Energie Vattenfall will Stromnetz verkaufen

Erstmals trennt sich in Deutschland einer der großen Energieversorger von seinem überregionalen Stromnetz. Eine Gruppe rund um die Deutsche Bank könnte es kaufen.

Zu teuer: Vattenfall müsste Millionen in den Ausbau seines Stromnetzes investieren, um Offshore-Windparks in der Ostsee anzuschließen. Ein Verkauf ist offenbar attraktiver

Zu teuer: Vattenfall müsste Millionen in den Ausbau seines Stromnetzes investieren, um Offshore-Windparks in der Ostsee anzuschließen. Ein Verkauf ist offenbar attraktiver

"Die größten Hürden sind ausgeräumt", sagte eine mit den Plänen vertraute Person. Der Kaufpreis betrage rund 500 Millionen Euro. Das liegt deutlich unter der Summe, die zu Beginn des vor mehr als einem Jahr gestarteten Prozesses im Gespräch war. Zahlreiche Bieter waren abgesprungen, weil sie in der Finanzkrise nicht das Geld für einen Kauf auftreiben konnten.

Die Investoren wollen die Transaktion nun offenbar mit Eigenkapital stemmen. Lediglich für die Folge-Investitionen in das Netz des viertgrößten deutschen Versorgers seien in größerem Stil Kredite nötig. Die Fonds reizen an den Stromautobahnen die stetigen Einnahmen, die keine sehr hohen, aber dafür kalkulierbare Renditen versprechen. Verbraucherschützer erhoffen sich durch eine Abtrennung mehr Wettbewerb und damit niedrigere Preise.

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Ein Vattenfall-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Er betonte lediglich, dass der Verkauf noch dieses Jahr abgeschlossen werden solle. Das deutsche Netz von Vattenfall hat eine Länge von 9500 Kilometern und ist damit kleiner als das ebenfalls zum Verkauf stehende 10.600 Kilometer lange Netz von E.on. Daneben verfügen in Deutschland die Energiekonzerne und EnBW über Höchstspannungsnetze. Sie wollen diese aber nicht verkaufen und unterstützen auch nicht die von der neuen Regierung verfolgten Idee einer deutschen Netz AG, in die alle Betreiber ihre Netze einbringen könnten.

Auf Vattenfall und E.on kommen in den nächsten Jahren riesige Investitionen zu, weil ihre Netzgebiete an der Nord- beziehungsweise Ostsee liegen und sie wegen des geplanten Ausbaus der Windkraft hohe Summen in den Ausbau und den Anschluss der Parks investieren müssen, wie der Tagesspiegel berichtet.

 
Leser-Kommentare
  1. beim Konsortium aus Goldman Sachs, Allianz und Deutscher Bank.

    Ich wünsche mir ja vieles, aber Goldman Sachs, Deutsche Bank & co. haben nach meiner Meinung bei deutschen Infrastrukturen der staatlichen Daseinsfürsorge absolut nichts zu suchen.

    Der Ausverkauf über Privatisierung in Deutschland geht also fröhlich weiter. Gebühren werden mit Sicherheit in alter Höhe von rund 8 Cent/kwh kassiert (wo 2 Cent reichen würden) und investiert wird mit Sicherheit ebensowenig wie von den früheren "Besitzern" der zumeist mit Steuergeldern finanzierten Stromwege.

    Solche grundlegenden Infrastrukturen gehören in staatliche Hände, aber niemals in Privatbesitz, wo es nur ums abkassieren geht, aber die schon lange abgeschriebenen Strukturen weiter verlottert werden, bis gar nichts mehr geht und der Staat dann wieder teuer eingreifen muss.

    US-Investoren kaufen heuschreckenartig weltweit mit ihren Dollars alles mögliche auf, was nach einem möglichen Währungscrash wertstabil bleibt und weiterhin förmlich zur Monopolbildung mit entsprechender Preisbildung einlädt.

  2. Auf Vattenfall und E.on kommen in den nächsten Jahren riesige Investitionen zu, weil ihre Netzgebiete an der Nord- beziehungsweise Ostsee liegen und sie wegen des geplanten Ausbaus der Windkraft hohe Summen in den Ausbau und den Anschluss der Parks investieren müssen, wie der Tagesspiegel berichtet

    Laut einer Studie würde ein Netzentgelt von gut 2 Cent/kwh vollauf reichen - was ausserhalb Deutschlands auch klappt. Nur in Deutschland wird der Bürger mit 8 Cent/kwh Netzgebühr abgezockt.

    Die Studie berichtet weiter, das ca. 18 Mrd. über Netzgebühren eingenommen werden jährlich, aber nur 4 Mrd. reinvestiert. Die so abgezockte Differenz teilen sich dann Vorstände und Aktionäre.

    Die ach so schlimmen Investitionen sind also nur Scheinargumente und Nebelkerzen zur Volksverdummung.

    Man erinnere sich bitte auch an RWE, wo seit über 50 Jahren bekannt ist, das die Masten spätestens bei Kälte so spröde sind, das sie einknicken. Aber nichts geschieht.

  3. ... bzw. deren Höhe sind nicht die Konzerne zuständig, auch wenn diese immer nur lauthalt "MEHR!" brüllen.

    Es ist letztlich der Staat, der die Höhe dieser Gebühren genehmigt - und den Konzernen so das ein oder andere versteckte Geschenk machen oder verweigern kann.

    Außerdem war die Entflechtung von Stromerzeuger - und Stromverteiler längstens nötig!

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