Skandal um manipulierte Spiele Deutschlands Wettschuld
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"Ein nationales Monopol im Internet-Zeitalter bringt wenig"

Weil die Monopolgewinne nicht mehr sprudeln, versuchen die ersten Bundesländer, das gerade noch zementierte Wettmonopol zu beerdigen. Die neue schleswig-holsteinische Landesregierung hat bereits angekündigt, den Staatsvertrag 2011 auslaufen zu lassen. Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schwenkt um und plädiert nun für die Beteiligung privater Wettanbieter unter strengen Auflagen. Deutsche Verwaltungsgerichte haben privaten Anbietern ohnehin schon in manchen Bundesländern Recht gegeben.

Manche Ökonomen finden, dass man in einem liberalisierten Markt die Anbieter besser kontrollieren kann. "Ein nationales Monopol im Internet-Zeitalter bringt wenig", sagt Luca Rebeggiani, der für die Leibniz Universität Hannover über Sportwetten forscht. "Man kann in Deutschland machen, was man will – es handelt sich letztlich um einen globalen Markt." Der Ökonom schlägt einen Kompromiss vor: Private Wettanbieter werden zugelassen, aber streng reguliert und überwacht.

Oddset will eine solche Lösung verhindern. Unternehmenschef Erwin Horak sagt trotz des Wettskandals: “Die Entscheidung der Bundesländer für ein ausschließlich staatliches Sportwettenangebot von Oddset ist eine richtige und wichtige Entscheidung gewesen, um kriminelle Machenschaften einzudämmen, die den Sport korrumpieren.“ Er will dem "illegalen Treiben" im Internet "Einhalt gebieten".

Andere europäische Staaten haben jedoch ihre Märkte schon geöffnet. Das veränderte Kundenverhalten ließ ihnen keine Wahl. Denn auf eines weisen alle Experten hin: Wer wetten will, der findet einen Weg.

 
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