Klimagipfel Verbindliche Ziele höchst ungewiss
Die Reduktion der CO2-Gase, Geld für die armen Staaten – in Kopenhagen wird es kaum noch zu konkreten Beschlüssen kommen. Für Kosmetik könnten die Regierungschefs sorgen.
© Oliver Morin/AFP/Getty Images

Das Weltklima liegt in ihrer Hand: Jetzt liegt es an den Staats- und Regierungschefs wie Brown (r.) und Calderon, den Klimagipfel erfolgreich abzuschließen
Nur noch die Staats- und Regierungschefs können das drohende Scheitern des Weltklimagipfels verhindern. Die bisherigen Verhandlungen der dänischen Konferenzleitung und unter den Delegierten aus 192 Ländern brachten so gut wie keine Fortschritte. Mehr als 100 Punkte gelten noch als strittig. Die Dänen gaben am Donnerstag den Versuch auf, eine neue Verhandlungsgrundlage für die Staat- und Regierungschefs zu erarbeiten.
Die Verhandlungen haben sich in zwei Stränge aufgeteilt: In der einen Gruppe verhandeln die Staaten, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, in der anderen Gruppe die Mitglieder der Klimarahmenkonvention. Damit nicht zwei Abschlusspapiere am Ende vorliegen, hatte Dänemark versucht, einen dritten, übergeordneten Entwurf zu erarbeiten. Ihn offiziell zu diskutieren, scheiterte jedoch am Widerstand der Entwicklungsländer. Nun wird anhand von zwei Papieren weiter diskutiert. Sprecher der in der Gruppe G 77 zusammengeschlossenen Länder warfen Dänemark vor, durch die Verhandlungsführung wertvolle Zeit vertan zu haben. Die dänische Gipfelpräsidentschaft hofft allerdings darauf, dass das Plenum am Freitag noch ein Abschlusspapier erarbeitet, das alle Staaten mittragen können. Ob das gelingt, ist völlig offen.
Als wahrscheinlich gilt, dass die etwa 120 erwarteten Staats- und Regierungschefs nur noch über eine Schlusserklärung verhandeln, die keinerlei verbindliche Ziele für eine Reduzierung des Treibhausgasausstoßes enthält. Auch Chinas Delegationschef hatte in der Nacht erklärt, sein Land glaube nicht mehr an ein umfassendes Abkommen in Kopenhagen. Am Freitag wird auch US-Präsident Barack Obama in Kopenhagen erwartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Nachmittag eine kurze Rede vor der Vollversammlung halten, eingeplant sind fünf Minuten.
Ob Deutschland angesichts der kritischen Verhandlungssituation weitgehendere Zusagen der Europäischen Union für die Senkung von Treibhausgasen bis 2020 zusagt, ist ebenfalls noch völlig unklar. "Die EU und auch ich persönlich haben ja immer gesagt, dass wir die Bewegungsbereitschaft, die wir haben, von 20 auf 30 Prozent zu gehen, in diese Verhandlungen einbringen wollen", sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) in Kopenhagen.
Neben den ungeklärten Reduktionszielen ist vor allem die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen umstritten. Nichtregierungsorganisationen begrüßten die Ankündigung der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton, ab dem Jahr 2020 rund 100 Milliarden US-Dollar dafür zur Verfügung zu stellen. Die EU beziffern den notwendigen Betrag im Jahr 2020 allerdings immer auf 100 Milliarden Euro. Welche Zahl nun gilt, ist unklar. Auch Japan hat seinen finanziellen Zusagen aufgestockt: Bis 2012 will es insgesamt 15 Milliarden US-Dollar (10,4 Milliarden Euro) zum internationalen Klimafonds beisteuern. Ursprünglich hatte Tokio von 6,9 Milliarden Euro gesprochen.
Für Verunsicherung unter den Teilnehmern sorgten am Donnerstag morgen Gerüchte, dass US-Präsident Barack Obama nicht zum Gipfel anreist. Darauf angesprochen, sagte Außenministerin Clinton, der Präsident plane zu kommen. "Wir hoffen, dass es etwas gibt, für das es sich lohnt zu kommen."
- Datum 17.12.2009 - 13:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, reuters
- Kommentare 10
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...effizienten Ansatz in die Gespräche mitbrachte, wäre es ja auch besser, wenn man keine bindenden Zusagen macht. Der Angang war unseriös und leichtfertig.
Wir haben es hier mit einem klaren Fall Externer Effekte enormer wirtschaftlicher Verflechtung und Tragweite zu tun. Dabei sind die Verluste und Gewinne einzelner Gebiete, Gruppen und Personen so gross und konträr, dass man einen Vergleich der gesellschaftlichen Folgen suchend an den Übergang von Monarchie zu Demokratie denken muss.
Hehe, wie zu erwarten nicht viel mehr als Absichtserklärungen für weitere Vereinbarungen zum Reden. Von Beschlüssen mal ganz abgesehen. Dann nicht zu vergessen die vielen "kleinen" Freihandelsvereinbarungen welche etwa im Rahmen der DOHA Runden wenige Wochen vor dem Klimagipfel noch mal schnell unterzeichnet wurden. Diese aber kümmern sich noch weit weniger um das Klima als die ganze Schaustellerei in Kopenhagen. All jene die sich die Mühe machen und mal in alternativen Medien stöbern um sich zu informieren werden den Frust der Demonstrationsteilnehmer dann vieleicht endlich auch mal verstehen... und mit was wird dann geantwortet? Mit den übliche Massenkontrollsystemen wie Schlagstöcken, Hunden, Nervengas usw. währen die Hauptverantwortlichen noch gelobhuldigt werden für ihre grossartigen Lügen und glatten "verarschungen"...
Später dann lässt es sich wieder fantastisch verdienen an Gasmasken und/oder Sauerstoffflaschen sowie von Grosskonzernen abgefülltes Trinkwasser
Hinter möglichst ungefähr gehaltenen "allgemeinen Warnungen" der Klimaforschung verbirgt sich ja leider eine Interessenlage die einen Konsens schwierig werden lässt. Eine "wärmere Welt" gab es erdgeschichtlich nicht nur bereits - zugegeben lange bevor die heutige Flora und Fauna existierte - sondern sie ist auch nicht für alle von Nachteil. Extrembeispiel Russland: große Teile des Landes sind für Mensch und Tier kaum als Lebensraum geeignet, kalte Tundra eben. Wenn die Tundra und der Permafrost auftaut und wärmer wird würde Russland, als größter Staat der Welt mit aber einer vergleichsweise kleinen Bevölkerung, in jeglicher Hinsicht gewinnen. Sei es bezüglich profanen Dingen wie angenehmerem Klima und niedrigeren Heizkosten bis zu noch größerer Autarkie (landwirtschaftlich und von der Rohstoffseite kein Problem für Russland). Für Mitteleuropa ist "mediterranes Klima" auch kaum eine Drohkulisse, bisl Küstenschutz an der Nordsee und dann hat es sich mit den großen Herausforderungen. Ähnlich ist es für weite Teile der USA, die ohnehin gewohnt sind dass große Teile ihres Landes schwer bewohnbar sind. Dann zieht man halt weiter nördlich, "big deal". Während jene Länder die kaum am Klimawandel schuld sind am meisten darunter leiden werden. Diese Interessenlage spricht so keiner aus aber sie ist nun einmal vorhanden. Es ist wohl auch naiv den nördlichen Staaten soviel "Altruismus" abzuverlangen. Tja, das mag nun apathisch klingen aber einen "Ausweg" kenne ich auch nicht.
Ich verstehe immer nicht, warum denn die Steuerzahler jetzt Milliarden berappen müssen für den klimaschutz? Warum nicht die Klimakiller bezahlen lassen? Für jedes neue Kohlekraftwerk 20% Klimasteuer. Für jedes neue Atomkraftwerk 20% Brennstofflagerungssteuer. Dann noch die Abgasgrenzen bei Autos ein bisschen strenger machen...hier und dort ein paar Subventionen für erneuerbare Energien. Das würde für Europa schonmal reichen um die Limits einzuhalten.
Auf chinesische und amerikanische Importe kommt ein Klima-Einfuhrzoll -> Feddisch!
Man muss die Wirtschaft schon ein bisschen in die richtige Richtung lenken...warum sonst sollte sie mitmachen?
Die ganze Lüge in ihrer vollen Ausdehnung entlarvt:
http://www.youtube.com/wa...
Und Sie meinen ernsthaft, dass das Minnesota Free Market Institute Sie mit objektiver Information versorgt, die nicht im Geringsten von einer eigenen politischen Agenda beeinflusst sein könnte?
Es ist immer wieder erstaunlich, dass eine extrem kritische Haltung gegenüber der Klimaforschung (die für sich genommen noch überhaupt nichts Schlimmes ist) in eine kaum zu beschreibende Leichtgläubigkeit umschlägt, wenn sich nur jemand findet, der im Anzug auf einem Podium die ins eigene Weltbild passenden Behauptungen aufstellt.
Und Sie meinen ernsthaft, dass das Minnesota Free Market Institute Sie mit objektiver Information versorgt, die nicht im Geringsten von einer eigenen politischen Agenda beeinflusst sein könnte?
Es ist immer wieder erstaunlich, dass eine extrem kritische Haltung gegenüber der Klimaforschung (die für sich genommen noch überhaupt nichts Schlimmes ist) in eine kaum zu beschreibende Leichtgläubigkeit umschlägt, wenn sich nur jemand findet, der im Anzug auf einem Podium die ins eigene Weltbild passenden Behauptungen aufstellt.
Ich stimme dem vierten Kommentator völlig zu. Die Wirtschaft müsste grundlegend umgebaut, Innovationen gefördert und härtere Strafen für 'Klimasünder' eingeführt werden.
Aber davor scheut die deutsche Regierung seit Jahren zurück. Vor allem die aktuelle Bundesregierung macht keinerlei Anstalten, etwas an dem Status quo zu verhindern, im Gegenteil wird über die Verlängerung von AKW-Laufzeiten und einem erhöhten Kohlebergbau gesprochen. Sich dann als Saubermänner und Vorreiter hinzustellen, auf Länder wie China zu schimpfen, deren THG-Reduktionsmaßnahmen - nicht zuletzt dank der Einkindpolitik! - beachtlich sind, ist einfach nur ekelhaft und zynisch. Der letzte Tritt in Pekings Hintern war dann wohl die Ankündigung unseres neues Entwicklungsministers Niebel, die seit Jahren als Technologie- und Know how-Transfer betriebene Unterstützung für China (von der unsere Wirtschaft massiv profitiert!) als fehlgeleitete Entwicklungshilfe einzustampfen.
Ich freue mich schon auf die Abschlusserklärung der Konferenz- die ausfallen zu lassen unserem Klima mehr geholfen hätte als alles Gerede.
Und Sie meinen ernsthaft, dass das Minnesota Free Market Institute Sie mit objektiver Information versorgt, die nicht im Geringsten von einer eigenen politischen Agenda beeinflusst sein könnte?
Es ist immer wieder erstaunlich, dass eine extrem kritische Haltung gegenüber der Klimaforschung (die für sich genommen noch überhaupt nichts Schlimmes ist) in eine kaum zu beschreibende Leichtgläubigkeit umschlägt, wenn sich nur jemand findet, der im Anzug auf einem Podium die ins eigene Weltbild passenden Behauptungen aufstellt.
in den nächsten Jahren.
Alle 3 Sekunden stirbt ein Mensch auf dieser Erde an den Folgen von Unterernährung.
"Kommt und lasst uns mal so tun, als würde uns das Wohl der Menschen, die in 20 oder 50 Jahren leben, interessieren.
Das lenkt davon ab, daß wir nichts an der heutigen Situation der Menschen ändern wollen."
Tote Menschen sind Kollateralschäden der freien Marktwirtschaft und die freie Marktwirtschaft ist das goldene Kalb um das die Regierungen , die Banken , die Versicherungen .... sich bereits in Trance getanzt haben.
Wer glaubte denn wirklich daran, daß durch diesen Gipfel auch nur 1/1000 Grad Temperatur verändert werden wird. Ich nicht.
"Wir haben ein Zeichen gesetzt", wird Frau Merkel sagen. Das sagt sie immer, wenn nichts geschiet.
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