Der künftige Hauptstadtflughafen in Schönefeld bei Berlin wird nach dem früheren Bundeskanzler und SPD-Vorsitzenden Willy Brandt benannt. Dies beschloss der Aufsichtsrat, wie die Flughafengesellschaft mitteilte. Offiziell soll der Airport nach seiner Eröffnung aber unter dem Namen Flughafen Berlin Brandenburg firmieren. Für die internationale Vermarktung wird der Name Berlin Brandenburg Airport eingeführt.

Mit dieser Entscheidung ehre der Aufsichtsrat eine herausragende, weltweit geachtete Persönlichkeit, erklärten die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck. "Mit seinem politischen Lebenswerk als Regierender Bürgermeister von Berlin, Bundesaußenminister und Bundeskanzler hat er lange Jahre das Bild der Bundesrepublik in der Welt geprägt", begründeten der Aufsichtsratsvorsitzende Wowereit und sein Stellvertreter Platzeck die Entscheidung.

Die Namensgebung des künftigen Großflughafens geht auf den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck zurück, der dies im Jahr 2004 vorgeschlagen hatte. Brandt war von 1969 bis 1974 Kanzler und zuvor von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin. Er verstarb 1992.

Der neue Großflughafen, der auf dem Gelände des bisherigen Flughafens Schönefeld an der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg entsteht, soll Ende Oktober 2011 den Betrieb aufnehmen. Im Jahr 2012 soll dann der bisherige Berliner Hauptflughafen Tegel geschlossen werden und der Willy-Brandt-Flughafen der einzige Airport der Hauptstadt werden. Bislang ist nur ein großer Verkehrsflughafen in Deutschland nach einem früheren Politiker benannt. Der Münchner Airport trägt den Namen des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.