Klima-Glossar K wie Kosten des Klimaschutzes
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Ziele 2: Die Emissionsziele

Große Kohlendioxid-Emittenten: Braunkohlekraftwerke, wie dieses in Niederaußem bei Bergheim

Große Kohlendioxid-Emittenten: Braunkohlekraftwerke, wie dieses in Niederaußem bei Bergheim

Die Emissionsziele

Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssten die weltweiten Emissionen bis zum Jahr 2050 um die Hälfte sinken, verglichen mit dem Stand von 1990. So rechnen es internationale Wissenschaftler vor. Ganz sicher kann aber niemand sagen, ob das ausreichen wird, um die Erderwärmung zu stabilisieren. Die Wahrscheinlichkeit, sagen Studien, liegt immerhin bei 75 Prozent – das bedeutet aber auch: Selbst wenn die Welt es schafft, ihren Ausstoß an Treibhausgasen in den kommenden 40 Jahren um die Hälfte zu reduzieren, besteht immer noch eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Erde sich noch stärker aufheizt als angestrebt.

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Die Klimaexperten sehen das bereits kommen. Schon jetzt schmilzt das Eis an den Polen schneller als gedacht, der Meeresspiegel steigt rascher, es häufen sich die Indizien, dass heftige Stürme zunehmen. Der Klimawandel schreitet offenbar schneller voran als angenommen.

Wissenschaftler des Wuppertal-Instituts leiten daraus radikale Forderungen ab: Das Zwei-Grad-Ziel sei gefährdet, wenn die Politik nicht schnell und grundlegend handle, schreiben sie. "Bis zum Jahr 2050 müssen darum die globalen Emissionen im Vergleich zu 1990 um 80 Prozent reduziert werden." Das sei vermutlich nur zu erreichen, wenn die Emissionen aus fossilen Brennstoffen und Industriegasen weltweit auf Null sänken. Im Moment sieht es nicht danach aus, als sei die Politik für solche Appelle offen. Auf dem Apec-Gipfel am Wochenende rückten die Staatschefs sogar vom 50-Prozent-Ziel ab. 

Vor allem die Industriestaaten sind in der Pflicht. Sie haben bisher das meiste Kohlendioxid in die Luft gepustet. Bislang lautet die Minimalanforderung des UN-Klimarats (IPCC) an sie, ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 25 bis 40 Prozent zu senken, bis 2050 um 80 bis 95 Prozent. Im – praktisch kaum noch zu erreichenden – Idealfall würden sich die reichen Staaten der Welt in Kopenhagen genau dazu verbindlich verpflichten. 

Auf dem G-8-Gipfel von L'Aquila haben sie immerhin schon erklärt, bis 2050 eine Reduktion von 80 Prozent anzustreben. Doch Kritiker fordern weit mehr: Langfristig, so sagen sie, müsste jedes Land der Welt das Klima mit einer einheitlichen Menge an CO2 je Einwohner belasten dürfen. Nur das sei demokratisch und gerecht. Mit dem 80-Prozent-Ziel aber nähmen die Industrieländer für sich in Anspruch, je Einwohner mehr als doppelt so viel Kohlendioxid ausstoßen zu dürfen als alle anderen Länder.

Die komplizierteste Frage aber: Wer soll welchen Anteil der Last tragen? Die USA, einer der größten Luftverpester des Planeten, ist bis 2020 nur zu einer Minderung um sieben Prozent bereit – allerdings ist selbst das unklar, denn das entsprechende Gesetz, das diese Ziffer beinhaltet, ist noch nicht verabschiedet. Die EU bietet immerhin 30 Prozent an – aber nur, wenn es zu einer internationalen Vereinbarung kommt, die auch die USA mit einschließt. Deutschland wäre zu einer Reduktion von 40 Prozent bereit. Die Schwellenländer ihrerseits haben zwar ambitionierte Klimaschutzziele vorgelegt, wollen aber verbindliche Emissionsziele für sich nicht akzeptieren. Im Vergleich zu den reichen Ländern haben sie zu viel aufzuholen, lautet ihr Argument: Armutsbekämpfung habe Vorrang, sagt beispielsweise China.

 
Leser-Kommentare
  1. Was würde es konkret bedeuten, eine 40%-Minderung bis 2020 zu erreichen? Welche Konsequenzen hätte das für den Verkehrssektor, die privaten Hausheizungen, den Energiesektor?
    Ist dies mit herkömmlichen Anreizsystemen (Steuerzuschuss etc.) überhaupt zu erreichen?
    Man liest auch im Koalitionsvertrag und den Wahlprogrammen der Parteien viel über CO2-Einsparzielen, aber nichts über konkrete Mittel und Wege, diese zu erreichen.

  2. Die Zertifikate - das neue Derrivatengeld - das ist das wirklich wichtige - Renditen!

    Vielleicht gibt es bald eine AusAtemFlatrate?

    Viele bunte Schweine die durchs Dorf gejagt werden bis die Sonne wieder aktiv wird oder bis man bemerkt - das man die Urwälder Amazoniens doch nicht hätte in Weideland verwandeln sollen - so wie die Büffel wieder zurückkommen, weil die Landwirtschaft in die Luft geweht worden ist!

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    Kennen Sie die Leitstudie 2008 vom DLR?

    Diese zeigt eine Entwicklung bis 2050 auf, wie die Treibhausgasemissionen bis 2050 in Deutschland auf rund 20% des Werts von 1990 gesenkt werden können. Inklusive Zwischenziele z.B. bis 2020. Die Langfassung ist aber echt harter Stoff ;-)

    http://www.erneuerbare-en...

    oder

    http://www.dlr.de/desktop...

    Viel Spaß bei der Lektüre!

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    Vielen Dank für den Hinweis auf die Leitstudie 2008 (ich gestehe, ich habe mir nur die Kurzfassung zu Gemüte geführt).

    Zu meiner Überraschung - und vielleicht beruhigt das auch einige Klimaskeptiker - ist ein 80% Reduktionsziel ohne gesellschaftliche oder ökonomische Umbrüche erreichbar, man muss es bloß wollen.

    Der Knackpunkt scheint zu sein, dass im Augenblick zu viel in neue Kohlekraftwerke investiert wird, die dann auch wieder Fakten für ca. 40 Jahre schaffen. Vielleicht sollten die Manager der "Großen Vier" mal die Studie lesen: Ab ca. 2020 sind die erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung sogar die billigeren! Man könnte natürlich auch sanften Druck ausüben und die Co2-Zertifikate zusammenstreichen...

    Nochmals vielen Dank. Jetzt muss ich nur noch überlegen, wie mein Häuschen binnen 10 Jahren c02frei beheizt werden soll :-)

    Vielen Dank für den Hinweis auf die Leitstudie 2008 (ich gestehe, ich habe mir nur die Kurzfassung zu Gemüte geführt).

    Zu meiner Überraschung - und vielleicht beruhigt das auch einige Klimaskeptiker - ist ein 80% Reduktionsziel ohne gesellschaftliche oder ökonomische Umbrüche erreichbar, man muss es bloß wollen.

    Der Knackpunkt scheint zu sein, dass im Augenblick zu viel in neue Kohlekraftwerke investiert wird, die dann auch wieder Fakten für ca. 40 Jahre schaffen. Vielleicht sollten die Manager der "Großen Vier" mal die Studie lesen: Ab ca. 2020 sind die erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung sogar die billigeren! Man könnte natürlich auch sanften Druck ausüben und die Co2-Zertifikate zusammenstreichen...

    Nochmals vielen Dank. Jetzt muss ich nur noch überlegen, wie mein Häuschen binnen 10 Jahren c02frei beheizt werden soll :-)

  4. #4 war für #2.

  5. Es ist fast unvorstellbar, wie verkommen der Journalismus ist. Jede noch so absurde Agenda wird da auf Kosten der Bevölkerung im Interesse ganz weniger Drahtzieher durchgepaukt.

    Jetzt sollen wir also CO2 sparen, vor einem Schmelzen der Eismassen an den Polen mit anschließender Überschwemmung uns fürchten.

    Dabei wird es in Wahrheit kälter.

  6. Vielen Dank für den Hinweis auf die Leitstudie 2008 (ich gestehe, ich habe mir nur die Kurzfassung zu Gemüte geführt).

    Zu meiner Überraschung - und vielleicht beruhigt das auch einige Klimaskeptiker - ist ein 80% Reduktionsziel ohne gesellschaftliche oder ökonomische Umbrüche erreichbar, man muss es bloß wollen.

    Der Knackpunkt scheint zu sein, dass im Augenblick zu viel in neue Kohlekraftwerke investiert wird, die dann auch wieder Fakten für ca. 40 Jahre schaffen. Vielleicht sollten die Manager der "Großen Vier" mal die Studie lesen: Ab ca. 2020 sind die erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung sogar die billigeren! Man könnte natürlich auch sanften Druck ausüben und die Co2-Zertifikate zusammenstreichen...

    Nochmals vielen Dank. Jetzt muss ich nur noch überlegen, wie mein Häuschen binnen 10 Jahren c02frei beheizt werden soll :-)

    Antwort auf "Hallo Kein Einstein"
  7. Uuuh, sie sind wieder da (s. #1 und #6).
    Nicht provozieren lassen, jeder darf seine Meinung kundtun, aber Gott sei Dank habe ich auch die Freiheit, sie zu ignorieren *grins*

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