Steuern Schäuble erteilt schneller Steuerreform eine Absage
Finanzminister Wolfgang Schäuble hat sich gegen eine Steuerreform in dieser Legislaturperiode ausgesprochen. Die Parteien müssten sich an den Koalitionsvertrag halten.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht keinen finanziellen Spielraum für eine umfassende Steuerreform in den kommenden vier Jahren. "Am Ende dieser Legislaturperiode werden wir weder einen ausgeglichenen Haushalt noch ein grundlegend neues Einkommensteuersystem haben", sagte Schäuble dem Handelsblatt. Es gehe um begrenzte Korrekturen, sagte er mit Blick auf weitergehende Forderungen der FDP. "Wir werden uns auf das beschränken", was im Koalitionsvertrag stehe.
Er wisse um den Charme des Satzes "einfacher, niedriger, gerechter", sagte der Finanzminister. "Ich weiß aber auch, dass man dieses Ziel nur erreicht, wenn man sich sehr behutsam auf den Weg macht. Moderne Gesellschaften funktionieren nicht auf Knopfdruck", argumentierte Schäuble. Jeder, der sich mit Steuerpolitik auskenne, wisse, dass man Steuerreformen nur machen könne, wenn man hinreichend große Steuerentlastungsspielräume habe.
Der Spielraum für Steuersenkungen sei mit den bereits beschlossenen oder im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen weitgehend erschöpft. "Wir machen zum 1. Januar 2010 eine Steuerreform in der Größenordnung von etwa einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das ist ökonomisch richtig und auch hinsichtlich der Haushaltskonsolidierung vertretbar."
Die neue Bundesregierung will durch Steuersenkungen im Gesamtumfang von 24 Milliarden Euro ab 2011 das Wachstum nach der Rezession ankurbeln. Im Gegenzug hofft sie auf höhere Einnahmen für den Abbau der horrenden Defizite. Die vereinbarte Entlastung sei "die oberste Grenze dessen, was möglich ist", sagte CDU-Fraktionschef Volker Kauder. Es werde sicherlich keine leichte Aufgabe, die Beschlüsse umzusetzen, räumte er ein. "Ich bin aber sicher, dass es Finanzminister Schäuble gelingen wird, die Interessen von Bund und Ländern unter einen Hut zu bringen."
Die geplanten Steuerentlastungen haben vor allem in den Ländern zu Unmut geführt. Sie fürchten Steuermindereinnahmen und Einbrüche in den Haushalten. Mehrere Bundesländer, darunter das CDU-geführte Sachsen-Anhalt, erwägen eine Verfassungsklage gegen die geplanten Steuersenkungen. Die Union siganlisierte im Steuerstreit mit den Ländern Kompromissbereitschaft. "Wir können nur eine Lösung mit den Ländern finden, nicht gegen sie", sagte Kauder im Tagesspiegel vom Sonntag. Ihre Sorgen müssten ernstgenommen werden.
Der hessische FDP-Chef und stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn warnte ebenso wie der FDP-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, vor zu hohen Belastungen der Länder durch Steuersenkungen. "Wir brauchen eine große Steuerreform, aber es kann nicht sein, dass alles zulasten der Länder geht", sagte Hahn dem Tagesspiegel. Er warnte seine Partei davor, die Länder nicht mit einzubeziehen. "Ich habe meinen Amtseid auf die hessische Verfassung abgelegt, damit ist das Land Hessen mein Arbeitgeber und nicht die FDP", sagte Hahn.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer wies die Kritik seiner Amtskollegen auch von der CDU zurück. "Unsere Parteitage haben die Steuersenkungen im Koalitionsvertrag einstimmig gebilligt, darunter Ministerpräsidenten und maßgebliche Ländervertreter der drei Koalitionsparteien", sagte der CSU-Chef der Welt am Sonntag. "Ich denke nicht, dass man wenige Tage danach infrage stellen kann, was man vorher gebilligt hat." Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel habe bewusst eine Reihe von CDU-Ministerpräsidenten mit in die Koalitionsverhandlungen genommen und so die Beschlüsse auf eine breite Basis gestellt.
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte von denen, "die sich jetzt abseilen wollen", die Einhaltung der gemeinsamen Koalitionsziele. Die Vorgängerregierungen hätten versucht, die Staatsfinanzen über Steuererhöhungen zu sanieren. "Das muss ein Ende haben", sagte der FDP-Chef in Saarbrücken.
- Datum 01.11.2009 - 18:51 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 18
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Für ein einfaches System müssen die Steuern nicht sinken. Es wäre doch schon viel gewonnen, wenn einfach nur dieses barocke, kafkaeske, einer Demokratie (Transparenz !) nicht würdige Schrottsystem gegen etwas Klares, Einfaches getauscht wird, das den Bürger oder aktuell wohl besser Finanzamts-Untertanen davon befreit, sich gegenüber dem Staat ständig nackt ausziehen zu müssen.
Schade das die neue Regierung sich gleich am Anfang davon verabschidet, sich etwas anderes wie Durchwursteln in die Agenda zu schreiben.
anscheinend will er sich nicht mit dem komplizierten Finanzsystem und all dien daraus resultierenden Konsequenzen befassen. Da sollte man nicht an einer Reform basteln. Schließlich kann man innerhalb von vier Jahren nichts auf die Beine stellen, bei dem handwerkliche Fehler auszuschließen sind. Außerdem braucht man da ein dickes Polster.
Ganz anders bei Grungesetzänderungen für die Sicherheit. Bundeswehr im Inneren? Warum nicht. Stoppschilder und Vorratsdatenspeicherung? Tut keinem weh, Anschlag verhindern, Kind retten! Machen wir! Und überhaupt: Dieses Grundgesetz ist viel zu starr.
Wenns ums Geld geht ist das natürlich was anderes.
Echauffierte Grüße,
Sphinxfutter
Unsere Angie hat schon gewusst, warum sie ihn zum Finanzminister macht und keinen anderen. Er war der große Techniker der deutschen Einheit - "Schäuble" und "Einheitsvertrag" sind fast schon Synonyma. Er weiß am besten von allen Beteiligten, was ein Koalitionsvertrag leisten kann und was nicht. Westerwelle, selber Rechtsanwalt, müsste immerhin wissen, dass das, was er versprochen hat, nicht zu halten ist, aber er haut trotzdem weiter auf die Klötze. Die meisten, die über den Koalitionsvertrag reden, haben ihn nicht gelesen. Also, ran an die Arbeit, Leute, Brille aufsetzen! Und passen Sie gut auf den Wortlaut auf: Manchmal heißt es "wir werden", oft aber nur "wir wollen". Nur hoffnungslos unbeliebte Populisten wie Seehofer maulen dagegen an, dass ein Koalitionsvertrag weder das Grundgesetz aushebeln noch die erforderlichen Zustimmungen der Bundesländer erzwingen kann. Ob Westerwelle die Kurve zur Realität noch schafft, ist ungewiss. Dazu müsste er nämlich erst einmal den Fuß vom Gaspedal nehmen.
Ein durschschnittlicher Hauptschüler wird doch wohl noch in der Lage sein, vier Seiten einer Einkommensteuererklärung ausfüllen zu können.
Wenn das nicht reicht, Onkel Konz kaufen, kann man auch noch von der Steuer absetzen, sogar die Fahrt zur Buchhandlung!! Wer Lesen kann, ist im Vorteil!!!! Da brauch ich keinen Bierdeckel und keinen Kirchhoff!!!!!
Mit Ihrem Beitrag beweisen Sie, daß Sie weder Ahnung von Hauptschulen noch vom Deutschen Steuersystem haben. Hauptschüler füllen heutzutage meist keine Einkommensteuerformulare mehr aus sondern bestenfalls Anträge auf Lohnssteuer Jahresausgleich, ( entfernt: Bitte verzichten Sie auf herabwürdigende Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ). Sie meinen offensichtlich ein gutes Steuersystem sei ein solches in dem die Bürger dicke Wälzer von Herrn Konz auswendig lernen müssen, Ihre Freizeit mit dem Sammeln von geschummelten Belegen, dem investieren Ihres Spargroschen in Schiffsbeteiligungen oder Steuersparwohung, die Ihnen von windigen Beratern oder Ihrer lieben Hausbank angedreht werden zu verbringen. Ich finde das völlig pervers und das Gegenteil von gerecht. Dieses System gehört dringend und grundlegend reformiert, davon verspreche ich mir gar nicht, daß ich weniger bezahle, aber ich möchte endlich das ungute Gefühl loswerden, daß ich der Vollidiot der Nation bin, weil ich keine Schiffsanleihen habe und mir auch keine Fachzeitschriftenrechnung für meine Kippen am Kiosk ausstellen lasse.
Mit Ihrem Beitrag beweisen Sie, daß Sie weder Ahnung von Hauptschulen noch vom Deutschen Steuersystem haben. Hauptschüler füllen heutzutage meist keine Einkommensteuerformulare mehr aus sondern bestenfalls Anträge auf Lohnssteuer Jahresausgleich, ( entfernt: Bitte verzichten Sie auf herabwürdigende Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ). Sie meinen offensichtlich ein gutes Steuersystem sei ein solches in dem die Bürger dicke Wälzer von Herrn Konz auswendig lernen müssen, Ihre Freizeit mit dem Sammeln von geschummelten Belegen, dem investieren Ihres Spargroschen in Schiffsbeteiligungen oder Steuersparwohung, die Ihnen von windigen Beratern oder Ihrer lieben Hausbank angedreht werden zu verbringen. Ich finde das völlig pervers und das Gegenteil von gerecht. Dieses System gehört dringend und grundlegend reformiert, davon verspreche ich mir gar nicht, daß ich weniger bezahle, aber ich möchte endlich das ungute Gefühl loswerden, daß ich der Vollidiot der Nation bin, weil ich keine Schiffsanleihen habe und mir auch keine Fachzeitschriftenrechnung für meine Kippen am Kiosk ausstellen lasse.
Einfach das Ding: Entweder wird der Koalitionsvertrag eingehalten oder die Koalition wird aufgelöst-, mit anschließenden Neuwahlen. Die CDU sollte den Weg der SPD gehen und die FDP ihren Platz einnehmen. Genug des linkisch-linken Machtgehabe in dieser Krummenrepublik!
Mit Ihrem Beitrag beweisen Sie, daß Sie weder Ahnung von Hauptschulen noch vom Deutschen Steuersystem haben. Hauptschüler füllen heutzutage meist keine Einkommensteuerformulare mehr aus sondern bestenfalls Anträge auf Lohnssteuer Jahresausgleich, ( entfernt: Bitte verzichten Sie auf herabwürdigende Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ). Sie meinen offensichtlich ein gutes Steuersystem sei ein solches in dem die Bürger dicke Wälzer von Herrn Konz auswendig lernen müssen, Ihre Freizeit mit dem Sammeln von geschummelten Belegen, dem investieren Ihres Spargroschen in Schiffsbeteiligungen oder Steuersparwohung, die Ihnen von windigen Beratern oder Ihrer lieben Hausbank angedreht werden zu verbringen. Ich finde das völlig pervers und das Gegenteil von gerecht. Dieses System gehört dringend und grundlegend reformiert, davon verspreche ich mir gar nicht, daß ich weniger bezahle, aber ich möchte endlich das ungute Gefühl loswerden, daß ich der Vollidiot der Nation bin, weil ich keine Schiffsanleihen habe und mir auch keine Fachzeitschriftenrechnung für meine Kippen am Kiosk ausstellen lasse.
Wenn schon keine Steuerreform, wie wärs denn mal mit Sparen:
Rechnungshof verstärken! Ausgaben überprüfen! Ein paar alte Zöpfe abhacken!
Und die staatlichen Ausgaben mal aus der Sicht eines Hartz 4 Empfängers beleuchten!
Wetten das da einige Milliarden zusammenkommen, die man sinnvoll in Bildung investieren könnte?
Ich stimme useuro zu. Obwohl ich nicht Fan dieser Koalition bin, weil ich glaube, dass die letztere uns besser und eher aus der Krise geführt hätte, so finde ich die Entscheidung Wolfgang Schäuble als Finanzminister zu benennen, die klügste überhaupt. Er allein ist in der Lage und ich denke, dass Frau Merkel das auch so bedacht hat, alle wahnwitzigen Steuerpläne der FDP im Keim zu ersticken. Er hat die Fähigkeit zum Blocken und wird es auch tun. Man mag ihm ja einiges vorwerfen wollen, aber dumm oder verantwortungslos ist er in keinem Fall. Wir können und werden noch heil froh sein, dass es ein Schäuble ist, der momentan auf UNSER Geld aufpasst. Gut gemacht, Frau Merkel.
die kl
...war das Satire?
Mit der Hoffnung, dass er bei den "Großen" nicht wegschaut, stimme ich Ihnen zu.
die kl
...war das Satire?
Mit der Hoffnung, dass er bei den "Großen" nicht wegschaut, stimme ich Ihnen zu.
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