Ulrich Beck im Interview "Die Spaltung wird sich verschärfen"
Soziale Unruhen und ein ohnmächtiger Staat: Der Soziologe Ulrich Beck erklärt im Interview, welche Konflikte er 2010 erwartet und wie die Gesellschaft damit umgehen soll.
ZEIT ONLINE: Herr Beck, überrascht Sie die Gelassenheit, mit der die meisten Deutschen die Wirtschaftkrise nehmen?
Ulrich Beck: Das ist mir zu einfach. Man muss den Hintergrund verstehen, aus dem sich soziale Konflikte entzünden. Der Kapitalismus steckt weiterhin in einer tiefen Legitimationskrise. Die Bürger sehen den Widerspruch sehr klar, der in den vergangenen Monaten zum Ausdruck kam: Einerseits ein neuer Staatssozialismus für Reiche…
ZEIT ONLINE: Die milliardenschwere Rettung der Finanzwirtschaft durch den Staat…
Beck: … bei der Bankinstitute mit unvorstellbaren Summen gestützt wurden, mit der Begründung, sie seien systemrelevant. Das war – ironisch gesagt – eine Politik mit Elementen des chinesischen Staatsdirigismus. Andererseits erleben wir einen Neoliberalismus für Arme, der den Beschäftigten immer neue Lasten auferlegt.

Ulrich Beck (Jahrgang 1944) ist deutscher Soziologe. Bis zum Sommer 2009 lehrte er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Von ihm erschienen Standardwerke zu Globalisierung und Risikogesellschaft. Zuletzt veröffentlichte er "Macht und Gegenmacht im globalen Zeitalter. Neue weltpolitische Ökonomie" (2002, Suhrkamp Verlag).
ZEIT ONLINE: Manche hofften nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers auf eine Renaissance des Staates, auf mehr Politik.
Beck: Die Hoffnung gab es. Das Gegenteil ist eingetreten. Die Staaten haben sich in eine Finanzklemme manövriert, weil die Kosten der Krise in staatliche Schulden umgemünzt wurden. Nun ruft die Kanzlerin eine Bildungsrepublik aus, die sie aber nicht verwirklichen kann, weil ihr das Geld fehlt. Das führt unter den Studenten bereits zu heftigen Unruhen. Doch nicht nur an den Universitäten werden sich Konflikte entzünden.
ZEIT ONLINE: Das erinnert an die Worte von Gesine Schwan vom Frühjahr, die vor "sozialen Unruhen" in Deutschland warnte.
Beck: Wer das alarmistisch findet, übersieht, dass die Legitimationskrise des jetzigen Systems weit in alle Gesellschaftsteile hineinreicht. Vom Katholizismus bis zu den Linken gibt es mittlerweile Konsens, dass der Kapitalismus zwar eine produktive aber zugleich menschenverachtende Dimension angenommen hat. Es besteht weithin Konsens, dass eine tief greifende Korrektur notwendig ist. Selbst in den Parteien – von der FDP einmal abgesehen – wachsen die Zweifel. In einem solchen Klima können kleine Konflikte eine große Bedeutung erlangen.
ZEIT ONLINE: Wo verlaufen die Konfliktlinien?
Beck: Die Ungleichheit ist zuletzt radikaler geworden und zwar national wie global. Zugleich verläuft sie entlang neuer Grenzen. Zu den größten Verlierern zählen die Beschäftigen in Branchen, die regional verhaftet sind und die durch die Globalisierung in die Defensive geraten. Auf der anderen Seite gibt es die Globalisierungsgewinner, die gezielt Ländergrenzen überschreiten und mit großen Vorteilen rechnen können. Die Spaltung zwischen diesen Gruppen verschärft sich.
ZEIT ONLINE: Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Beck: Nein, das ist kein Klassenkonflikt früherer Prägung. Die Grenzen verlaufen quer durch alle Berufsgruppen. Diese Konflikte sind kulturell aufgeladen, es gibt Abwehrreaktionen bis hin zur Fremdenfeindlichkeit.
ZEIT ONLINE: Wie bekommt das die Gesellschaft zu spüren?
Beck: Es wird mit Sicherheit im kommenden Jahr zu harten Arbeitskämpfen kommen. Die erste Nagelprobe sind die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Da wird sich zeigen wie groß das Konfliktpotenzial ist. Die Gewerkschaften werden sich nicht mit dem Hinweis abfinden, die Kassen seien leer. Aber wie weit es brennen wird, und wie weit es möglich sein wird, das Feuer zu löschen, ist offen. Sicher ist nur, dass die Handlungsfähigkeit des Staates sehr eingeschränkt ist. Und dass die finanziellen Mittel, um soziale Auseinandersetzungen zu befrieden, gering sind.
ZEIT ONLINE: Machen Sie den Staat nicht schwächer als er war? Immerhin haben die Regierungen den Absturz in eine neue Weltwirtschaftskrise verhindert. Banken werden jetzt stellenweise strenger überwacht, es gibt mehr internationale Koordination.
Beck: Übrigens gelang das nicht dem Einzelstaat, sondern erst der Kooperation der Staaten. Das ist zukunftsweisend. Meine Sorge ist allerdings, dass sich das Fenster gerade schließt und die Chance auf eine neue, kosmopolitische Politik ungenutzt verstreicht. Warum etwa wurde die Krise nicht genutzt, um der Europäischen Union mehr wirtschaftspolitische Kompetenz zu verschaffen? Aus Frankreich konnte man solche Forderungen hören, auch aus Großbritannien. Die Bundeskanzlerin hat sich dem verweigert. Auch hatte ich gehofft, dass eine intellektuelle Debatte über die Frage entbrennt, wie wir mit einer Steuer die Verursacher der Krise an den Kosten beteiligen, etwa über eine Finanzmarktsteuer. Daran haben alle Staaten ein vitales Interesse, ja sogar das kapitalistische System an sich muss hieran interessiert sein, will es überdauern. Eine solche Diskussion hat nie statt gefunden.
ZEIT ONLINE: Vielleicht weil sich nationale Krisenpolitik dem Wähler besser verkaufen lässt. Und manchmal kann sie auch erfolgreich sein, nehmen Sie das deutsche Modell der Kurzarbeit.
Beck: Mit diesem alten Denken kommen wir langfristig nicht weiter. Die Staaten kommen nur dann raus aus der Defensive, wenn sie ihre Beweglichkeit gegenüber dem Kapital erhöhen. Das ist schon deshalb erforderlich, weil der zunehmend zügellose Kapitalismus immer neue Risiken produziert, derer wir Herr werden müssen. Das erfordert zwangsläufig mehr Kooperationen zwischen den Ländern. Dass es nicht nur mittels weiterer internationaler Koordinierung im Rahmen großer Verhandlungen gehen kann, haben wir in Kopenhagen gesehen. Aber an überschaubaren Projekten könnte der nationalstaatliche Käfig aufgebrochen werden.
ZEIT ONLINE: Welche könnten das sein?
Beck: Nehmen Sie die Utopie eines sozialen Europas, also die Idee, auf europäischer Ebene einen Sozialstaat zu etablieren. Auf diese Weise wäre die Politik in der Lage den Abstiegsängsten, die die Menschen erfahren, etwas entgegen zu setzen. Das hätte im Wahlkampf ein Thema sein können, war es aber leider nicht. Ich sehe vor allem zwei große Themen, die die Politik in Deutschland beleben könnten: die ökologische und die soziale Frage.
ZEIT ONLINE: Halten Sie die Bundesregierung für fähig, eine solche Debatte anzustoßen?
Beck: Nein. Die schwarz-gelbe Regierung hängt der Vorstellung nach, man könne durch mehr Markt, gar durch Steuererleichterungen, also mit alten Mitteln zu Lösungen kommen. Es wird Zeit, dass diese antiquierten Vorstellungen und abgegriffenen Konzepte scheitern, damit der Kopf frei wird für eine Alternative.
ZEIT ONLINE: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat immerhin eine Debatte um gutes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum angeregt.
Beck: Und er hat Recht! Wir müssen viel mehr über Alternativen nachdenken! Selbst die härtesten Kritiker des Kapitalismus müssen zugeben, dass kapitalistische Systeme wandlungsfähig sind – zum Guten! Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ist es gelungen, den Kapitalismus mit mehr sozialstaatlicher Regulierung zu zähmen. In den vergangenen Jahren löst sich diese Form mit der Globalisierung des Kapitals auf, auch das Gebot der Nachhaltigkeit wird auf das Schärfste verletzt. Warum sollte es nicht gelingen, zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch Kritik und Alternativen Perspektiven und Institutionen zu installieren, die den Kapitalismus sozialer und ökologischer zugleich machen? Es ist möglich, das System zu reformieren, ohne gleich das Wachstum zu verteufeln, was ich für eine antimoderne Reaktionsform hielte.
ZEIT ONLINE: Sie haben Vertrauen in die Demokratie.
Beck: Absolut. Auf die Lernfähigkeit des Systems in Kombination mit einer kreativen Demokratie können wir zählen. Wohlgemerkt dann, wenn die Potenziale, die dieser Verbindung innewohnen, nicht blockiert werden. Das ist die Hoffnungsperspektive. Eine überraschende Wende zum Guten ist möglich.
ZEIT ONLINE: Das Gute kommt überraschend?
Beck: Das ganze Leben ist durchzogen von Überraschungen. Das ist etwas, was mich als Theoretiker der Risikogesellschaft elektrisiert: Wir glauben, die Dinge berechnen zu können. Im Grunde aber werden wir laufend überrascht, die Dinge gehen wild durcheinander. Denken Sie an den Mauerfall von 1989 oder an die Finanzkrise und den Zusammenbruch des Neoliberalismus. Selbst daraus entsteht auch neue Hoffnung.
Die Fragen stellten Philip Faigle und Michael Schlieben
- Datum 29.12.2009 - 11:25 Uhr
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... gleich doppelt optimistisch:
1.) Der Kapitalismus soll all die Übel, die er selber erst hervorgebracht hat, und mit denen er für seine Nutzniesser trotz allen allgemeinen Elends immer noch prima funktioniert, von selber beheben können oder wollen?
2.) Das gegenwärtige politische System, so "demokratisch" wie es ben historisch hinbekommen wurde, soll zu grundlegenden Änderungen fähig sein? Das wäre schön, aber wenn die Mehrheit in Deutschland angesichts fundamentaler Krisen nur mehr für "mehr davon" in den letzten Wahlen votiert, sehe ich recht schwarz für die Zukunft ...
willkommen in dschörmenie: an der realität wird so lange herumanalysiert, bis sie sich plötzlich von grund auf ändert.
und dann fehlen überall die konzepte, um mit dieser veränderten realität umzugehen. man greift auf das personal, die methoden und die techniken der vergangenheit zurück und macht damit alles noch schlimmer. so war es doch schon immer, nicht erst seit der wende.
es wäre mal wirklich an der zeit, um FDPBDICDUCSUSPDDGBIGM und konsorten in ruhe u. ohne hämische kommentare ins marktwirtschaftlich-staatsdirigistische nirvana eingehen zu lassen, und sich parallel schon mal auf eine gesellschaft nach dem crash vorzubereiten.
also: mehr experimente. etablierung temporärer autonomer zonen, tolerierung und förderung informeller ökonomien, daseinsfürsorge jenseits von staatlicher und marktwirtschaftlicher verteilungslogik, das volle programm halt.
und wem das alles zu heikel ist, der kann einfach damit anfangen, seine möhrchen im balkonkasten zu pflanzen, statt sie bei rewe zu kaufen. auch das ist eine revolution.
Überzeugt werden müssen nicht die, denen es gut geht und die sind in Deutschland immer noch in der Mehrheit. Es müssen die überzeugt werden, dass der Kapitalismus und Wachstum alternativlos sind, selbst wenn es wie Schlorch. maulsen sagt, auf dem Balkon stattfindet. Aber nichts kommt von der Regierung.
Wer unten ist, bleibt unten. Nicht mal ein Signal, dass das zumindest anders gewollt ist. Da kann Bildung nicht alles sein. Die wirkt in der Zukunft. Aber nein, Mindestlohn zur Eindämmung der Schwarzarbeit und Ausspielen gegen den Billig-Lohn. Beides zum Prinzip erhoben und Dankbarkeit fordernd bedeutet Zementierung des Stillstandes.
Und denen es gut geht, wird ihre Angst vor Veränderungen nicht genommen. Die, die das Sagen haben, wollen das ja auch nicht, sondern Pfründe bewahren. Also keine Anzeichen.
Europa, gerne gesehen zum Abschieben von Ministern wird gegenüber den Bürgern als Diktatur verkauft. Deswegen wohl auch der geringe Ehrgeiz, da richtig Einfluss zu erlangen.
Beck hat sicher recht, dass nicht alles kalkulierbar ist und er optimistisch bleibt. Aber es gibt auch negative Überraschungen. Unabhängig von denen, die es schon immer gewusst haben. Wenn es mal soweit kommt, liegt es an der in den letzten 15 Jahren einprogrammierten Gleichgültigkeit der Bürger durch die Regierungen.
Das Signal stand und steht immer noch auf: Gebt ab, dann gehts euch gut. Woanders heisst es: tut was und wir sind für Euch da. Wenns kracht liegts daran, aber nicht an Armut.
Man sollte mal die Politiker fragen, ob die Ursache für die Probleme im Land nicht von ihnen gemacht wurden.
Statt dessen reden Clowns wie Wulf (oder war es ein anderer) davon, wie überlegen das solidarische Rendtensystem dem bösen kapitalgedeckten Unwesen der Lebensversicherungen ist.
Hirnverbrannter Blödsinn, man muss nur auf die Renditen der gesetzlichen und der privaten Rentenversicherungen schauen (auch im Tiefpunkt der Krise hatte mein Aktienfonds zur Altersvorsorge deutlich bessere Renditewerte als meine gesetzliche Rente [die Ansprüche daraus])
Aber Achtung das man sich nicht immer nur grad die besonders passenden weil Renditträchtigen Zeiträume rauspickt und ebenso wichtig, wie gut ist die "Rendite" (muss ein Rentensystem tatsächlich rentieren oder vieleicht doch nur grad das nötig Geld umverteilen?) über die für Rentensysteme üblichen Zeiträume von +40 Jahren und ganz besonders zu beachten die Renditen, falls dann überhaupt noch vorhanden, in schlechten Jahren...
"Hirnverbrannter Blödsinn, man muss nur auf die Renditen der gesetzlichen und der privaten Rentenversicherungen schauen (auch im Tiefpunkt der Krise hatte mein Aktienfonds zur Altersvorsorge deutlich bessere Renditewerte als meine gesetzliche Rente [die Ansprüche daraus])" - Das will ja immer keiner hören. Man kommt schnell in den Verdacht der kommerziellen Finanzberatung, aber genauso ist es. Und: die demografische Entwicklung vor der jeder redet und meint zu warnen, existiert noch gar nicht. Das kommt erst in ein paar Jahren. Gegen ein Umlagesystem ist nichts einzuwenden, es sollte aber die jährliche Teuerungsrate zumindestens ausgleichen. Jede Zeit braucht eben ihr Rentensystem. Die Zeit des Umalgesystems ist abgelaufen. In Zeiten der Hyperinflation hat es definitiv seinen Reiz, wenn zu dem auch genügend Einzahler mit genügend hohen Einzahlbeträgen vorhanden sind. Das kapitalgedeckte Rentensystem in Deutschland hatte bis 1914 eine guten Dienst getan, bei niedrigen Teuerungsraten ein enormer Gewinn für die damalige Bevölkerung.
Ich will ja die Mängel unseres Rentensystems nicht leugnen, aber wie stände es um die Rendite Ihrer privaten Altersvorsorge, wenn die Staaten, wenn also die Steuerzahler weltweit, die Banken und Investmenthäuser, und damit auch Ihre Anlagen, nicht gestützt sondern im Orkus hätte verschwinden lassen?
Bei keinem System gibt es die Garantie, das zurückzuerhalten, was eingezahlt wurde.
Aber Achtung das man sich nicht immer nur grad die besonders passenden weil Renditträchtigen Zeiträume rauspickt und ebenso wichtig, wie gut ist die "Rendite" (muss ein Rentensystem tatsächlich rentieren oder vieleicht doch nur grad das nötig Geld umverteilen?) über die für Rentensysteme üblichen Zeiträume von +40 Jahren und ganz besonders zu beachten die Renditen, falls dann überhaupt noch vorhanden, in schlechten Jahren...
"Hirnverbrannter Blödsinn, man muss nur auf die Renditen der gesetzlichen und der privaten Rentenversicherungen schauen (auch im Tiefpunkt der Krise hatte mein Aktienfonds zur Altersvorsorge deutlich bessere Renditewerte als meine gesetzliche Rente [die Ansprüche daraus])" - Das will ja immer keiner hören. Man kommt schnell in den Verdacht der kommerziellen Finanzberatung, aber genauso ist es. Und: die demografische Entwicklung vor der jeder redet und meint zu warnen, existiert noch gar nicht. Das kommt erst in ein paar Jahren. Gegen ein Umlagesystem ist nichts einzuwenden, es sollte aber die jährliche Teuerungsrate zumindestens ausgleichen. Jede Zeit braucht eben ihr Rentensystem. Die Zeit des Umalgesystems ist abgelaufen. In Zeiten der Hyperinflation hat es definitiv seinen Reiz, wenn zu dem auch genügend Einzahler mit genügend hohen Einzahlbeträgen vorhanden sind. Das kapitalgedeckte Rentensystem in Deutschland hatte bis 1914 eine guten Dienst getan, bei niedrigen Teuerungsraten ein enormer Gewinn für die damalige Bevölkerung.
Ich will ja die Mängel unseres Rentensystems nicht leugnen, aber wie stände es um die Rendite Ihrer privaten Altersvorsorge, wenn die Staaten, wenn also die Steuerzahler weltweit, die Banken und Investmenthäuser, und damit auch Ihre Anlagen, nicht gestützt sondern im Orkus hätte verschwinden lassen?
Bei keinem System gibt es die Garantie, das zurückzuerhalten, was eingezahlt wurde.
Wenn die Reichen und Maechtigen nicht bereit sind, ein wenig Macht und Wohlstand zu teilen, so wie es im britischen Empire im 19. Jahrhundert der Fall war, werden wieder Unruhen entstehen, wie sie es im Frankreich und deutschen Raum im 19. Jh. gab.
Wer Geld hat, hat Macht im Sinne von Gestaltungsmöglichkeiten. Das ist endlos, und es geht von Vetternwirtschaft, Korruption über Gesetzesvorhaben, die beeinflusst werden bis hin zu der Installation von "Krisen". Was dagegen hilft, ist die Verweigerung: keine Schulden machen, keinen unnötigen Konsum, seine eigene Ethik bis zum letzten Blutstropfen verteidigen. Richtige und allgemeine Bildung kann dabei nicht schaden. (was meint Ihr, warum der Staat sich seit vielen Jahren vehement mit vorgeschobenen Gründen gegen mehr Bildung wehrt?)
Die Staatregierungen sind nicht autonom, sie sind vielmehr weitgehend in der Hand von Geldsammlern. Das muß man einfach verstehen, freie und unabhängige Menschen kommen nicht in Führungspositionen. Trotzdem kann ein Parlament vieles machen, nur nicht, einem sehr großen so richtig auf die Füße treten. Deshalb haben wir auch kein funktionierendes Steuersystem ohne Schlupflöcher oder Trickmöglichkeiten.
Jeder muß letztlich selbst sehen, wo er bleibt, und jeder sollte seine konkreten Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, derer es viele gibt. Auf eine große Veränderung zu warten, ist naiv: sie wird nur dann kommen, wenn sie im Sinne der Großen gewollt ist. Aber Kleinvieh macht auch Mist. Wer allerdings selbst Aktionär ist, hat einen schweren Konflikt, da man dann nicht mehr frei denken kann, sondern nur noch kapitalistisch. Daher sollte man sich genau überlegen, was seine Geldanlage bewirkt, wem man sein Geld gibt und ob es nicht Alternativen gibt.
Herzlichen Dank für Ihr Kommentar! So ist es! Wir brauchen mehr Denker wie Sie!
Herzlichen Dank für Ihr Kommentar! So ist es! Wir brauchen mehr Denker wie Sie!
In der noblen Sauna des Schlosses Elmau in endlichen Wellnesszwirn gehüllt, kann man, ökonomnisch bestens versorgt, weiss gott nicht durch die Pension eines C4 Professor, einen durchaus optimistischen Blick auf die Verhältnisse werfen.
Der Soziologe zählt bei den Krisen ja eher zu den Gewinnern.
Wie sähe wohl sein Votum aus, wenn er zu den Verlierern gehörte, deren Zahl sich täglich deutlich vermehrt ?
Vielleicht wäre der Optimismus da doch eher gebrochen ?
es ist mühsam zu lesen ... wenn man sich vor lachen windet.
Freud grüsst ... " bei der Bankinstitute mit unvorstellbaren
Summen gestützt wurden, mit der Begründung " u.s.w. lese ich: " bei der Bankinstitute mit unvorstellbaren Dummen ge-
schützt wurden, mit der Begrünung ". Ach, langsam wird es köstlich schwarz. Danke für die Denkhilfe. Nun kann ich mir ja dann die Aufstände der Zukunft gleich richtig erklären.
Noch was für die nächste Zeit ?
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