Tag der Menschenrechte "Die Opfer des Klimawandels müssten vor Gericht klagen können"Seite 2/2
ZEIT ONLINE: Was folgt daraus für die aktuellen Klimaschutz-Verhandlungen in Kopenhagen?
Rathgeber: Im dem Abschlussprotokoll muss meiner Meinung nach unbedingt das Recht der Entwicklungsländer auftauchen, für einen begrenzten Zeitraum mehr Treibhausgase emittieren zu dürfen, um menschenrechtliche Standards umsetzen zu können – und im Gegenzug müssen die Industrienationen ihre entsprechend reduzieren. Nur so können die ärmeren Länder dieser Welt ihren Menschen einen sozialen Mindeststandard und damit ein angemessenes Leben gewährleisten. Würde man Simbabwe auferlegen, keine weiteren Treibhausgase mehr produzieren zu dürfen, würde die Bevölkerung in einem erbärmlichen Zustand versinken.
ZEIT ONLINE: Aber wie definiert man Mindeststandards? Was braucht ein Chinese mindestens zum Leben, gehören eine Toilette mit Wasserspülung und ein Auto dazu?
Rathgeber: Das Problem sehe ich nicht. Solche Mindeststandards sind im Bereich Menschenrechte durch Rechtssprüche ausreichend definiert. Und man kann die Staaten natürlich auch selbst beim Wort nehmen: Was sagt die Regierung in Peking etwa in ihren eigenen Berichten dazu? In Vanuatu gehört die Toilette mit fließender Wasserspülung vielleicht nicht zum Mindeststandard, in Norwegen wird das wohl anders gesehen.
ZEIT ONLINE: Welchen Vorteil hätte es, wenn der Aspekt Menschenrechte stärker im Klimaschutzprotokoll verankert wäre?
Rathgeber: Die Menschen, die direkt vom Klimawandel betroffen sind, könnten erstmals Beschwerde einlegen. Bislang sieht das Klimaschutzprotokoll das überhaupt nicht vor – im Gegensatz zu den meisten Menschenrechtsabkommen. Große Umweltschutzorganisationen sind zwar auf solchen Großkonferenzen wie in Kopenhagen akkreditiert. Sie dürfen auch in den Verhandlungen mit am Tisch sitzen und zuhören. Aber sie dürfen nicht mitdiskutieren.
ZEIT ONLINE: Wie ließe sich das organisieren?
Rathgeber: Die Beschwerdeverfahren aus dem Bereich Menschenrechte, bis hin zu Verfahrensabläufen etwa beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, existieren doch bereits. Ähnliche Mechanismen könnten auch in die Klimarahmenkonvention aufgenommen werden. Wenn Menschen etwa in Vanuatu gezwungen sind, aufgrund klimatischer Veränderungen umzuziehen, sollten sie die Möglichkeit haben, sich beim UN-Klimarat zu beschweren. Und dieser müsste wiederum verpflichtet sein, darauf zu reagieren. Eine auf Gerechtigkeit gründende Klimapolitik muss den Zugang zu Klagemöglichkeiten und insgesamt die Herstellung rechtsstaatlicher Verhältnisse in die Agenda aufnehmen.
Theodor Rathgeber ist Politologe und Autor der aktuellen Studie "Klimawandel verletzt Menschenrechte", welche die Grünen-nahe Böll-Stiftung veröffentlicht hat. Er arbeitet unter anderem als Gutachter für die Bereiche Menschenrechte, Minderheiten und indigene Völker. Seit 1987 ist er Lehrbeauftragter an der Universität Kassel im Bereich Sozialwissenschaften. Seit 2003 vertritt er die Organisation Forum Menschenrechte beim UN-Menschenrechtsrat.
- Datum 11.12.2009 - 09:34 Uhr
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Vielleicht sollten die Holländer gegen die USA klagen. Denn die große Flutkatastrophe von 1953 wurde sicherlich durch die unbegrenzte Gier der amerikanischen Ölbarone zu Beginn des 20. Jahrhunderts mitverursacht.
Wenn geklagt werden würde, müßten die Richter Beweise einholen. Bis jetzt gibt es derartige Beweise für die Wirkung der sogenannten "Klimagase" jedoch nicht. Auch wenn die Veränderungen sehr schlimm sind und niemand mehr für humane und ökologische Technik ist als ich, so muß man doch die Kirche im Dorf lassen: Das Vorhaben der Beweisbarkeit ist zu groß, um realisiert werden zu können. Und eigentlich gibt es keinen besseren Beweis gegen den menschgemachten Klimawandel als das Ansteigen der Meeresspiegel der letzten jahre: das ist nämlich genau der Zeitraum, in dem die Durchschnittstemperatur auf der Erde gerade nicht gestiegen ist. Es ist eben nicht alles so einfach, daher muß man viel mehr tun, um die Folgen des Klimawandels, den wir zweifellos haben und der sich noch verstärlen könnte, auszugleichen: alle Menschen müssen wohlhabender werden, damit sie flexibler auf Veränderungen reagieren können. Das geht nur mit einem gerechteren Weltwirtschaftssystem, in dem es Moral statt Gier gibt.
Selten so einen Unsinn gelesen. Noch so ein "Experte" der
hier sogenannte Menschenrechte postuliert. Wie sieht es mit
meinem "Menschenrecht" aus, daß ich von so einem Schwachsinn verschont bleibe.
Gerd, Chicago
wird ja immer absurder
zur Erbauung
Auch Mars und Venus leiden unter einer globalen Erwärmung. Ist die NASA schuld, durch ihr Mars-Mobil, dass sie per Sonde dorthin geschickt hat? Werden die Marsbewohner uns verklagen?
Bild informiert!
Wenn schon, sollt die Natur verklagt werden. Die macht ungeachtet den Wünschen und Vorstellungen von Menschen seit Millionen von Jahren noch immer, was sie will. Da können sich noch so viel "Experten" auf den Kopf stellen und mit den Beinen Hurra schreien.
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