestimmungen seien vage geblieben, die Weitergabe an Drittstaaten offen, ein wirksamer gerichtlicher Rechtsschutz werde den EU-Bürgern in den USA weiter verwehrt, hieß es.
- Datum 12.11.2009 - 14:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 27
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Aber warum denn?
Ich wollte schon lange mal wissen, wofür unsere selbsternannten Eliten ihr Geld ausgeben.
Haben die Amis einmal meine Daten, hat sie die ganze Welt. Warum brauchen wir überhaupt noch (einen Funken) Datenschutz, wenn wir unsere Daten an Länder weitergeben, die keinen haben? Warum gibt es nur eine Partei, die gegen den Vertrag von Lissabon war? Warum wird diese Partei dafür als "europafeindlich" geschimpft? Es kommt wie es kommen muss...
Intereressant ist auch, dass dieser Artikel unter "Wirtschaft" eingeordnet ist...die Firmen freuen sich sicher schon auf Auswertung dieser Datenflut...
dreist so ein abkommen noch schnell verabschieden zu wollen bevor das EU-Parlament auf die revolutionäre idee kommen könnte, dagegen zu stimmen. ein interessantes konzept von demokratie das einige regierungen haben, wenn sie den eu abgeordneten jede form der mitbestimmung aberkennen wollen
zum glück können mit dem vertrag von lissabon die regierungen nicht mehr so schalten und walten wie sie es vor getan haben!
...ich liebe Politiker !
Zitat:
"Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 werden internationale Finanztransaktionen ausgewertet, um Geldquellen von Terroristen aufzudecken. Die Fahnder hatten dafür keine Rechtsgrundlage."
Erst rechtswidrig im Geheimen operieren, wenn es ruchbar wird, legalisieren.
Zitat:
" Im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung wurde vereinbart, solch einem Vertrag nur zuzustimmen, wenn es klare Regelungen bei der Weitergabe an Dritte gäbe."
Haha, was ein Nullsatz, eine klare Regelung wäre es auch wenn jeder die Daten im 1000er Pack bei der amerikanischen Regierung für 4.95$ kaufen darf.
Ja, Merkel spricht vor dem "Vatikan der Demokratie (O-Ton ZEIT)", aber wenn es um die Daten des Pöbels geht (und Pöbel bedeutet nicht unbedingt arm), dann ist jedes Mittel recht. Wasser predigen, 90%igen Alkohol saufen.
WENN das Pack denn meint, mit dem Durchforsten aller Banktransferdaten der Europäer sei etwas gewonnen, dann sollen die Europäer es SELBST machen und die ERGBNISSE an die Amerikaner weitergeben.
Ich habe diesen permanenten Verfassungsbruch so satt....
europa...bekanntermassen das nest des terrorismus darf seine bankdaten abgeben. diese willfaehrige rasselbande der sog. volksvertreter geht mir mittlerweile richtig auf den sack!
Wozu brauchen wir eigentlich noch einen Datenschutzbeauftagten, wir können uns in Zukunft bei Problemen gleich an die amerikanische Regierung wenden, dann wissen wir wenigstens offiziell, dass es in Deutschland und Europa keinen Datenschutz, sondern nur einen lebhaften Datenhandel gibt .
trotzdem geht keiner auf die straße und zeigt endlich gesicht...
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