Klimagipfel EU bietet sieben Milliarden Euro für arme Staaten

Europa schnürt Milliardenpaket für die Entwicklungsländer: Sie sollen sieben Milliarden Euro an Soforthilfen für ihre Klimaschutzmaßnahmen bekommen.

Der Klimawandel macht den Entwicklungsländern zu schaffen – jetzt soll ein Soforthilfeprogramm aufgelegt werden

Der Klimawandel macht den Entwicklungsländern zu schaffen – jetzt soll ein Soforthilfeprogramm aufgelegt werden

Unter den Folgen des Klimawandels haben vor allem die Entwicklungsländer zu leiden. Mit einem milliardenschweren Soforthilfe-Angebot möchten sich die Staats- und Regierungschefs der EU nun in die Weltklimaverhandlungen einbringen: Bis zu sieben Milliarden Euro Soforthilfen für die Entwicklungsländer könnte allein Europa bezahlen. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen sich bei ihrem Gipfeltreffen diesen Donnerstag und Freitag in Brüssel auf ein gemeinsames Angebot für die Anschubfinanzierung einigen und dieses dann bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen einbringen.

Die Gelder sollen in den Jahren 2010, 2011 und 2012 fließen. Am 1. Januar 2013 soll dann der neue Weltklimavertrag in Kraft treten, der das Kyoto-Protokoll ablöst. Die internationale Staatengemeinschaft will sich bis zum 18. Dezember auf die Grundzüge des neuen Vertragswerks einigen, das dann in den Folgemonaten zum rechtsverbindlichen Abkommen ausformuliert werden soll.

Anzeige

Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft hofft, dass der EU-Gipfel zudem in ihr Verhandlungsmandat das Angebot aufnimmt, dass Europa bis 2020 seinen Treibhausgas-Ausstoß um 30 Prozent drosselt. Schweden vertritt Europa in Kopenhagen. Bislang bietet Europa 20 Prozent an. Auch Großbritannien und die Niederlande befürworten die Erhöhung.

Polen sprach sich dagegen aus. "Eine solche Entscheidung darf nicht nur auf einer politischen Grundlage getroffen werden, sondern notwendig ist auch eine Folgeabschätzung, die die EU-Kommission bis März 2010 vorlegen muss", sagte Europaminister Mikolaj Dowgielewicz. "Wir müssen sicherstellen, dass es andere vergleichbare Bekenntnisse gibt, und das ist nicht der Fall."

Am Rande eines Treffens mit seinen europäischen Amtskollegen sagte Außenminister Guido Westerwelle: "Europa soll Vorreiter sein. Aber die anderen Länder müssen auch ihren Beitrag leisten. Europa kann das Klima alleine nicht retten." Westerwelle wollte parallel zum regulären EU-Außenministerrat am Nachmittag mit seinen französischen, schwedischen, spanischen, dänischen, britischen und finnischen Amtskollegen zu Gesprächen über den UN-Klimagipfel zusammenkommen.

Gleichzeitig forderte Dowgielewicz eine Einigung auf eine gemeinsame EU-Position im Ringen um unverbrauchte staatliche Emissionszertifikate (AAUs). Dieses Thema müsse gelöst werden. Polen biete an, jährlich nur einen bestimmten Anteil seiner Rechte zu verbrauchen, um den Kampf gegen die Erderwärmung nicht zu torpedieren. Es sei aber ein EU-Beschluss nötig. Vor allem in den ehemaligen Ostblock-Staaten sind wegen des Zusammenbruchs der Schwerindustrie Verschmutzungsrechte in Milliardenhöhe übrig.

Leser-Kommentare
  1. ... sind eine lächerliche summe. den europäischen staaten sind ihre "systemischen" banken ein vielfaches mehr wert. es stellt sich mir die frage nach dem mehrwert. aber das werden unsere kinder dann schon irgendwie zu lösen wissen.
    gute nacht

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 08.12.2009 um 8:45 Uhr

    ...ist, so hinterlicstig ist die Allokation der Mittel in eine intransparente Tätigkeit. Wer weiss schon was CO2 bedingte Schäden sind? Soll man wirklich der Regierung erlauben Milliarden in Dinge zu stecken, die die Regierung einfach, da nicht messbar, willkürlich bestimmen kann?

    • joG
    • 08.12.2009 um 8:45 Uhr

    ...ist, so hinterlicstig ist die Allokation der Mittel in eine intransparente Tätigkeit. Wer weiss schon was CO2 bedingte Schäden sind? Soll man wirklich der Regierung erlauben Milliarden in Dinge zu stecken, die die Regierung einfach, da nicht messbar, willkürlich bestimmen kann?

    • xpol
    • 07.12.2009 um 20:29 Uhr

    ... sei Dank!
    Polen hat den Schwindel durchschaut, dem wir hier im ideologisch durchmanipulierten Westeuropa aufsitzen.

    • jeises
    • 07.12.2009 um 20:38 Uhr

    Ihr Titelbild zeigt, daß Weltuntergang auch richtig schön sein kann-ein ästhetisches Erlebnis-danke für diese beruhigende Offenbarung!

  2. ...ein schwarzes Kind mit großen Außen und Fliegen im Gesicht.

    Mit einem Bild, wie dem Gezeigten kann ich mich nicht identifizieren. Wenn ich im Garten roden gehe - siehst leider auch immer so aus.

    So entstehen bei mir einfach keine Pseudo-Schuldgefühle. Vielleicht wurde ich durch Emmerich "2012" auch zu sehr abgestumpft. Also vielleicht noch ein wenig CGI dazu ...

    Ich wäre so gern ein Altruist.

  3. 5.

    hm.
    ich würde mich ja freuen, aber das bedeutet doch nur daß einige der staatsoberhäupter der dritt-welt-länder ne runde neue klotzige goldkettchen bekommt.

  4. 6.

    Wie wärs mit einer halben Milliarde drauf und Berlin kriegt kein hässliches Stadtschloss.

    7 Milliarden. Ich lach mich kaputt.

    • ngw16
    • 07.12.2009 um 23:19 Uhr

    die doofen Deutschen berappen?

    Mutti, Finger weg von den Steuergeldern!

    • Joso
    • 08.12.2009 um 0:15 Uhr

    wurden plötzlich aus einfachen Arbeitern Millionäre. Meine
    den Umtausch Ost. gegen -Westmark. Und so manche Gemeinde
    hat Probleme mit einer überdimensionalen Kläranlage.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service