Sinkende Steuereinnahmen und höhere Ausgaben haben das Defizit in den Staatskassen vergrößert: In den ersten neun Monaten ist der Fehlbetrag in den Kernhaushalten von Bund und Ländern auf insgesamt 54,9 Milliarden Euro angewachsen. Vor einem Jahr lag das Minus noch bei 20,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Das Gesamtdefizit des Staates ist indes noch deutlich höher: Die Kosten für den Bankenrettungsfonds tauchen in dieser Statistik ebenso wenig auf wie die des Investitions- und Tilgungsfonds, mit dem die milliardenschweren Konjunkturprogramme finanziert werden. Diese Daten liegen erst am Jahresende vor.

Die Einnahmen der 16 Bundesländer fielen um 6,5 Prozent auf 190,1 Milliarden Euro. "Der Rückgang resultierte überwiegend aus deutlich niedrigeren Einnahmen bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer", sagte ein Statistiker. Gleichzeitig legten die Ausgaben um 6,4 Prozent auf 211,8 Milliarden Euro zu. Wesentliche Ursache waren hier die Finanzspritzen des Freistaates Bayern für die angeschlagene Bayerische Landesbank in Höhe von zehn Milliarden Euro. Insgesamt summierte sich das Defizit der Länder auf 21,6 Milliarden Euro – vor einem Jahr hatten sie noch einen Überschuss von 4,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der Bund verbuchte einen Anstieg des Fehlbetrages um 8,8 auf 33,3 Milliarden Euro. Die Einnahmen sanken wegen des geringeren Aufkommens aus der Einkommen- und Körperschaftsteuer um 1,7 Prozent auf 205,6 Milliarden Euro. Die Ausgaben kletterten um 2,3 Prozent auf 239 Milliarden Euro. Die Wiesbadener Statistiker nannten die Finanzierungslücken von Bund und Ländern "beträchtlich".