ZEIT ONLINE: Etwa 20 Prozent der weltweiten Emissionen von Treibhausgasen entstehen durch die Zerstörung von Wäldern. In Kopenhagen wird darüber verhandelt, wie das zu ändern sei. Künftig soll ein "REDD" genannter Mechanismus (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) die Wälder besser schützen. Sie kritisieren das Instrument. Warum?

Thomas Fatheuer: Natürlich kann niemand dagegen sein, Emissionen aus Entwaldung zu reduzieren. Sie sind ein großes Problem für das Klima. Wer die Entwaldung einschränkt, senkt Emissionen, ohne die Interessen von Entwicklungsländern zu beeinträchtigen. Das ist prinzipiell eine gute Sache.

ZEIT ONLINE: Wo liegt das Problem?

Fatheuer: In der Finanzierung. Es ist fraglich, in welcher Form Länder wie Brasilien, Indonesien oder der Kongo einen finanziellen Ausgleich dafür erhalten sollen, dass sie weniger Wald abholzen und die Bewirtschaftung des Bodens einschränken. Wie schwer es ist, sich auf ein Ergebnis zu einigen, zeigt der derzeitige Streit über Geld in Kopenhagen.

ZEIT ONLINE: Welche Vorschläge gibt es?

Fatheuer: Man könnte zum Beispiel den Waldschutz in den Emissionshandel integrieren. Die Länder des Nordens würden dem Süden dann Emissionsrechte abkaufen, die dieser erwirtschaftet hat, indem er seine Wälder schont. Eine andere Möglichkeit wäre ein freiwilliger Fonds, in den der Norden einzahlt. Denkbar ist auch eine Mischform aus beidem.

ZEIT ONLINE: Ein freiwilliger Fonds würde wohl kaum ausreichend Geld einbringen. Der Emissionshandel vielleicht schon.