Opel-Sanierung Ministerpräsidenten kritisieren Brüderles Nein zu Staatshilfen
Die Ministerpräsidenten aus Ländern mit Opel-Standorten pochen auf Staatshilfen des Bundes für General Motors. Wirtschaftsminister Brüderle dagegen sieht die Länder in der Pflicht.
Staatshilfen für General Motors – Ja oder Nein? Und wenn Ja: Wer soll sie bezahlen? Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat sich am Wochenende klar positioniert. Hilfsgelder für die Opel-Sanierung soll es – zumindest vom Bund – nicht geben. Für sein Nein erntet er nun aber harsche Kritik von den Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten. Sie fühlen sich vom Wirtschaftsminister im Stich gelassen und nehmen es ihm übel, dass er ohne Absprache eine Entscheidung verkündet hat.
"Wir – der Bund und die vier betroffenen Länder – haben eine klare Absprache, auf der bestehe ich", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) der Süddeutschen Zeitung. Es sei nicht akzeptabel, wenn die Bundesregierung aus Absprachen ausschere, die erst vor zehn Tagen getroffen worden seien.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) pocht ebenfalls auf ein gemeinsames Vorgehen. GM müsse nun klar sagen, wie man Opel retten wolle, sagte Rüttgers. Sobald ein Konzept vorliege, würden "Bund und Länder – wie bisher – gemeinsam antworten."
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hingegen zieht sich aus der Diskussion zurück. "Es gibt keinen Diskussionsbedarf", sagte Koch am Montag am Rande eines Bankenkongresses. Hilfen des Bundes stünden vorerst nicht zur Debatte. "Erst ist Opel dran."
Sanierung ist "die Aufgabe der Muttergesellschaft"
Grund für den Ärger zwischen Wirtschaftsminister und Ministerpräsidenten ist eine klare Positionierung Brüderles in der Bild am Sonntag. Dort hatte Brüderle gesagt, dass die Bundesregierung für Staatshilfen an GM nicht zur Verfügung stehe. "Es ist die Aufgabe der Muttergesellschaft GM, die Schwierigkeiten bei der Tochter Opel zu überwinden", sagte Brüderle. Er erwarte, dass der US-Konzern die nötigen Mittel dafür selbst aufbringen könne.
Bestenfalls von den Bundesländern mit Opel-Standorten könne GM Hilfe erwarten. "Wenn diese Ministerpräsidenten die finanziellen Möglichkeiten haben, Hilfen aus ihren Haushalten zu geben, dann ist das ihre freie Entscheidung." Die vier betroffenen Länder sind Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz.
Weiterhin große Unklarheit über Staatshilfen
Seit der Bekanntgabe von GM, Opel doch nicht wie geplant an den Autozulieferer Magna verkaufen zu wollen, herrscht große Unklarheit über die zuvor zugesagten Staatshilfen.
Während das GM-Management in der vergangenen Woche noch erklärt hatte, fest auf die staatliche Unterstützung von 3,3 Milliarden Euro zu setzen, hatte GM-Verwaltungsratsboss Edward Whitacre gesagt, er halte die Staathilfen für unnötig, man könne das auch selbst bezahlen.
Daraufhin hatte auch Brüderle am Freitag verkündet, dass GM die Sanierung aus eigenen Mitteln schaffen werde. Dies sei eine "freudige Mitteilung". Das Thema Opel sei damit für ihn "entschärft".
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hingegen beharrt darauf, dass Staatshilfen für Opel weiter denkbar seien. "Wir können doch nicht sagen: Für Magna hätten wir alles Mögliche getan, weil wir auch eine Verantwortung für die Menschen und die Standorte spüren, und jetzt kommt das bei einem anderen Eigentümer überhaupt nicht infrage", hatte er unlängst der Wirtschaftswoche gesagt.
- Datum 16.11.2009 - 10:00 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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die steuerzahler dürfen bezahlen, damit ein paar spitzenpolitiker ihre ämter behalten
erschreckend so eine politik, die auf kosten der steuerzahler sich in ihr amt kauft
"...hatte GM-Verwaltungsratsboss Edward Whitacre gesagt, er halte die Staathilfen für unnötig, man könne das auch selbst bezahlen."
Die Bundesregierung erklärte sich bereit zu subventionieren. Damit verbaute sie die gewünschte Übernahme durch RHIJ. Die EU sagte, dass öffentlich gebotene Gelder jedem Eigentümer zustehen müßen. Durch die Art des Vorgehens verhetzte sie die Opelaner, die auch daher kaum zu Konzessionen gegenüber GM bereit waren. So ist die Bundesrepublik nun unter Zugzwang.
Dass die Verhandlungen schlecht geführt und die Entscheidung ein Wahlversprechen darstellte tut der Sache keinen Abbruch.
Ein Wirtschaftsminister, der erst die Wirtschaftsweisen nach berechtigter Kritik an den Steuersenkungsplänen abkanzelt und dann den Ländern die Last der Opel-Hilfen aufbürden will begeht zwei fatale Fehler, und das innerhalb einer Woche. Ramsauer als Minensucher (er tritt drauf) reichte wohl nicht, den Wählern die Handlungsunfähigkeit und das hilflose Herumtappsen der neuen Regierung plakativ darzustellen.
Geblieben ist von den Glücksgefühlen zwischen Union und FDP nach wenigen Wochen ein handfester Dauerstreit, alle gegen alle, wie die Kesselflicker - offenbar ist im Koalitionsvertrag nichts final geregelt worden, und was geregelt wurde wird nun wieder diskutiert. Das fängt bei den Steuern an, geht bei der lästigen Personalie Steinbach weiter und mündet im Wintertheater zwischen Bund und Ländern bei der Frage der Opel-Hilfen.
Daß die "Wirtschaftsweisen" nur die Steuersenkungspläne als "unseriös" bezeichnen und nicht die gesamte neue Wirtschaftspolitik liegt wohl nur daran, daß sie noch keiner danach gefragt hat.
Herr Brüderle, nehmen Sie Herrn Ramsauer und den Rest der Gurkentruppe an der Hand und gehen Sie am besten gleich wieder nach hause. Keiner von Ihnen hat das Zeug zum Minister. Es fehlen bei Ihnen die Fähigkeit zu führen, die Fähigkeit zur Diplomatie und wohl auch Sachkenntnis.
Frau Merkel hat sich keinen Gefallen getan, nur schwächeres Personal in die Regierung zu holen - niemand bedroht ihre Macht, aber niemand hilft regieren, sondern stört dabei.
eine Änderung der Firmenkostruktion Opel gar nicht ansteht? Klar, wir wollen Arbeitsplätze erhalten, aber dafür gibt es Kurzarbeit und Senkung der Wochenarbeitszeit. Wenn die Preise dann auch noch mit runtergehen, überleben wir es. Andere Berufe kriegen auch nichts anderes, w e n n sie es überhaupt bekommen! http://kallewestrich.blog...
...wenn man davon absieht, dass die Bundesregierung Gelder bereits zusagte und verhinderte, dass es mit RHIJ zum Abschluß kam, indem sie gegen EU Recht die Zusagen auf einen einzigen Bieter beschränkte.
...wenn man davon absieht, dass die Bundesregierung Gelder bereits zusagte und verhinderte, dass es mit RHIJ zum Abschluß kam, indem sie gegen EU Recht die Zusagen auf einen einzigen Bieter beschränkte.
150 Mrd € werden jährlich für Subventionen ausgelobt und ausgezahlt. Daneben stehen Fördertöpfe der EU bereit. Jetzt noch überplanmäßige Haushaltsausgaben für Opel bereitzustellen, ist verfehlt, weil damit der Wettbewerb in der BRD und in der EU verzerrt wird.
Natürlich ist es auch verfehlt, den Hoteliers in den Zollgrenzgebieten den Mehrwertsteuervorteil einzuräumen. Deutsche Handwerksmeister z.B. an der polnischen Grenze wollen dann demnächst Betriebszuschüsse haben, um sich über Wasser halten zu können. Die CSU ist auf einem Ego-Tripp, der nicht gutgehen kann. Der Seehofer ist gescheitert, nur er merkt das noch nicht. Aber bald.
Aber zurück: Andere Unternehmen (VW, Ford, Dacia ) legen es darauf an, Opel den Todesstoß zu geben. Der Konsument ist in diesem Wettbewerb auch ein Herrscher über die Arbeitsplätze. Opel ist in der Mangel. Keine Frage.
Ich kann nur feststellen: Der Wähler hat gesprochen. Die Konstellation für mehr Wettbewerb bzw. weniger Subventionen ist jetzt da, da kann man nicht einfach die Politik von Rot-Grün bzw. von Rot-Schwarz fortschreiben. Wer das geglaubt, lebt einfach in der Vergangenheit. Wir werden es erleben, dass auch noch ein weiterer Premium-Anbieter den Bach hinunter geht.
...wenn man davon absieht, dass die Bundesregierung Gelder bereits zusagte und verhinderte, dass es mit RHIJ zum Abschluß kam, indem sie gegen EU Recht die Zusagen auf einen einzigen Bieter beschränkte.
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