Obama in Peking Endgültig Konkurrenten

Barack Obama wurde in China abgeblockt. Die aufstrebende Wirtschaftsmacht setzt eigene Prioritäten. Daran muss sich die Welt gewöhnen. Von Frank Sieren, Peking

Es war eine unangenehme Tour für Barack Obama. Seine Reise durch Asien hat ihm einmal mehr gezeigt, dass er zu einem ziemlich ungünstigen Zeitpunkt Präsident geworden ist. Gegen die ungeheuren Zwänge, die Amerikas wirtschaftliche Schwäche und Chinas neue Stärke ihm auferlegen, wirkt selbst sein außerordentliches Charisma wie das morgens aufgetragene Rasierwasser am späten Nachmittag. Seine erfrischende freiheitliche Überzeugungskraft konnte der amerikanische Präsident kaum einmal ausspielen. In Asien zweifelt man an den USA.

Spätestens auf dieser Reise dürfte Obama verstanden haben, dass verlässliche Werte zwar einerseits den Erfolg von wirtschaftlichem Handeln bestimmen – dass aber andererseits auch das Gegenteil gilt: Wer die wirtschaftliche Kraft hat, bestimmt auch, welche Werte zum Zuge kommen. Und bei der Wirtschaftskraft schwächeln eben just die Amerikaner.

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Schon während des Asien-Pazifik-Gipfels stellte sich heraus, was in Asien gemeinhin gedacht wird: Das amerikanische Wachstumsmodell ist gescheitert; die USA sollen jetzt erst einmal ihre Hausaufgaben machen; derweil verlassen wir Asiaten uns mehr auf uns selbst. Chinas Staatspräsident Hu Jintao sprach in Singapur davon, dass man die Probleme der Weltwirtschaft nur lösen könne, wenn man sie »an ihren Wurzeln packt« – und meinte damit vor allem Amerika. Die Welt könne sich nicht darauf verlassen, fügte der singapurische Ministerpräsident Lee Hsien Loong hinzu, dass »die Mischung aus amerikanischem Konsum, hohen Schulden und chinesischem Export noch der Motor der Weltwirtschaft sein kann«. Das seien »alte Formeln. Die Zukunft sieht anders aus.«

Barack Obama blieb denn auch wenig anderes übrig, als offenherzig einzuräumen, dass »Wachstum auf Pump langfristig den Wohlstand Amerikas nicht erhalten kann«.
Seinen Mitarbeitern gelang es nicht einmal, die wichtigste diplomatische Spitze der Amerikaner gegen die Chinesen ins Abschlusskommuniqué zu schreiben. Dass man »marktwirtschaftlich orientierte Wechselkurse« anstreben solle, wurde flugs gestrichen. China lässt sich in sein Wechselkursregime nicht reinreden. Und eine Einigung im Vorfeld des Klimagipfels im Dezember in Kopenhagen, eines der wichtigsten Themen auf Obamas politischer Agenda, wurde von den Asiaten mit der Begründung vertagt, dies sei »nicht der richtige Ort dafür«.

In Shanghai, Obamas erster Station in China, wurde es nicht besser. Als der amerikanische Präsident 500 Studenten in einer Halle Rede und Antwort stand, tänzelte er verbal, wie einer, der auf seine Chance wartet, einen Punkt zu machen. Heikle Themen wie Tibet und Taiwan sprach er nicht direkt an, obwohl das chinesische Fernsehen die Fragestunde nicht live übertrug – wie eigentlich erhofft. Als er beispielsweise gefragt wurde, warum die USA Waffen nach Taiwan lieferten, wich er gar aus, bekräftigte die Ein-China-Politik und freute sich, dass Taiwan und »der Rest, äh die Volksrepublik« nun enger zusammenarbeiten.

Dann brachte Obama die neue – wirtschaftlich geerdete – Vernunft auf den Punkt. Es sei sehr wichtig für Amerika, nicht anzunehmen, »dass das, was für uns gut ist, auch für andere gut ist. Aber«, sagte er, »wir glauben, dass bestimmte Grundprinzipien für alle Menschen gelten, egal welcher Kultur sie angehören.«

Mehr Spielraum hat ein amerikanischer Präsident nicht, wenn er bei seinem größten Gläubiger zu Besuch ist.

Dennoch fühlte sich Hu Jintao nicht als Sieger. Er und Obama standen sich in Peking wie zwei Ringer gegenüber, die sich umklammern und nicht vor- und zurückkommen. In der Frage der Aufwertung der chinesischen Währung gibt es keine Bewegung. Hu erwähnte sie nicht einmal. Protektionismus: nur angesprochen. Klima: nichts Neues. Bei den Menschenrechten stand es am Ende eins zu eins. Obama erklärte, wie von China gewünscht, dass Tibet ein Teil Chinas sei, damit die Chinesen weiter Staatsanleihen kaufen, sagte aber gleichzeitig, dass die Chinesen wieder Verhandlungen mit Vertretern des Dalai Lama aufnehmen sollten, damit die heimische Opposition besänftigt ist. Früher, als die USA noch die unangefochtene Wirtschaftsmacht waren, ging das alles einfacher.

Die Berater des US-Präsidenten murmelten am Ende, dass er sich trotz der widrigen Umstände ganz gut geschlagen habe. Und die chinesischen Diplomaten wiederholten ihr Mantra: »auf Augenhöhe«. Als ob sie es nicht glauben können, dass es dann doch so schnell gegangen ist mit dem Machtgewinn Chinas. Am Ende gingen die beiden Spitzenpolitiker mehr als Konkurrenten denn als Partner auseinander.

Dabei wird den Chinesen die offene Konfrontation mit den Amerikanern auch auf absehbare Zeit zu riskant sein – dazu sind sie noch zu frisch auf der Weltbühne. Aber China wird mit aller Geduld und Härte versuchen, seine Macht auszubauen. Seine asiatischen Partner etwa wird es leise vor die Alternative stellen: wir oder die Amerikaner.

Japan, immer noch die zweitgrößte Wirtschaft der Welt, steckt dabei in der größten Zwickmühle. Eine Sicherheits- und Wertepartnerschaft mit den USA oder eine Wirtschaftspartnerschaft mit den Chinesen ist die Alternative. Natürlich werden die Japaner so lange wie möglich auf beide Partner setzen, aber China ist für die Japaner der attraktivste Markt und Produktionsstandort. Wenn Peking den Druck allmählich erhöht, wird sich der demokratisch gewählte Premierminister Yukio Hatoyama im Zweifel für die Schaffung von realen Arbeitsplätzen und gegen abstrakte Sicherheitsgarantien entscheiden – auch wenn das Wertesystem der USA viel attraktiver ist.

Vielleicht ist das weit weniger bedenklich, als es sich anhört. Vielleicht ist es von Vorteil, wenn es klare Fronten gibt: Die Amerikaner vertreten amerikanische, die Europäer europäische, die Asiaten asiatische Interessen. Das ist besser, als von faulen Kompromissen zu leben.

 
Leser-Kommentare
  1. ZEIT: ..."Mehr Spielraum hat ein amerikanischer Präsident nicht, wenn er bei seinem größten Gläubiger zu Besuch ist."
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    Obama als verkappter Sozialist vielleicht tatsächlich nicht. Doch ganz anders Amerika insgesamt, das vor Stärke nur so protzende Land. Möchte gerne sehen, was aus China übrig bleibt, wenn die USA mal wirklich auf einen Konfrontationskurs gegen Peking mit allen Mitteln - außer den kriegerischen selbstverständlich! - vorgehen sollten. China sollte nicht vergessen, dass sein wirtschaftlicher „Wunderboom“ in entscheidend großen Teilen auf Amerikas Wohlwollen, Knowhow und Handelsdefizit aufgebaut ist.

  2. ist die eigene Schwäche? Was für eine unzeitgemäße Sichtweise der Dinge. Mein Vorkommentator hat absolut recht. Wann werden wir endlich begreifen, daß sich China und die ganzen anderen Schwellenländer nur von uns stark reden lassen? Deren BIP pro Kopf liegt auf der Höhe von so wirtschaftlichen Riesen wie Kenia. Natürlich haben China, Indien, Brasilien, die Türkei, usw mehr Einwohner und eine hohe Exportorientierung, allerdings "beeindrucken" uns die jährlichen Steigerungsraten so sehr, daß wir vergessen dahinter zu schauen und uns zu fragen was diese bedeuten:

    1. Wenn China das BIP um 10% in einem Jahr steigert, so bedeutet dies einen Anstieg von 1,8% in Deutschland um die gleiche Steigerung in absoluter Wertschöpfung zu erreichen. Das gleiche Verhältnis für die USA gegenüber China liegt übrigens bei 1,3%. Kurzum, wenn China jährlich um 10% und Deutschland um 1,8% wächst, wird sich am Wohlstandsverhältnis nie etwas ändern.
    2. Die hohen Überschüsse vieler Schwellenländer ergeben sich daraus, daß es keine, oder nur rudimentäre, Sozialsysteme in den betroffenen Ländern gibt und die Einkommensverteilung für einen sozialen Sprengstoff sorgt, der uns allen alsbald das Lachen vergehen lassen wird.
    3. Von den rechtstaatlichen bzw demokratischen Verhältnissen wollen wir geflissentlich und aus Gründen der Pietät lieber schweigen.
    4. Nicht schweigen sollte man vom Wahnsinn der Umweltzerstörung. Was hat die Welt davon, wenn China 10% Wirtschaftswachstum hat? Nur negative Auswirkungen.

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    Auf welcher Klippschule haben Sie denn Prozentrechnung gelernt?

    Hier mal die IWF Zahlen für das BIP von 2008 (kaufkraftbereinigt)

    EU 15,2 Billionen
    USA 14,2
    China 7,9
    Deutschland 2,9

    • maddus
    • 17.11.2009 um 21:47 Uhr

    Also, dass das Pro-Kopf-BIP von Kenia Drittel dessen Chinas beträgt kann man ja bei Seite lassen, aber bei Punkt eins solltest du noch mal die Mathe prüfen. Das nominale BIP von Deutschland und China sind ungefähr gleich und damit sind 10% Wachstum in Deutschland in absoluten zahlen ungefähr gleich viel wie 10% Wachstum in China. Anders sieht es natürlich aus, wenn man das (nominale) Pro-Kopf-BIP betrachtet, das in Deutschland ca 20 mal höher ist als in China. 10% Wachstum dieses Indikators in China entsprechen (momentan) absolut also ca. 0.5% Wachstum in Deutschland.
    Ich bin mir zwar nicht sicher, was du mit "Wohlstandsverhältnis" meinst, aber ein Verhältnis ist gerade dann konstant, wenn sich die beiden Wert um den gleichen Prozentsatz ändern und nicht wenn der absolute Abstand zwischen ihnen gleich bleibt.
    Solche volkswirtschaftlichen Daten in absoluten Zahlen zu vergleichen macht übrigens meistens wenig Sinn...

    Auf welcher Klippschule haben Sie denn Prozentrechnung gelernt?

    Hier mal die IWF Zahlen für das BIP von 2008 (kaufkraftbereinigt)

    EU 15,2 Billionen
    USA 14,2
    China 7,9
    Deutschland 2,9

    • maddus
    • 17.11.2009 um 21:47 Uhr

    Also, dass das Pro-Kopf-BIP von Kenia Drittel dessen Chinas beträgt kann man ja bei Seite lassen, aber bei Punkt eins solltest du noch mal die Mathe prüfen. Das nominale BIP von Deutschland und China sind ungefähr gleich und damit sind 10% Wachstum in Deutschland in absoluten zahlen ungefähr gleich viel wie 10% Wachstum in China. Anders sieht es natürlich aus, wenn man das (nominale) Pro-Kopf-BIP betrachtet, das in Deutschland ca 20 mal höher ist als in China. 10% Wachstum dieses Indikators in China entsprechen (momentan) absolut also ca. 0.5% Wachstum in Deutschland.
    Ich bin mir zwar nicht sicher, was du mit "Wohlstandsverhältnis" meinst, aber ein Verhältnis ist gerade dann konstant, wenn sich die beiden Wert um den gleichen Prozentsatz ändern und nicht wenn der absolute Abstand zwischen ihnen gleich bleibt.
    Solche volkswirtschaftlichen Daten in absoluten Zahlen zu vergleichen macht übrigens meistens wenig Sinn...

  3. Liebe Vorkommentatoren,

    wann waren Sie das letzte Mal in China, und wie lange? Ich habe den Sommer dort verbracht - geschäftlich, nicht als Tourist - und kann zu dem Verhältnis zwischen China und den "vor Stärke nur so protzenden" USA nur sagen: Bei einem ernsthaften Konflikt zwischen diesen beiden Mächten genügt es, daß die Chinesen ihre Investitionen aus den USA abziehen, und die USA sind ein Fall für "Brot für die Welt".

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    Sowas sieht man wenn man im Sommer in Shanghai war? Sorry wegen der Polemik aber das ist nunmal schlicht und einfach Unsinn. Die Investitionen Chinas und der USA im jeweils anderen Land sind nur in Friedenszeiten von irgendwelcher Bedeutung. Staaten, namentlich die USA, werden sich im Zweifelsfalle einen feuchten Kehricht darum scheren, wem das Geld im eigenen Lande letztendlich gehört. China ist ein Entwicklungsland mit vielen, vielen unterdrückten Menschen, die viel nutzlosen Kram produzieren, den der dumme Westen selbst viel besser produzieren könnte, diesen aber lieber in China kauft und dereinst an der eigenen Gier verzweifeln wird.

    ganz einfach: weil China etwas davon hat. Das vergessen die Machthaber in Peking nicht. Deswegen bleibt alles so wie es ist.
    Ein anderes kleines Gedankenspiel: China hat sehr grosse Reserven an US-Dollars. Wer wird wohl am stärksten leiden, wenn das mächtige und gigantische China (Achtung, Ironie) dem Dollar "die Lichter ausdreht"?
    Am meisten interessiert den König - Parteiboss - in Peking der Status quo. Alles bleibt wie es ist und er behält seine Macht.

    • j-ap
    • 18.11.2009 um 19:19 Uhr

    waren die Vereinigten Staaten immer noch sehr schnell bereit, Auslandsvermögen von »Feindnationen« zu beschlagnahmen. Das dürfte dann auch die Frage nach dem Abzug von Investitionen (der ja auch nicht in einer Nacht- und Hebelaktion zu organisieren wäre) erledigen.

    Es wäre ja nicht das erste Mal.

    Sowas sieht man wenn man im Sommer in Shanghai war? Sorry wegen der Polemik aber das ist nunmal schlicht und einfach Unsinn. Die Investitionen Chinas und der USA im jeweils anderen Land sind nur in Friedenszeiten von irgendwelcher Bedeutung. Staaten, namentlich die USA, werden sich im Zweifelsfalle einen feuchten Kehricht darum scheren, wem das Geld im eigenen Lande letztendlich gehört. China ist ein Entwicklungsland mit vielen, vielen unterdrückten Menschen, die viel nutzlosen Kram produzieren, den der dumme Westen selbst viel besser produzieren könnte, diesen aber lieber in China kauft und dereinst an der eigenen Gier verzweifeln wird.

    ganz einfach: weil China etwas davon hat. Das vergessen die Machthaber in Peking nicht. Deswegen bleibt alles so wie es ist.
    Ein anderes kleines Gedankenspiel: China hat sehr grosse Reserven an US-Dollars. Wer wird wohl am stärksten leiden, wenn das mächtige und gigantische China (Achtung, Ironie) dem Dollar "die Lichter ausdreht"?
    Am meisten interessiert den König - Parteiboss - in Peking der Status quo. Alles bleibt wie es ist und er behält seine Macht.

    • j-ap
    • 18.11.2009 um 19:19 Uhr

    waren die Vereinigten Staaten immer noch sehr schnell bereit, Auslandsvermögen von »Feindnationen« zu beschlagnahmen. Das dürfte dann auch die Frage nach dem Abzug von Investitionen (der ja auch nicht in einer Nacht- und Hebelaktion zu organisieren wäre) erledigen.

    Es wäre ja nicht das erste Mal.

  4. 4. Achso?

    Sowas sieht man wenn man im Sommer in Shanghai war? Sorry wegen der Polemik aber das ist nunmal schlicht und einfach Unsinn. Die Investitionen Chinas und der USA im jeweils anderen Land sind nur in Friedenszeiten von irgendwelcher Bedeutung. Staaten, namentlich die USA, werden sich im Zweifelsfalle einen feuchten Kehricht darum scheren, wem das Geld im eigenen Lande letztendlich gehört. China ist ein Entwicklungsland mit vielen, vielen unterdrückten Menschen, die viel nutzlosen Kram produzieren, den der dumme Westen selbst viel besser produzieren könnte, diesen aber lieber in China kauft und dereinst an der eigenen Gier verzweifeln wird.

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    ach so ?Hier draengt sich die Frage auf, ja wenn das so waere warum nicht
    frisch ans Werk zB in Deutschland und all dies produzieren was in China heute so
    entsteht?bitte nachlesen, so stimmt das ueberhaupt nicht. Eklatante Maengel an
    korrekter Hintergrundinformation werden deutlich.

    Man sieht" ein Mann vor Ort" und das Bild stimmt.Sehr saubere Darstellung
    der Fakten und Situation, erfrischend danke.

    ach so ?Hier draengt sich die Frage auf, ja wenn das so waere warum nicht
    frisch ans Werk zB in Deutschland und all dies produzieren was in China heute so
    entsteht?bitte nachlesen, so stimmt das ueberhaupt nicht. Eklatante Maengel an
    korrekter Hintergrundinformation werden deutlich.

    Man sieht" ein Mann vor Ort" und das Bild stimmt.Sehr saubere Darstellung
    der Fakten und Situation, erfrischend danke.

  5. ganz einfach: weil China etwas davon hat. Das vergessen die Machthaber in Peking nicht. Deswegen bleibt alles so wie es ist.
    Ein anderes kleines Gedankenspiel: China hat sehr grosse Reserven an US-Dollars. Wer wird wohl am stärksten leiden, wenn das mächtige und gigantische China (Achtung, Ironie) dem Dollar "die Lichter ausdreht"?
    Am meisten interessiert den König - Parteiboss - in Peking der Status quo. Alles bleibt wie es ist und er behält seine Macht.

    • maddus
    • 17.11.2009 um 21:10 Uhr

    "Aber China wird mit aller Geduld und Härte versuchen, seine Macht auszubauen"
    Woher nimmt der Autor diese Behauptung? Nur weil die Chinese ihre gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit mit den USA verstanden und in den letzten Jahren zu nutzen gewusst haben, heisst das doch nicht, dass China einen Konflikt mit den USA sucht. Es hat im Gegenteil verstanden, dass Friede und Handel der beste Weg zu Wohlstand ist, der wiederum unerlässlich als Machtstütze der Partei ist. Der Streit um den Wechselkurs wird sich legen, wenn der Dollar weiter so sinkt und damit unerlässliche Importe aus den asiatischen Nachbarländern und der EU für China irgendwann extrem teuer werden. Bis dahin profitiert Deutschland vom starken Wachstum das China dank eines unterbewerteten Yuan hat.
    Und wenn für die Ablösung des Dollars als Leitwährung plädiert wird ist das kein Angriff auf die USA sondern nur vernünftig, möchte man ein stabiles globales Wirtschaftssystem. Dafür ist es natürlich auch unerlässlich, dass die USA ihr Handelsbilanzdefizit und Haushaltsdefizit abbauen.

  6. soll nicht mit Stein werfen.

    Wenn es wirklich zu einer Konfortation zwischen China und USA kommt, wird Dollar ins bodenlos fallen. Die Auswirkung der Finanzkrise 2008 ist dagegen nur Peanuts. Die meisten US-Banken werden wahrscheinlich pleit sein, die deutschen Banken werden ohne staatliche Hilfe auch nicht überleben. Eine Commerzbank ist wohl genug. Die Aufträge für deutsche Firmen werden für einigen Jahren ausbleiben. Ist das, was Ihr wollte?

    In Deutschland gibt es zwar demokratisches System, aber was haben die Deutschen draus in den letzten 20 Jahren gemacht? Die ehem. DDR ist ein Milliardengrab. Bei so vieler Investition ist ziemlich wenig rausgekommen. Die meisten Deutschen sind einfach nur bequem geworden, klagen auf der hohen Nieveau. Sie glauben immer noch auf eigene Überlegenheit, und suchen immer Ausreden, wenn es mal nicht gut funktioniert. Die hoffen immer drauf, dass China von sich aus kollabiert, und das schon seit 10 Jahren. Das Problem ist, dass die Chinesen auch nicht dumm sind und wissen, was für Probleme im eigenen Lang gibt.

  7. Auf welcher Klippschule haben Sie denn Prozentrechnung gelernt?

    Hier mal die IWF Zahlen für das BIP von 2008 (kaufkraftbereinigt)

    EU 15,2 Billionen
    USA 14,2
    China 7,9
    Deutschland 2,9

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