Erwartungen an den Welternährungsgipfel
Frage:Wird der Welternährungsgipfel, auf dem vom kommenden Montag bis Mittwoch in Rom Regierungsvertreter zahlreicher Länder über die Ernährungslage beraten, daran etwas ändern?

Die Dürre lässt das Land zu Staub werden. Klicken Sie auf das Bild, um die Fotostrecke zu öffnen!
Wiggerthale: Ich fürchte nicht. In der Abschlusserklärung findet man wieder nur die alten Rezepte. Wir brauchen ein politisches Umdenken und eine neue Welternährungsarchitektur, konkrete Zeit- und Aktionspläne und ein starkes, durchsetzungsfähiges Welternährungskomitee, das überprüft, ob die Versprechen eingehalten werden. Die Entwicklungsländer müssen mit am Tisch sitzen, und zwar auch Vertreter der Bauern, der Gewerkschaften und der Menschenrechtsorganisationen. Es muss eine ständige Rückkoppelung geben, ob Förderinstrumente wirken oder nicht. Bisher haben Weltbank und IWF stark das Sagen. Das muss sich ändern. Die Organisationen, die sich um Armuts- und Hungerbekämpfung kümmern, müssen ein stärkeres Gewicht bekommen.
Frage: Würde ein neues Welthandelsabkommen, über das derzeit im Rahmen der Doha-Runde verhandelt wird, den Entwicklungsländern helfen?
Wiggerthale: Im Gegenteil: Die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, würden die Lage der Entwicklungsländer noch verschärfen. Sie müssten ihre Märkte öffnen und hätten kaum Möglichkeiten, sich mit Schutzzöllen vor Billigexporten aus den Industrieländern zu schützen. Doha wäre eine Katastrophe für die armen Länder.
Marita Wiggerthale (44) ist auf dem Bauernhof ihrer Eltern im Emsland aufgewachsen. Nach ihrem Politikstudium wurde sie Generalsekretärin der Internationalen Katholischen Landjugend, danach leitete sie die Handelsabteilung von Germanwatch. Seit 2005 kümmert sich Wiggerthale bei der Hilfsorganisation Oxfam um Handel und Welternährung. Das Interview führte Heike Jahberg
Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 13.11.2009
Die FAO hat eine Online-Petition gestartet, um gegen die wachsende Zahl der Hungernden in der Welt zu protestieren. Wer unterzeichnen möchte, findet sie hier.
- Datum 13.11.2009 - 11:24 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Wenn man nur mehr Dünger auf die Böden wirft, geht das ein, zwei Jahre gut, und dann ist die Erde ausgelaugt.
Es sind solche Antworten, die mich am "Expertentum" der Dame zweifeln lassen. Es ist ja nicht nur die Pflanze in reiner Hydrokultur, die solche Aussagen Lügen straft. Unsere eigenen Äcker müssten danach schon seit Jahrzehnten "ausgelaugt" sein.
Dazu noch der Link, der dieser Aussage hinterlegt ist: Ein Artikel, den ich mit den Worten kommentiert hatte "Politikerantworten aus dem Gruselkabinett".
Herzlichst Crest
Frau Wiggerthale erzählt hier mit absicht Märchen um politische Interessen durchzusetzen. Das beginnt mit der Aufzählung der Gründe für gestiegene Nahrungsmittelpreise. Schuld daran ist ausschließlich die durchgeknallte Politik der EU zum Klimaschutz. Seitdem die USA (nachdem wir es ihnen oft genug gesagt haben) auch noch Biosprit herstellt sind definitiv zu wenig Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt. Frau Wiggerthale beschreibt nur die Realtion zwischen Angebot und Nachfrage.
Die Landnahme durch große Länder/Konzerne ist nicht in Ordnung. Die Frage ist nur, wer baut momentan Getreide im großen Stil in Äthiopien (früher mal eine der Kornkammern Afrikas) an ? Hier herscht wohl ein "Beratungsdeffizit" das gerade von solchen Organisationen wie Oxfam beseitigt werden sollte. Frau Wiggerthale schreibt ja selbt, würden die Kleinbauern besser Beraten, wäre alles besser. Die Sache mit dem Stickstoffdünger und Brasilien ist dann der Oberhammer. Wir schwimmen hier im Dünger und wissen nicht wohin. Wird er wohldosiert eingesetzt kann man viele viele Jahre lang ein Feld bestellen. Und für Brasilien gilt: Die Hälfte des Benzinverbrauchs kommt aus selbst angebautem Biosprit. Da bleibt nicht viel Soja für Tierfutter in den Industrieländern übrig. (Und immer daran denken: Letztendlich hat die EU und UNO in den 90gern Brasilien dazu gedrängt Biosprit zu nutzen.)
Dass Frau W denkt, Oxfam könnte besser mit Geld umgehen als die Geldgeber, möchte ich nicht beurteilen, ist aber wohl selbstredend.
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