Obama in Peking Endgültig KonkurrentenSeite 2/2
Dennoch fühlte sich Hu Jintao nicht als Sieger. Er und Obama standen sich in Peking wie zwei Ringer gegenüber, die sich umklammern und nicht vor- und zurückkommen. In der Frage der Aufwertung der chinesischen Währung gibt es keine Bewegung. Hu erwähnte sie nicht einmal. Protektionismus: nur angesprochen. Klima: nichts Neues. Bei den Menschenrechten stand es am Ende eins zu eins. Obama erklärte, wie von China gewünscht, dass Tibet ein Teil Chinas sei, damit die Chinesen weiter Staatsanleihen kaufen, sagte aber gleichzeitig, dass die Chinesen wieder Verhandlungen mit Vertretern des Dalai Lama aufnehmen sollten, damit die heimische Opposition besänftigt ist. Früher, als die USA noch die unangefochtene Wirtschaftsmacht waren, ging das alles einfacher.
Die Berater des US-Präsidenten murmelten am Ende, dass er sich trotz der widrigen Umstände ganz gut geschlagen habe. Und die chinesischen Diplomaten wiederholten ihr Mantra: »auf Augenhöhe«. Als ob sie es nicht glauben können, dass es dann doch so schnell gegangen ist mit dem Machtgewinn Chinas. Am Ende gingen die beiden Spitzenpolitiker mehr als Konkurrenten denn als Partner auseinander.
Dabei wird den Chinesen die offene Konfrontation mit den Amerikanern auch auf absehbare Zeit zu riskant sein – dazu sind sie noch zu frisch auf der Weltbühne. Aber China wird mit aller Geduld und Härte versuchen, seine Macht auszubauen. Seine asiatischen Partner etwa wird es leise vor die Alternative stellen: wir oder die Amerikaner.
Japan, immer noch die zweitgrößte Wirtschaft der Welt, steckt dabei in der größten Zwickmühle. Eine Sicherheits- und Wertepartnerschaft mit den USA oder eine Wirtschaftspartnerschaft mit den Chinesen ist die Alternative. Natürlich werden die Japaner so lange wie möglich auf beide Partner setzen, aber China ist für die Japaner der attraktivste Markt und Produktionsstandort. Wenn Peking den Druck allmählich erhöht, wird sich der demokratisch gewählte Premierminister Yukio Hatoyama im Zweifel für die Schaffung von realen Arbeitsplätzen und gegen abstrakte Sicherheitsgarantien entscheiden – auch wenn das Wertesystem der USA viel attraktiver ist.
Vielleicht ist das weit weniger bedenklich, als es sich anhört. Vielleicht ist es von Vorteil, wenn es klare Fronten gibt: Die Amerikaner vertreten amerikanische, die Europäer europäische, die Asiaten asiatische Interessen. Das ist besser, als von faulen Kompromissen zu leben.
- Datum 18.11.2009 - 10:34 Uhr
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ZEIT: ..."Mehr Spielraum hat ein amerikanischer Präsident nicht, wenn er bei seinem größten Gläubiger zu Besuch ist."
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Obama als verkappter Sozialist vielleicht tatsächlich nicht. Doch ganz anders Amerika insgesamt, das vor Stärke nur so protzende Land. Möchte gerne sehen, was aus China übrig bleibt, wenn die USA mal wirklich auf einen Konfrontationskurs gegen Peking mit allen Mitteln - außer den kriegerischen selbstverständlich! - vorgehen sollten. China sollte nicht vergessen, dass sein wirtschaftlicher „Wunderboom“ in entscheidend großen Teilen auf Amerikas Wohlwollen, Knowhow und Handelsdefizit aufgebaut ist.
ist die eigene Schwäche? Was für eine unzeitgemäße Sichtweise der Dinge. Mein Vorkommentator hat absolut recht. Wann werden wir endlich begreifen, daß sich China und die ganzen anderen Schwellenländer nur von uns stark reden lassen? Deren BIP pro Kopf liegt auf der Höhe von so wirtschaftlichen Riesen wie Kenia. Natürlich haben China, Indien, Brasilien, die Türkei, usw mehr Einwohner und eine hohe Exportorientierung, allerdings "beeindrucken" uns die jährlichen Steigerungsraten so sehr, daß wir vergessen dahinter zu schauen und uns zu fragen was diese bedeuten:
1. Wenn China das BIP um 10% in einem Jahr steigert, so bedeutet dies einen Anstieg von 1,8% in Deutschland um die gleiche Steigerung in absoluter Wertschöpfung zu erreichen. Das gleiche Verhältnis für die USA gegenüber China liegt übrigens bei 1,3%. Kurzum, wenn China jährlich um 10% und Deutschland um 1,8% wächst, wird sich am Wohlstandsverhältnis nie etwas ändern.
2. Die hohen Überschüsse vieler Schwellenländer ergeben sich daraus, daß es keine, oder nur rudimentäre, Sozialsysteme in den betroffenen Ländern gibt und die Einkommensverteilung für einen sozialen Sprengstoff sorgt, der uns allen alsbald das Lachen vergehen lassen wird.
3. Von den rechtstaatlichen bzw demokratischen Verhältnissen wollen wir geflissentlich und aus Gründen der Pietät lieber schweigen.
4. Nicht schweigen sollte man vom Wahnsinn der Umweltzerstörung. Was hat die Welt davon, wenn China 10% Wirtschaftswachstum hat? Nur negative Auswirkungen.
Auf welcher Klippschule haben Sie denn Prozentrechnung gelernt?
Hier mal die IWF Zahlen für das BIP von 2008 (kaufkraftbereinigt)
EU 15,2 Billionen
USA 14,2
China 7,9
Deutschland 2,9
Also, dass das Pro-Kopf-BIP von Kenia Drittel dessen Chinas beträgt kann man ja bei Seite lassen, aber bei Punkt eins solltest du noch mal die Mathe prüfen. Das nominale BIP von Deutschland und China sind ungefähr gleich und damit sind 10% Wachstum in Deutschland in absoluten zahlen ungefähr gleich viel wie 10% Wachstum in China. Anders sieht es natürlich aus, wenn man das (nominale) Pro-Kopf-BIP betrachtet, das in Deutschland ca 20 mal höher ist als in China. 10% Wachstum dieses Indikators in China entsprechen (momentan) absolut also ca. 0.5% Wachstum in Deutschland.
Ich bin mir zwar nicht sicher, was du mit "Wohlstandsverhältnis" meinst, aber ein Verhältnis ist gerade dann konstant, wenn sich die beiden Wert um den gleichen Prozentsatz ändern und nicht wenn der absolute Abstand zwischen ihnen gleich bleibt.
Solche volkswirtschaftlichen Daten in absoluten Zahlen zu vergleichen macht übrigens meistens wenig Sinn...
Auf welcher Klippschule haben Sie denn Prozentrechnung gelernt?
Hier mal die IWF Zahlen für das BIP von 2008 (kaufkraftbereinigt)
EU 15,2 Billionen
USA 14,2
China 7,9
Deutschland 2,9
Also, dass das Pro-Kopf-BIP von Kenia Drittel dessen Chinas beträgt kann man ja bei Seite lassen, aber bei Punkt eins solltest du noch mal die Mathe prüfen. Das nominale BIP von Deutschland und China sind ungefähr gleich und damit sind 10% Wachstum in Deutschland in absoluten zahlen ungefähr gleich viel wie 10% Wachstum in China. Anders sieht es natürlich aus, wenn man das (nominale) Pro-Kopf-BIP betrachtet, das in Deutschland ca 20 mal höher ist als in China. 10% Wachstum dieses Indikators in China entsprechen (momentan) absolut also ca. 0.5% Wachstum in Deutschland.
Ich bin mir zwar nicht sicher, was du mit "Wohlstandsverhältnis" meinst, aber ein Verhältnis ist gerade dann konstant, wenn sich die beiden Wert um den gleichen Prozentsatz ändern und nicht wenn der absolute Abstand zwischen ihnen gleich bleibt.
Solche volkswirtschaftlichen Daten in absoluten Zahlen zu vergleichen macht übrigens meistens wenig Sinn...
Liebe Vorkommentatoren,
wann waren Sie das letzte Mal in China, und wie lange? Ich habe den Sommer dort verbracht - geschäftlich, nicht als Tourist - und kann zu dem Verhältnis zwischen China und den "vor Stärke nur so protzenden" USA nur sagen: Bei einem ernsthaften Konflikt zwischen diesen beiden Mächten genügt es, daß die Chinesen ihre Investitionen aus den USA abziehen, und die USA sind ein Fall für "Brot für die Welt".
Sowas sieht man wenn man im Sommer in Shanghai war? Sorry wegen der Polemik aber das ist nunmal schlicht und einfach Unsinn. Die Investitionen Chinas und der USA im jeweils anderen Land sind nur in Friedenszeiten von irgendwelcher Bedeutung. Staaten, namentlich die USA, werden sich im Zweifelsfalle einen feuchten Kehricht darum scheren, wem das Geld im eigenen Lande letztendlich gehört. China ist ein Entwicklungsland mit vielen, vielen unterdrückten Menschen, die viel nutzlosen Kram produzieren, den der dumme Westen selbst viel besser produzieren könnte, diesen aber lieber in China kauft und dereinst an der eigenen Gier verzweifeln wird.
ganz einfach: weil China etwas davon hat. Das vergessen die Machthaber in Peking nicht. Deswegen bleibt alles so wie es ist.
Ein anderes kleines Gedankenspiel: China hat sehr grosse Reserven an US-Dollars. Wer wird wohl am stärksten leiden, wenn das mächtige und gigantische China (Achtung, Ironie) dem Dollar "die Lichter ausdreht"?
Am meisten interessiert den König - Parteiboss - in Peking der Status quo. Alles bleibt wie es ist und er behält seine Macht.
waren die Vereinigten Staaten immer noch sehr schnell bereit, Auslandsvermögen von »Feindnationen« zu beschlagnahmen. Das dürfte dann auch die Frage nach dem Abzug von Investitionen (der ja auch nicht in einer Nacht- und Hebelaktion zu organisieren wäre) erledigen.
Es wäre ja nicht das erste Mal.
Sowas sieht man wenn man im Sommer in Shanghai war? Sorry wegen der Polemik aber das ist nunmal schlicht und einfach Unsinn. Die Investitionen Chinas und der USA im jeweils anderen Land sind nur in Friedenszeiten von irgendwelcher Bedeutung. Staaten, namentlich die USA, werden sich im Zweifelsfalle einen feuchten Kehricht darum scheren, wem das Geld im eigenen Lande letztendlich gehört. China ist ein Entwicklungsland mit vielen, vielen unterdrückten Menschen, die viel nutzlosen Kram produzieren, den der dumme Westen selbst viel besser produzieren könnte, diesen aber lieber in China kauft und dereinst an der eigenen Gier verzweifeln wird.
ganz einfach: weil China etwas davon hat. Das vergessen die Machthaber in Peking nicht. Deswegen bleibt alles so wie es ist.
Ein anderes kleines Gedankenspiel: China hat sehr grosse Reserven an US-Dollars. Wer wird wohl am stärksten leiden, wenn das mächtige und gigantische China (Achtung, Ironie) dem Dollar "die Lichter ausdreht"?
Am meisten interessiert den König - Parteiboss - in Peking der Status quo. Alles bleibt wie es ist und er behält seine Macht.
waren die Vereinigten Staaten immer noch sehr schnell bereit, Auslandsvermögen von »Feindnationen« zu beschlagnahmen. Das dürfte dann auch die Frage nach dem Abzug von Investitionen (der ja auch nicht in einer Nacht- und Hebelaktion zu organisieren wäre) erledigen.
Es wäre ja nicht das erste Mal.
Sowas sieht man wenn man im Sommer in Shanghai war? Sorry wegen der Polemik aber das ist nunmal schlicht und einfach Unsinn. Die Investitionen Chinas und der USA im jeweils anderen Land sind nur in Friedenszeiten von irgendwelcher Bedeutung. Staaten, namentlich die USA, werden sich im Zweifelsfalle einen feuchten Kehricht darum scheren, wem das Geld im eigenen Lande letztendlich gehört. China ist ein Entwicklungsland mit vielen, vielen unterdrückten Menschen, die viel nutzlosen Kram produzieren, den der dumme Westen selbst viel besser produzieren könnte, diesen aber lieber in China kauft und dereinst an der eigenen Gier verzweifeln wird.
ach so ?Hier draengt sich die Frage auf, ja wenn das so waere warum nicht
frisch ans Werk zB in Deutschland und all dies produzieren was in China heute so
entsteht?bitte nachlesen, so stimmt das ueberhaupt nicht. Eklatante Maengel an
korrekter Hintergrundinformation werden deutlich.
Man sieht" ein Mann vor Ort" und das Bild stimmt.Sehr saubere Darstellung
der Fakten und Situation, erfrischend danke.
ach so ?Hier draengt sich die Frage auf, ja wenn das so waere warum nicht
frisch ans Werk zB in Deutschland und all dies produzieren was in China heute so
entsteht?bitte nachlesen, so stimmt das ueberhaupt nicht. Eklatante Maengel an
korrekter Hintergrundinformation werden deutlich.
Man sieht" ein Mann vor Ort" und das Bild stimmt.Sehr saubere Darstellung
der Fakten und Situation, erfrischend danke.
ganz einfach: weil China etwas davon hat. Das vergessen die Machthaber in Peking nicht. Deswegen bleibt alles so wie es ist.
Ein anderes kleines Gedankenspiel: China hat sehr grosse Reserven an US-Dollars. Wer wird wohl am stärksten leiden, wenn das mächtige und gigantische China (Achtung, Ironie) dem Dollar "die Lichter ausdreht"?
Am meisten interessiert den König - Parteiboss - in Peking der Status quo. Alles bleibt wie es ist und er behält seine Macht.
"Aber China wird mit aller Geduld und Härte versuchen, seine Macht auszubauen"
Woher nimmt der Autor diese Behauptung? Nur weil die Chinese ihre gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit mit den USA verstanden und in den letzten Jahren zu nutzen gewusst haben, heisst das doch nicht, dass China einen Konflikt mit den USA sucht. Es hat im Gegenteil verstanden, dass Friede und Handel der beste Weg zu Wohlstand ist, der wiederum unerlässlich als Machtstütze der Partei ist. Der Streit um den Wechselkurs wird sich legen, wenn der Dollar weiter so sinkt und damit unerlässliche Importe aus den asiatischen Nachbarländern und der EU für China irgendwann extrem teuer werden. Bis dahin profitiert Deutschland vom starken Wachstum das China dank eines unterbewerteten Yuan hat.
Und wenn für die Ablösung des Dollars als Leitwährung plädiert wird ist das kein Angriff auf die USA sondern nur vernünftig, möchte man ein stabiles globales Wirtschaftssystem. Dafür ist es natürlich auch unerlässlich, dass die USA ihr Handelsbilanzdefizit und Haushaltsdefizit abbauen.
soll nicht mit Stein werfen.
Wenn es wirklich zu einer Konfortation zwischen China und USA kommt, wird Dollar ins bodenlos fallen. Die Auswirkung der Finanzkrise 2008 ist dagegen nur Peanuts. Die meisten US-Banken werden wahrscheinlich pleit sein, die deutschen Banken werden ohne staatliche Hilfe auch nicht überleben. Eine Commerzbank ist wohl genug. Die Aufträge für deutsche Firmen werden für einigen Jahren ausbleiben. Ist das, was Ihr wollte?
In Deutschland gibt es zwar demokratisches System, aber was haben die Deutschen draus in den letzten 20 Jahren gemacht? Die ehem. DDR ist ein Milliardengrab. Bei so vieler Investition ist ziemlich wenig rausgekommen. Die meisten Deutschen sind einfach nur bequem geworden, klagen auf der hohen Nieveau. Sie glauben immer noch auf eigene Überlegenheit, und suchen immer Ausreden, wenn es mal nicht gut funktioniert. Die hoffen immer drauf, dass China von sich aus kollabiert, und das schon seit 10 Jahren. Das Problem ist, dass die Chinesen auch nicht dumm sind und wissen, was für Probleme im eigenen Lang gibt.
Auf welcher Klippschule haben Sie denn Prozentrechnung gelernt?
Hier mal die IWF Zahlen für das BIP von 2008 (kaufkraftbereinigt)
EU 15,2 Billionen
USA 14,2
China 7,9
Deutschland 2,9
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