Nach dem Einbruch in diesem Jahr sehen sich die Exporteure wieder als Zugpferd der deutschen Wirtschaft. "Der Außenhandel wird sich 2010 als Konjunkturmotor erweisen", sagte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Anton Börner, am Mittwoch. "Die Exporte werden um bis zu zehn Prozent steigen können, angetrieben insbesondere von der Nachfrage aus Asien." Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sagt der Exportindustrie eine Erholung voraus. "Im nächsten Jahr dürfte sie von der Belebung des Welthandels profitieren", sagte er dem Handelsblatt.

Für das Jahr 2009 rechnet Börner allerdings noch mit einem Rückgang der Warenexporte um insgesamt 18 Prozent. Das wäre das größte Minus der Nachkriegszeit. Es werde "noch mindestens bis 2012 dauern, bis die deutsche Außenwirtschaft die jüngsten Einbrüche wettmachen und wieder zu alter Stärke auflaufen kann". Die Finanzkrise sei noch immer nicht vollständig überwunden.

Trotz des starken Einbruchs sieht der BGA noch Chancen, dass sich Deutschland 2009 das siebte Jahr in Folge mit dem Titel Exportweltmeister schmücken und China noch einmal auf Platz zwei verweisen kann. "Die Exporte beider Länder dürften im laufenden Jahr um jeweils gut 18 Prozent gesunken sein, sodass am Ende der Dollarkurs den Ausschlag geben wird." Je stärker der Euro, desto höher ist rein rechnerisch der Wert der deutschen Ausfuhren, der für den internationalen Vergleich in Dollar berechnet wird.

China sei aber nicht nur der größte Konkurrent, sondern auch der dynamischste Kunde. "Mit seinem Nachholbedarf bei Infrastruktur, Maschinen und grünen Technologien bietet China auf viele Jahre hinaus gute Exportchancen", sagte Börner. Das treffe auch auf andere großen Schwellenländer wie Indien, Brasilien und Russland zu.