IG Metall "Das geht nicht gut mit der FDP"
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 "Die Mitarbeiterbeteiligung an Opel ist eine pragmatische Krisenlösung"

Frage: Bei Opel sollen die Mitarbeiter auf Geld verzichten und dafür an New Opel beteiligt werden. Gibt das einen Schub für das Thema Mitarbeiterbeteiligung?

Huber: Nein. Im Koalitionsvertrag gibt es zu dem Thema auch nur Andeutungen. Für uns ist Verzicht immer in Verbindung zu sehen mit der Frage: Beiträge der Arbeitnehmer für was? Da es bei Opel keine absolute Beschäftigungssicherung geben wird, ist die Idee der Mitarbeiterbeteiligung entwickelt worden. Das ist eine pragmatische Lösung in einer Krisensituation, weil Arbeitnehmer Opfer für nichts nicht akzeptieren.

Frage: Herr Huber, Sie sind jetzt zwei Jahre erster Vorsitzender der IG Metall. Wie steht die Organisation heute da?

Huber: In den letzten Jahren hat die IG Metall versucht, nicht nur die Antworten von gestern zu geben, sondern sich auf neue Situationen einzustellen. Dazu gehört die Angleichung von Arbeitern und Angestellten im Entgeltrahmenabkommen, der Qualifizierungstarifvertrag und zeitgemäße Tarifverträge sowie die Regelung von Altersteilzeit. Auch in der Frage von Initiativen zur Krisenbewältigung sind wir ein akzeptierter Akteur.

Frage: Wie sieht die Bilanz der IG Metall für Ostdeutschland aus?

Huber: Selbstkritisch muss ich sagen, dass wir uns mit Transfer- und Beschäftigungsgesellschaften stark um die Fälle gekümmert haben, bei denen am Ende wenig bis sogar nichts mehr übrig blieb. Gleichzeitig haben wir versäumt, da, wo etwas bleibt oder neu aufgebaut wird, mit der gleichen Verve und Initiative reinzugehen. Da haben wir Defizite, die wir jetzt mühsam aufarbeiten müssen. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen haben sich auch bis an die Grenzen engagiert. Ein Jahr Osten war wie zwei Jahre Westen. Es ist ein schwieriges Feld.

Das Gespräch führte Alfons Frese.

 
Leser-Kommentare
    • TDU
    • 02.11.2009 um 18:12 Uhr

    Es geht nicht gut mit der FPD aber deren neoliberales Gedankengut kennt er nicht und Brüderles Konzept kennt er auch nicht. O. K.

    Ich denke, die Situatin der Leiharbeier ist kompliziert. Insbesondere wegen der Zwischenzeiten, die nicht nur in Hartz IV führen dürfen. Deswegen sollte man da mal abwarten. Auf jeden Fall darf der Arbeitsmarkt für diese Möglichkeit, sein Geld zu verdienen, nicht geschlossen werden.

    Zur Zwangsanleihe kann er gerne zustimmen. Er verlangt aber, dass sich die Politk aus der Tarifpolitik heraushält. Priorität sollte also für Ihn die Abteitsplatzsicherung und -Schaffung haben.

    Altersteilzeit, um jüngeren Platz zu machen. Wenn es aufgeht, gut. Wenn sie weiter die Barrieren für ältere Mitarbeiter, die das nicht wollen oder können, aufbaut, sollte Herr Huber mal nachdenken. Sonst haben wir bald die Altersarmut ab 48 Jahren.

    Die Kurzarbeit sollte selbsverständlich weiter unterstützt werden. Vielleicht gibt es ja mal eine Studie, ob sie wegen Mißbrauchs letztendlich Konjunktur bremsend wird. Aber ich denke zum Absahnen taugt sie nur bedingt. Und wer sie wegen schnellen Profits zu lange annímmt, wird mangels Auftragsbearbeitung vom Markt verschwinden, da ohne neue Aufträge in der Regel nichts läuft.

  1. Maßstab der allgemeinen Produktivitätsrate und damit die von keinem übersteigbare Grenze bleibt nach wie vor die Relation zur 35-Stundenwoche. Verkürzt ein Betrieb auf 28,5 Std./Woche zeigt er eine Steigerung um 19% an, verlängert er auf 40 Std./Woche dokumentiert das einen Anstieg um 14% vom Umsatz. Beträgt der Umsatz beispielsweise € 300 Mio./p. a. finanziert sich dieser Betrieb intern bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden in einem solchen Jahr mit € 42 Mio. selbst und kann daher nach drei Jahren mit nahezu € 130 Mio. seine Aufwände für das zu zahlende Entgelt an Arbeitnehmer decken. Beträgt letzteres etwa € 20 Mio./p. a. ermöglicht solchermaßen betriebene Innenfinanzierung wenigstens vier bis fünf Jahre bei gleichem Personalstand ohne jegliche private, geschweige denn staatliche Bürgschaft existent zu bleiben.

  2. ... also muss sich Herr Huber schon daran gewöhnen, denn die Vox populi hat gesprochen. Oder wie Bertolt Brecht es ausdrückte: Wenn den Oberen das Volk nicht mehr gefällt, so sollen sie sich doch ein anderes Volk wählen.

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    Sie haben recht, aber Demokratie ist nichts anderes als die Diktatur der Mehrheit.

    Sie haben recht, aber Demokratie ist nichts anderes als die Diktatur der Mehrheit.

  3. 4. @Nr.3

    Sie haben recht, aber Demokratie ist nichts anderes als die Diktatur der Mehrheit.

    • Manu84
    • 03.11.2009 um 2:41 Uhr

    Huber hat als IG.Metall-Vorsitzender ein Problem: Er kann schlecht zugeben, dass Autos offensichtlich nicht mehr die Zukunft sind; zu viele Mitglieder der Gewerkschaft sind direkt bei Automobilherstellern oder bei Zulieferern beschäftigt. In Zukunft werden wir es uns umwelttechnisch schlicht und einfach nicht mehr leisten können, mit der eigenen Benzinkutsche allein 5-10 liter Spprit auf 100km zu verfahren. Übrigens schön nachzulesen in "Das Ende der Welt, wie wir sie kannten" von Claus Leggewie.
    Und dann muss sich die Politik halt mal neue Konzepte überlegen, anstatt immer nur durch das überkommene Wachstumsprinzip die Erde weiter zu zerstören, um noch ein paar Jahre rauszuholen und an der Macht zu bleiben. Und die Abwrackprämie als umweltpolitischen Erfolg darzustellen, zeigt im Fall von Herrn Huber leider, dass er von gewissen Dingen einfach gar keine Ahnung hat.

    • Martyy
    • 03.11.2009 um 9:26 Uhr
    6. huh?

    moment... habe ich es richtig verstanden dass er personen die etwas mehr geld als der durchschnitt haben gezwungen werden der automobilindustrie zu helfen?! ich persönlich hasse diese branche und würde ein teufel tun

    • Buker
    • 05.11.2009 um 13:08 Uhr

    750000 € sind für Sie "etwas mehr Geld"???

    In Ihren Relationen möchte ich auch mal denken können!!! ;)

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