Weihnachtsgeschäft Angst vor Arbeitslosigkeit lässt Konsumklima abkühlen

Die Angst vor Arbeitslosigkeit dämpft die Stimmung der Verbraucher. Doch der Handel muss laut einer GfK-Studie das Weihnachtsgeschäft noch nicht verloren geben.

Die stabile Kauflust der Kunden lässt auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hoffen

Die stabile Kauflust der Kunden lässt auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hoffen

Kurz vor Weihnachten drückt die Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes auf die Stimmung der Verbraucher. Das Konsumklima sinkt im Dezember bereits zum zweiten Mal in Folge, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch mitteilte. Dennoch sorge eine stabile Kauflust dafür, dass die Aussichten nicht so ungünstig sind, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Für das Weihnachtsgeschäft sei daher vorsichtiger Optimismus angebracht, sagte Bürkl weiter. "Man muss nicht schwarzsehen." Positiv mache sich bemerkbar, dass die meisten Unternehmen das Weihnachtsgeld ohne Kürzungen auszahlten, sagte Bürkl. Hinzu komme, dass das Sparen derzeit wegen der niedrigen Zinsen auch nicht besonders attraktiv sei. "Viele Anleger vertrauen außerdem dem Finanzmarkt noch nicht wieder", fügte er hinzu. Deshalb sei es durchaus wahrscheinlich, dass vorhandenes Geld für Anschaffungen hergenommen werde. Im Weihnachtsgeschäft werden nach Bürkls Einschätzung besonders Branchen wie Unterhaltungselektronik und Spielwaren davon profitieren.

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"Für das Konsumklima wird 2010 ein schwierigeres Jahr werden als 2009", sagte der GfK-Experte weiter. Dies liege vor allem daran, dass die Arbeitslosigkeit deutlich zunehmen werde. "Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist eine wichtige Größe für die Verbraucherstimmung." Die Konsumenten gingen trotzdem davon aus, dass die Wirtschaft sich auch im kommenden Jahr erhole, schrieben die Konsumforscher. Deutschlands Wirtschaft war im dritten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen, angetrieben von Industrie und Außenhandel. Wirtschaftsforscher und Bundesregierung halten inzwischen für 2010 wieder ein Wachstum von mehr als 1,2 Prozent für möglich.

Der Einzelhandelsverband HDE wagte für das Jahr 2010 zuletzt keine konkrete Prognose. Er geht jedoch davon aus, dass der Handel nicht von der anziehenden Konjunktur profitieren dürfte. Auch die geplanten Steuersenkungen der Regierung dürften zum größten Teil verpuffen. Nach Einschätzung von HDE-Präsident Josef Sanktjohanser stecken die Verbraucher den Großteil nicht in den Konsum, sondern sparten oder gäben ihn für die Altersvorsorge aus. Für 2009 erwartet der Verband ein Umsatzminus von zwei Prozent. Im Weihnachtsgeschäft dürften die Erlöse um anderthalb Prozent sinken. Im November und Dezember erwirtschaften viele Einzelhändler ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes.

Auf dem Arbeitsmarkt steht das Schlimmste aber wohl noch bevor: Die Wirtschaftsweisen sagen für 2010 vorher, dass im Jahresschnitt etwa vier Millionen Menschen ohne Job sein werden. Die Sorge vor Arbeitslosigkeit nimmt schon jetzt Einfluss auf die Verbraucherstimmung. So beurteilen die Verbraucher laut GfK die weitere Entwicklung der Konjunktur skeptisch.

Nach einem Anstieg über sieben Monate hinweg büßte der Indikator für die Konjunkturerwartungen im November erstmals wieder knapp acht Punkte ein. Dabei spiele der zu erwartende deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit die Hauptrolle: Im Jahr 2010 wird mit durchschnittlich etwa vier Millionen Arbeitslosen gerechnet, das wären 600.000 mehr als in diesem Jahr. Auch der Indikator für die Einkommenserwartung geriet in diesen Sog und erlitt spürbare Einbußen.

Zu der Angst vor Arbeitslosigkeit kommt der steigende Ölpreis, der die Budgets der Verbraucher belastet. Mitte Oktober lag der Preis für ein Barrel Rohöl über seinem Vorjahreswert. Die Lust auf größere Anschaffungen vergeht den Verbrauchern dagegen dennoch nicht, der entsprechende Indikator legte sogar leicht zu. "Das Auslaufen der Abwrackprämie im September dieses Jahres beeinträchtigt offenbar die Konsumneigung nicht nachhaltig", schrieben die Experten. "Dazu trägt sicherlich auch bei, dass die Autohändler derzeit versuchen, die Kauflust der Verbraucher mit verstärkten Rabatten aufrecht zu erhalten."

Positiv bewertete Bürkl in diesem Zusammenhang das Vorhaben der Bundesregierung, das Kurzarbeitergeld zu verlängern. "Das ist psychologisch ein gutes Signal", sagte er. Allerdings könnten die Unternehmen bei mangelnder Auslastung nicht endlos Kurzarbeit fahren. Für die Konsumklima-Studie werden monatlich rund 2000 Verbraucher befragt.

 
Leser-Kommentare
  1. vor der hochheiligen Nacht und auch Metro und Co., wenn die Leute an ihre Krippe kommen.
    Keine Konsumklimakatastrophe, keine Schmelze im Portemonnaie, die Verbraucherstimmung ist noch nicht abgewrackt.
    Aber sollten die Leut nicht in der ZEIT vor der grauslichen Ansteckungsgefahr durch Schweinegrippe gewarnt werden, die doch ins schier unermessliche wächst, wenn sich die Verbraucher an den Kaufhauströgen drängeln? Tamiflu, in der geschmackvollen Geschenkpackung, unter gehört unter jeden Baum!

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