Wirtschaftsprognose OECD mahnt Ausstieg aus Konjunkturprogrammen an

Die OECD empfiehlt in ihrem Wirtschaftsausblick, nicht länger Konjunkturprogramme zu fahren. Die Konsolidierung der Finanzen müsse nun im Mittelpunkt stehen.

Der Aufschwung ist mager, aber er ist da. Die OECD will nun die Konjunkturprogramme stoppen

Der Aufschwung ist mager, aber er ist da. Die OECD will nun die Konjunkturprogramme stoppen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat gefordert, die staatlichen Konjunkturprogramme in den Industrieländern zu beenden und stattdessen die Sanierung der Staatsfinanzen vorzubereiten. 

Die OECD stellte in ihrem neuen Wirtschaftsausblick fest, dass die Industrieländer vor allem dank "außerordentlich starker" Konjunkturprogramme aus der schwersten Rezession seit Jahrzehnten herausgekommen seien, auch wenn der Aufschwung nur mäßig sei.

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Doch nach der Konsolidierung des Aufschwungs müsse der Fokus nun auf die Konsolidierung der Finanzen gelegt werden. "Von 2011 an sollten alle OECD-Staaten in der Lage sein, mit dem Abbau der Steuerhilfen zu beginnen." Die nahe Null liegenden Notenbankzinsen seien bis ins zweite Halbjahr 2010 hinein angemessen. Danach müsse die Normalisierung beginnen.

Die OECD nannte es eine "Herausforderung, die Zeit, das Ausmaß und die Modalitäten für die Rücknahme der außergewöhnlichen Staatseingriffe" zu bestimmen. Es blieben hohe Risiken. So könnten die Banken erneut in Schwierigkeiten kommen und die Verbraucher wegen der steigenden Arbeitslosigkeit ihre Ausgaben senken. In diesem Umfeld seien Reformen des Finanzwesens wie die Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen umso wichtiger.

Auch die Bundesbank warnt vor großzügigen Steuergeschenken. Ausgabenerhöhungen und Steuersenkungen ohne Gegenfinanzierung seien ein problematisches Signal, schreibt die Notenbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht.

Allein durch die im Koalitionsvertrag vereinbarten Neuregelungen, die Anfang 2010 in Kraft treten sollen, werde das Haushaltsdefizit um zusätzlich knapp 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) steigen.

Während 2008 noch ein ausgeglichener Haushalt erreicht wurde, werde das Defizit in diesem Jahr voraussichtlich auf leicht über drei Prozent des BIP zunehmen und damit die die Drei- Prozent-Defizitgrenze des EG-Vertrages überschreiten. Für das kommende Jahr rechnet die Notenbank mit einem Defizit auf neuem historischem Höchststand von etwa fünf Prozent.

Dies sei umso prekärer, da für Deutschland bereits ein Defizitverfahren eröffnet wurde. Weitere Ausgabenerhöhungen und Steuersenkungen erschweren den notwendigen Konsolidierungsprozess und damit das Einhalten internationaler Verpflichtungen und der nationalen Schuldenregel.

Für die deutsche Wirtschaft hat die OECD ihre Prognose deutlich angehoben. Im nächsten Jahr werde mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von rund 1,5 Prozent gerechnet. Im Juli war nur ein kleines Plus von 0,2 Prozent erwartet worden.

Wachstumsmotor sei neben den Konjunkturprogrammen die deutsche Exportindustrie, die schnell aus der Krise komme. "Das Schlimmste liegt hinter uns", sagte OECD-Experte Felix Hüfner. 2011 könne Europas größte Volkswirtschaft sogar um knapp zwei Prozent zulegen.   

Den Preis der Finanzkrise müssten viele Arbeitnehmer bezahlen. 2011 werden nach OECD-Einschätzung im Jahresdurchschnitt etwa 4,3 Millionen Menschen ohne Job sein. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent. In diesem Oktober gab es bei einer Quote von 7,7 Prozent, das sind bundesweit rund 3,23 Millionen Arbeitslose.

 
Leser-Kommentare
  1. wir haben es gut gemacht, die Firmen einen Haufen Kapital verloren und gespart, sie können bereits wieder die Kassenschubladen vergrößern... Und der Normalo? htt.//kallewestrich.blogspot.com

    • joG
    • 19.11.2009 um 16:13 Uhr

    ... vor großzügigen Steuergeschenken. "

    Schon wieder ein Beamter, der weiss, dass er von den erhobenen und nicht von den verschenkten Steuern lebt?

    Aber im Ernst. Was die OECD sagt, ist lediglich, man müsse die konjunkturell beschleunigenden und bremsenden Wirkungen staatlicher Aktivität unter dem Strich rechtzeitig in den bremsenden Bereich bewegen. Das bedeutet nicht, dass man die Steuerbelastung nicht jetzt reduzieren kann. Nur wird man halt die Ausgaben stärker zurückführen müssen, wenn die Wirtschaft endlich wieder etwas läuft. Dass das einen Beamten natürlich schmerzen muss ist klar.

  2. Arbeitet man ab jetzt dafür, dass sich Bankmanager, Vertriebs-Fuzzies und sonstige Berufs-Lügner mit dem Leverage "to big to fail" die Taschen voll gestopft haben? Fängt nun das Einkassieren der Bank-Schulden beim Erpressbaren Arbeitnehmer an, der sich nicht dagegen wehren kann, dass ihm die Einkommenssteuer (und Kirchensteuer!) direkt vom Lohn abgezogen werden?

    Sehr geehrter Herr Akkermann: Wo ist denn jetzt der Beitrag Ihrer Bank, um das BESTEHENDE Desaster wieder zu bereinigen? Wieso lässt die Regierung die Diebe und Betrüger sehenden Auges unbehelligt und warum soll es legal sein, die arbeitende Bevölkerung in bislang unbekanntem Ausmaß um die Früchte ihrer Arbeit zu betrügen - während die Finanzterror-Instituten die Milliarden nun mit UNSEREN Bailout-Milliarden zocken gehen und Gewinne einfahren?

    Ich denke es ist an der Zeit, dass alle in Deutschland tätigen Banken zu eine Sonderabgabe "Bankenkrise 2008-2010" i.H. von 20% gezwungen werden müssen, damit die Regierung nicht durch die normative Kraft des Faktischen (und die OECD) gezwungen werden kann, den ohnehin bedenklichen Raubbau an sozialen Errungenschaften weiter zu beteiben.

    DER SYSTEMATISCHE RAUBZUG AM VERMÖGEN EINER BEVÖLKERUNG DARF SICH NICHT LOHNEN!!

    F. Mayer

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    dass man - nachdem die Wirtschaftsw(a)eisen schon überhört wurden - nun an OECD und Bundesbank denkt, wenn diese schwache Mahnungen zum aktuellen Kurs ausgeben. Wenn der Horizont nur bis 2013 reicht, verliert das Schuldenargument an Kraft und die blinde Hoffnung auf Wachstum an Reiz - seltsam ist nur, dass von dem Wachstum wenig bis nichts beim Angestellten ankommen wird, sondern dieser dann rein damit abgespeist wird, dass er ja noch arbeiten darf. Dass in der Krise mit Gehaltsverzicht und dem Kurzarbeitergeld des Staates "gerettet", also ordentlich Malus erzeugt, wurde, daran denkt man ebenfalls ungern.
    Ich stelle hier zusätzlich mal eine schon affektive Moralhürde auf, ja? Das größte Wachstum fand wo statt, auch in der Krise? Genau, Waffenindustrie ... da wuchs man sogar so stark, dass es keine gescheiten Zahlen, Auskünfte oder Stellungnahmen der Regierung dazu gibt. Ich weiß, was Arbeitsplätze sichert (wollte schon "schafft" schreiben, aber so naiv bin ich nicht), ist pauschal gut ... sagen die Damen und Herren dort im Verkauf auch immer.

    dass man - nachdem die Wirtschaftsw(a)eisen schon überhört wurden - nun an OECD und Bundesbank denkt, wenn diese schwache Mahnungen zum aktuellen Kurs ausgeben. Wenn der Horizont nur bis 2013 reicht, verliert das Schuldenargument an Kraft und die blinde Hoffnung auf Wachstum an Reiz - seltsam ist nur, dass von dem Wachstum wenig bis nichts beim Angestellten ankommen wird, sondern dieser dann rein damit abgespeist wird, dass er ja noch arbeiten darf. Dass in der Krise mit Gehaltsverzicht und dem Kurzarbeitergeld des Staates "gerettet", also ordentlich Malus erzeugt, wurde, daran denkt man ebenfalls ungern.
    Ich stelle hier zusätzlich mal eine schon affektive Moralhürde auf, ja? Das größte Wachstum fand wo statt, auch in der Krise? Genau, Waffenindustrie ... da wuchs man sogar so stark, dass es keine gescheiten Zahlen, Auskünfte oder Stellungnahmen der Regierung dazu gibt. Ich weiß, was Arbeitsplätze sichert (wollte schon "schafft" schreiben, aber so naiv bin ich nicht), ist pauschal gut ... sagen die Damen und Herren dort im Verkauf auch immer.

  3. dass man - nachdem die Wirtschaftsw(a)eisen schon überhört wurden - nun an OECD und Bundesbank denkt, wenn diese schwache Mahnungen zum aktuellen Kurs ausgeben. Wenn der Horizont nur bis 2013 reicht, verliert das Schuldenargument an Kraft und die blinde Hoffnung auf Wachstum an Reiz - seltsam ist nur, dass von dem Wachstum wenig bis nichts beim Angestellten ankommen wird, sondern dieser dann rein damit abgespeist wird, dass er ja noch arbeiten darf. Dass in der Krise mit Gehaltsverzicht und dem Kurzarbeitergeld des Staates "gerettet", also ordentlich Malus erzeugt, wurde, daran denkt man ebenfalls ungern.
    Ich stelle hier zusätzlich mal eine schon affektive Moralhürde auf, ja? Das größte Wachstum fand wo statt, auch in der Krise? Genau, Waffenindustrie ... da wuchs man sogar so stark, dass es keine gescheiten Zahlen, Auskünfte oder Stellungnahmen der Regierung dazu gibt. Ich weiß, was Arbeitsplätze sichert (wollte schon "schafft" schreiben, aber so naiv bin ich nicht), ist pauschal gut ... sagen die Damen und Herren dort im Verkauf auch immer.

  4. 5. .....

    Ich setze hier auf unseren Finanzminister. Wie ich ihn einschätze, werden einige Damen und Herren in der Regierung grosse Probleme mit ihm bekommem, besonders Herr Westerwelle.

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