Steuerrecht Delaware führt Hitliste der Steuerparadiese an

2,6 Billionen Dollar haben Ausländer in den USA angelegt, um Steuern zu sparen. Besonders beliebt ist Delaware. Die Schweiz folgt erst an Platz drei

Das größtes Steuerparadies auf Erden: Die Schweiz? Luxemburg? Oder doch die Cayman-Inseln? Keineswegs - so die Einschätzung einer in Großbritannien ansässigen Steuerrechtsgruppe. Vielmehr führe einer der kleinsten amerikanischen Bundesstaat Delaware die Hitliste der beliebtesten Steueroasen an, schreibt das "Netzwerk für Steuergerechtigkeit".

Der Bundesstaat an der amerikanischen Ostküste schneidet bei einem Vergleich von Gesetzen, Rechtssprechung und Einlagenzufluss in 60 Gerichtsbarkeiten als größtes Steuerparadies ab - gefolgt von Luxemburg, der Schweiz, den Cayman-Inseln und Großbritannien.

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In den USA haben, so belegt die Untersuchung, 2007 Ausländer und nicht in Amerika ansässige Unternehmen insgesamt 2,6 Billionen Dollar angelegt - vor allem in Delaware. 2001 war es noch rund eine Billion Dollar.
"Während die USA die Schweizer Banken lauthals an den Pranger gestellt haben, gehen sie mit ausländischen Konteninhabern ganz genauso um", sagte die Direktorin des Netzwerks, Sarah Lewis. Im viel beachteten Steuerstreit zwischen den USA und der Schweiz um die Herausgabe von Kundendaten der UBS hatten sich die beteiligten Parteien im August auf einen Vergleich geeinigt.

Delaware sei als Finanzzentrum attraktiv, weil dort außerhalb des Bundesstaates erzielte Gewinne nicht versteuert werden müssten. Auch müssten Unternehmen nicht tatsächlich vor Ort ansässig sein, sagte Lewis weiter. Das "Netzwerk für Steuergerechtigkeit" hat für die Studie den Stellenwert des Bankgeheimnisses sowie den Umfang von Offshore-Bankgeschäften untersucht. Auch wurde geprüft, wie kooperativ die Behörden bei der Offenlegung von Finanzinformationen sind.

 
Leser-Kommentare
  1. hat man, zumindest hier in Deutschland, manchmal den Eindruck. So etwas simples - dafür braucht es extra ein Netzwerk für Steuergerechtigkeit.
    Ja gut, diese Zeitung ist zwar jede Woche sehr dick, das wirklich Wichtige, wie die Ursache der Finanzkrise, kommt aber auch hier meist erst hinterher vor...

  2. Mit einem BIP von 14 Billionen ist die US-Volkswirtschaft heute immer noch größer als Nr.2, 3 und 4 (Japan, China, Deutschland) zusammen genommen. Wer Geld hat, legt es halt an, wo es sicher ist. Um das auszuknobeln, bedarf es keines deutschen Steuergerechtigkeitsnetzwerks.

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    Sonst würden sich diese Geldanlagen doch wohl über die USA verteilen - oder...? Finden Sie diese Bedingungen nun aber einer führenden westlichen Demokratie angemessen? Sollen wir die Schweiz und Lichtenstein deshalb vielleicht loben, diesen gar nacheifern?!?

    Sonst würden sich diese Geldanlagen doch wohl über die USA verteilen - oder...? Finden Sie diese Bedingungen nun aber einer führenden westlichen Demokratie angemessen? Sollen wir die Schweiz und Lichtenstein deshalb vielleicht loben, diesen gar nacheifern?!?

  3. Sonst würden sich diese Geldanlagen doch wohl über die USA verteilen - oder...? Finden Sie diese Bedingungen nun aber einer führenden westlichen Demokratie angemessen? Sollen wir die Schweiz und Lichtenstein deshalb vielleicht loben, diesen gar nacheifern?!?

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    Weshalb sollen andere Länder nicht auch das System der Schweiz oder Lichtenstein kopieren? Würde eigentlich ganz gut zur EU mit ihrem Datenschutzfimmel passen. Schliesslich ist das Bankgeheimnis nichts anderes als ein Ausdruck davon, dass der Staat nicht alles wissen muss. Es geht den Staat schlicht nichts an, was auf den Kontoauszügen der Leute steht. Jeder Bürger entscheidet selbst, was er dem Staat preis gibt. Wer nichts angibt, zahlt 35% Verrechnungssteuer auf seine Zinserträge. Es ist demnach also nicht so, dass man gar keine Steuern zahlen würde mit einem Bankgeheimnis. In manchen EU-Ländern hat man den Eindruck, das Volk wird als nichts anderes als eine Horde Steuerzahler gesehen. So gesehen ist das Bankgeheimnis auch ein Ausdruck davon, dass die Leute in Lichtenstein, Schweiz, Österreich etc. von ihren Regierungen als freie Bürger betrachtet werden und nicht als dummes Melkvieh.
    Die Bürger von Ländern, die keine Steuerparadiese sind, können den sog. Steuerparadiesen sogar dankbar sein. Wenn es nämlich keinen Steuerwettbewerb zwischen den Ländern geben würde, wären die Steuern in den Ländern, die jetzt schon zu den Hochsteuerländern gehören, noch höher. Tiefe Steuern sind oftmals ein Ausdruck davon, dass der Staat seinen Haushalt im Griff hat. Es ist darum nicht verwunderlich, wenn die Rufe nach Beseitigung der sog. Steuerparadiese immer ausgerechnet aus den Ländern kommt, deren Staatshaushalt aus dem Ruder läuft.

    Weshalb sollen andere Länder nicht auch das System der Schweiz oder Lichtenstein kopieren? Würde eigentlich ganz gut zur EU mit ihrem Datenschutzfimmel passen. Schliesslich ist das Bankgeheimnis nichts anderes als ein Ausdruck davon, dass der Staat nicht alles wissen muss. Es geht den Staat schlicht nichts an, was auf den Kontoauszügen der Leute steht. Jeder Bürger entscheidet selbst, was er dem Staat preis gibt. Wer nichts angibt, zahlt 35% Verrechnungssteuer auf seine Zinserträge. Es ist demnach also nicht so, dass man gar keine Steuern zahlen würde mit einem Bankgeheimnis. In manchen EU-Ländern hat man den Eindruck, das Volk wird als nichts anderes als eine Horde Steuerzahler gesehen. So gesehen ist das Bankgeheimnis auch ein Ausdruck davon, dass die Leute in Lichtenstein, Schweiz, Österreich etc. von ihren Regierungen als freie Bürger betrachtet werden und nicht als dummes Melkvieh.
    Die Bürger von Ländern, die keine Steuerparadiese sind, können den sog. Steuerparadiesen sogar dankbar sein. Wenn es nämlich keinen Steuerwettbewerb zwischen den Ländern geben würde, wären die Steuern in den Ländern, die jetzt schon zu den Hochsteuerländern gehören, noch höher. Tiefe Steuern sind oftmals ein Ausdruck davon, dass der Staat seinen Haushalt im Griff hat. Es ist darum nicht verwunderlich, wenn die Rufe nach Beseitigung der sog. Steuerparadiese immer ausgerechnet aus den Ländern kommt, deren Staatshaushalt aus dem Ruder läuft.

  4. Weshalb sollen andere Länder nicht auch das System der Schweiz oder Lichtenstein kopieren? Würde eigentlich ganz gut zur EU mit ihrem Datenschutzfimmel passen. Schliesslich ist das Bankgeheimnis nichts anderes als ein Ausdruck davon, dass der Staat nicht alles wissen muss. Es geht den Staat schlicht nichts an, was auf den Kontoauszügen der Leute steht. Jeder Bürger entscheidet selbst, was er dem Staat preis gibt. Wer nichts angibt, zahlt 35% Verrechnungssteuer auf seine Zinserträge. Es ist demnach also nicht so, dass man gar keine Steuern zahlen würde mit einem Bankgeheimnis. In manchen EU-Ländern hat man den Eindruck, das Volk wird als nichts anderes als eine Horde Steuerzahler gesehen. So gesehen ist das Bankgeheimnis auch ein Ausdruck davon, dass die Leute in Lichtenstein, Schweiz, Österreich etc. von ihren Regierungen als freie Bürger betrachtet werden und nicht als dummes Melkvieh.
    Die Bürger von Ländern, die keine Steuerparadiese sind, können den sog. Steuerparadiesen sogar dankbar sein. Wenn es nämlich keinen Steuerwettbewerb zwischen den Ländern geben würde, wären die Steuern in den Ländern, die jetzt schon zu den Hochsteuerländern gehören, noch höher. Tiefe Steuern sind oftmals ein Ausdruck davon, dass der Staat seinen Haushalt im Griff hat. Es ist darum nicht verwunderlich, wenn die Rufe nach Beseitigung der sog. Steuerparadiese immer ausgerechnet aus den Ländern kommt, deren Staatshaushalt aus dem Ruder läuft.

  5. der Staat muss auch von mit aus nicht wissen, wem ein Konto gehört, auch Bankangehörige müssen das nicht wissen. Der Staat soll sich nur darum kümmeren, dass alle ihr Geld redlich verdienen. Die hauptsächliche Bedingung die mir nicht gefällt ist hier, dass man nicht in diesem Staat den Hauptsitz seiner Firma haben muss, sich aber dort versteuern kann. Die Gelder von Firmen werden vor Ort mit den dort herrschenden Bedingungen verdient, und der Ort sollte das Recht haben, einen Teil der so erwirtschafteten Gelder dann auch sich so zurückzuholen, um sich attraktiv zu holen. Hier ernähren sich doch Manche auf Kosten anderer, nur weil sie Steuern auf Leistungen erheben, bzw. relativ erlassen, zu denen Sie rein gar nichts beigetragen haben. Die USA selbst, glaub ich, erlauben es eigenen Staatsbürgern nicht, sich an ihrem Wohnort zu versteuern. Das ist doch wohl inkonsequent, wie dann ja auch der Kritik am Schweizer Bankgeheimnis - oder?

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