Kopenhagen Der Klimagipfel endet ohne verbindliche Ziele
Die Weltklimakonferenz hat den Kompromissentwurf von US-Präsident Barack Obama und einigen großen Schwellenländern angenommen. Konkrete Ergebnisse gibt es nicht.
© Jewel Samad/AFP/Getty Images

Die Klimakonferenz hat den unter Barack Obamas Führung ausgearbeiteten Minimalkompromiss lediglich "zur Kenntnis" genommen
Die Weltklimakonferenz hat die Kopenhagen-Vereinbarung von 25 Staaten nach einer nächtlichen, chaotischen Marathon-Debatte anerkannt. Die Staaten brachten den Kompromissvorschlag offiziell in den weiteren Verhandlungsprozess für das kommende Jahr ein. Damit bewahrten die Deligierten die Konferenz vor dem völligen Scheitern.
Erst nach Stunden gaben einige vom Klimawandel besonders betroffene Entwicklungsländer ihre Blockadehaltung auf. Länder wie Sudan, Kuba, Venezuela und Bolivien protestierten zudem gegen das Verfahren, da die Regierungen dieser Staaten nicht an der Ausarbeitung der Abschlusserklärung mitwirken durften.
Im großen Gipfelplenum einigte sich die Staatengemeinschaft jedoch lediglich auf das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, traf aber keinerlei konkreten Maßnahmen. Auch handelt es sich bei dem Resultat lediglich um eine “zur Kenntnisnahme“ eines Entwurfes.
Jedem Land steht nun frei, die Vereinbarung über Klimaschutzziele anzunehmen oder nicht. Die Delegierten verzichteten darauf, wie sonst üblich über alle Punkte einzeln abzustimmen. Die Vereinbarung war im Wesentlichen von US-Präsident Barack Obama, Chinas Regierungschef Wen Jiabao und der EU ausgehandelt worden, wurde aber von einer Gruppe ärmerer Länder heftig kritisiert. Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hatte daraufhin am Samstagvormittag die Konferenzleitung abgegeben.
Einige afrikikanische Länder reagierten enttäuscht auf das Resultat von Kopenhagen. Besonders lautstark und schrill formulierte erneut der Sudan die Kritik. Der Chef-Unterhändler des größten afrikanischen Landes, Lumumba Stanislaus Di-Aping, sprach von einer drohenden "Auslöschung von Afrika".
Die Afrikaner würden aufgefordert, "ihrem Selbstmord" zuzustimmen, sagte der Sudanese, der auch Sprecher der Entwicklungsländer (G77) ist. Kopenhagen stehe für "eine der schlimmsten Entwicklungen bei Klimawandel-Verhandlungen in der Geschichte". Afrika werde sich "nicht von dem 100-Milliarden-Dollar-Versprechen bestechen lassen". Der Delegierte Gambias, Pa Ousman Jarju, nannte die versprochenen Finanzhilfe im Sender BBC als "zu vage und zu wenig".
Vor dem Beginn der Konferenz hatten die 52 Mitglieder der Afrikanischen Union noch in seltener Einstimmigkeit von den Industriestaaten eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2020 gefordert. Zudem wurden massive Finanzhilfen verlangt: 0,5 Prozent des Bruttosozialprodukts der reichen Staaten sollten in die Dritte Welt für Maßnahmen gegen den Klimawandel fließen.
Am Ende aber lenkten wichtige afrikanische Staaten ein und unterstützen die mühsam ausgehandelte Kompromissformel. US-Präsident Barack Obama bewegte in einem Gespräch Südafrikas Präsidenten Jacob Zuma dazu, die Abschlusserklärung mitzutragen. Dabei musste Frankreichs Präsident Nikolas Sarkozy südafrikanischen Medienberichten vergangene Woche Zuma erst davon überzeugen, nach Kopenhagen zu reisen. Paris habe gehofft, Zuma könne helfen, Obama zu mehr Zugeständnissen zu bewegen.
- Datum 19.12.2009 - 11:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Wie schön,dass nun endlich die wirklichen Schuldigen des seit Jahrtausenden und Jahrmillionen dauernden natürlichen Klimawandels gefunden und klar im Kopenhagener Konsens definiert wurden. Die Urenkel des römischen Klubs ernten jetzt die Saat der Siebziger. Ist es nicht schön und bequem immer einen Buhmann zu haben,denn man für alle eigenen Probleme und Versäumnisse zur Rechenschaft ziehen will?
Hat man nicht vor einigen Jahrhunderten noch in Europa unschuldige Frauen als Hexen verbrannt,weil die Ernte verdorben war ? Das psychologische und soziologische Denkmuster scheint mir pathologisch und ähnlich zu sein.
Wann kommt der Klimawahn ? Oder hat er bereits unterschwellig und virulent Besitz von uns ergriffen ?
Wann wird es die ersten Opfer geben ?
Bedauerlich ist das Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen. Auch in Südafrika setzt die Regierung unter Jacob Zuma vor allem auf klassische Energieträger und somit gegen das Klima. Deutschland versucht dieser Energiepolitik engegenzuwirken, indem der Staatskonzern Eskom Beratungsleistungen in regenerative Energien erhält - mit ersten Erfolgen! So werden gegenwärtig auch Windkraftanlagen und Wasserkraftwerke errichtet. Für eine Analyse der südafrikanischen Energiepolitik bitte den Artikel vom 01.02.2010 unter folgender URL anklicken: http://2010sdafrika.wordp...
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