Klimagipfel Kopenhagen vertagt den Klimaschutz

Der Entwurf einer Abschlusserklärung, der ZEIT ONLINE vorliegt, verschiebt die Verhandlungen über konkrete Pflichten um ein weiteres Jahr. Von Fritz Vorholz, Kopenhagen

Die Erde erwärmt sich - was die Menschheit tun wird, um den Prozess zu bremsen, ist auch am letzten Tag des Klimagipfels ungewiss

Die Erde erwärmt sich - was die Menschheit tun wird, um den Prozess zu bremsen, ist auch am letzten Tag des Klimagipfels ungewiss

Der offiziell letzte Tag des Klimagipfels in Kopenhagen ist geprägt von Ungewissheit: Die Staats- und Regierungschefs verhandeln hinter verschlossenen Türen, Pressekonferenzen werden abgesagt oder enden, ohne dass nennenswerte neue Informationen bekannt würden. Ob am Ende eine politische Abschlusserklärung erreicht werden kann, ist noch nicht klar.

Es deutet sich allerdings an, dass eine solche Erklärung hinter den seit Monaten geweckten Erwartungen weit zurückbliebe. Das legt jedenfalls der Text eines ersten Entwurfs nahe, der ZEIT ONLINE vorliegt. Aus ihm geht hervor, dass die Einigung auf neue Klimaschutzinstrumente, ursprünglich bereits für Kopenhagen geplant, nun erst im Laufe des nächsten Jahres erfolgen soll, spätestens bei der bereits für Dezember 2010 anberaumten nächsten Weltklimakonferenz in Mexiko. Bisher war meistens von einem Zeitraum von maximal sechs Monaten nach Abschluss der Kopenhagener Konferenz die Rede.

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Die beiden Hauptarbeitsgruppen, die in Kopenhagen nur wenig Fortschritte erzielten und ihre Arbeit nicht beenden konnten, sollen nun weiter verhandeln. In dem Entwurf heißt es, spätestens bei der Klimakonferenz in einem Jahr sollten "ein oder mehr" Rechtsinstrumente (legal instruments) beschlossen werden. Bisher war stets und entschiedener von rechtlich binden Instrumenten (legally binding instruments) die Rede.

In dem Entwurf wird die wissenschaftliche Auffassung "anerkannt", dass der Anstieg der globalen Temperatur zwei Grad nicht übersteigen sollte. Bei den weltweiten Emissionen seien "tiefe Einschnitte" erforderlich. Eine konkrete Ziffer über die langfristig (bis 2050) notwendige globale Emissionsminderung fehlt jedoch, ebenso wie eine Angabe darüber, wann die globalen Treibhausgasemissionen ihr Maximum erreichen sollen. 

Die im Annex I der Klimakonvention genannten Industrienationen (einschließlich der USA) sollen bis 2020 "Emissionsziele" anstreben, heißt es weiter. Um wie viel Prozent unter das Niveau von 1990 oder 2005 die gemeinsamen Emissionen dieser Ländergruppe bis zum Jahr 2020 sinken sollen lässt der Entwurf offen ("X per cent"). Die Staats- und Regierungschefs konnten sich bislang auch nicht darauf einigen, welche Pflichten auf die einzelnen Länder zukommen sollen. Eine entsprechende Liste ist angekündigt, fehlt jedoch bisher.

Wenig ambitioniert sind auch die Pflichten, die auf die sogenannten Nicht-Annex-I-Länder zukommen. Zu ihnen zählt auch China. Die Nicht-Annex-I-Länder sollen sich zwar verpflichten, Treibhausgas-Vermeidungs-Aktionen zu ergreifen, die in einer (ebenfalls noch nicht bekannten) Liste notiert werden sollen; allerdings soll die Überprüfung dieser Aktionen lediglich durch heimische Inspekteure erfolgen. Nur wenn die Klimaschutzmaßnahmen durch internationale Hilfe unterstützt werden, sollen auch die Berichts- und Überwachungspflichten unter internationaler Kontrolle stattfinden.

China hat während der Klimakonferenz bereits angekündigt, auf ausländisches Geld bei seiner Klimaschutzpolitik nicht angewiesen zu sein. Das Land müsste deshalb auch keine Kontrolle fürchten.

Der wichtigste Absatz in dem Entwurf dreht sich ums Geld. Für die drei Jahre von 2010 bis 2012 werden den Entwicklungsländern je 10 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Weiter heißt es, es werde das Ziel unterstützt, bis zum Jahr 2020 eine jährliche Summe von 100 Milliarden Dollar aufzubringen.

Nach jüngsten Informationen arbeiten die Staats- und Regierungschefs bereits an einer neuen Version der Erklärung. Wie sie ausfallen wird, ist ungewiss. Noch ist Kopenhagen zwar nicht gescheitert. Aber es wäre unrealistisch, noch viel zu erwarten.

 
Leser-Kommentare
  1. .
    um globale Entscheidungen zu treffen!

    Die Finanzkrise war einr gute Übung - aber hier beim Klima fehlt einfach das ultimative Bedrohungsszenario!

    1 Jahr Bedenkzeit - das gibt allen eine Chance!

    Bis dahin kann ja jeder mit gutem Beispiel vorangehen.

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    werden Ignoranten bleiben. Für sie gibt es nur die biologische Lösung. Skeptische Wissenschaftler sollten jedoch stärker eingebunden werden. Die Wissenschaft braucht Skeptiker, um ihre Theorien, die prinzipiell nie bewiesen, sondern immer nur falsifiziert werden können, vorwärts zu bringen.
    Einstein stand der Quantentheorie sein Leben lang skeptisch gegenüber und er hat sich sehr viele Gedankenexperimente ausgedacht (EPR-Paradoxa), die diese Theorie widerlegen sollten. Die Paradoxa sind alle widerlegt worden. Das besondere war aber, dass Einstein die Widerlegungen sämtlich akzeptiert hat. Von Ignoranten ist ein derartiges erhalten nicht zu erwarten.

    werden Ignoranten bleiben. Für sie gibt es nur die biologische Lösung. Skeptische Wissenschaftler sollten jedoch stärker eingebunden werden. Die Wissenschaft braucht Skeptiker, um ihre Theorien, die prinzipiell nie bewiesen, sondern immer nur falsifiziert werden können, vorwärts zu bringen.
    Einstein stand der Quantentheorie sein Leben lang skeptisch gegenüber und er hat sich sehr viele Gedankenexperimente ausgedacht (EPR-Paradoxa), die diese Theorie widerlegen sollten. Die Paradoxa sind alle widerlegt worden. Das besondere war aber, dass Einstein die Widerlegungen sämtlich akzeptiert hat. Von Ignoranten ist ein derartiges erhalten nicht zu erwarten.

  2. Wäre sein Blick auch über diese Zeilen gegangen ? Hätten ihm hier die Finger gejuckt ? Pausenfüller ist weg. ZEIT
    ohnelinie hat einen aktiven, interessanten Foristen stillos
    beleidigt u. ist nicht im Stande sich zu entschuldigen.

    Links aus dem Leserblog werden im redaktionellen Teil nicht aktiviert. Deshalb : auf Profil Findling (gleich rechts/rot)
    klicken, auf Leserkommentare runter,auf Artikel "SO" klicken
    u. dann auf Link unter SO. Pausenfüllers Abschiedsartikel.

    Gegen das spurlose verschwinden im www.

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    "Wäre sein Blick auch über diese Zeilen gegangen ? Hätten ihm hier die Finger gejuckt ? Pausenfüller ist weg. ZEIT
    ohnelinie hat einen aktiven, interessanten Foristen stillos
    beleidigt u. ist nicht im Stande sich zu entschuldigen."

    Auf diesen unerträglichen Forumstroll kann ich gut und gern verhzichten.

    "Wäre sein Blick auch über diese Zeilen gegangen ? Hätten ihm hier die Finger gejuckt ? Pausenfüller ist weg. ZEIT
    ohnelinie hat einen aktiven, interessanten Foristen stillos
    beleidigt u. ist nicht im Stande sich zu entschuldigen."

    Auf diesen unerträglichen Forumstroll kann ich gut und gern verhzichten.

  3. 1 Jahr mehr Zeit um die Argumente und Ergebnisse der Skeptiker zu prüfen, neue Erkenntnisse zu gewinnen, und möglicherweise den Weltuntergang abzusagen..wegen kaltem Wetter ;)

  4. Wenn man so eine Konferenz in die Woche legt, wo man Weihnachtsgeschenke kaufen muss, sollte man sich auch nicht wundern, dass die Delegierten nicht ganz bei der Sache sind...

  5. Vertagen ist eine gute Entscheidung. In einem Jahr wird dann auch der letzte gemerkt haben, dass es sich bei diesem Klimawahnsinn um eine neue Religion handelt, der man dann auch ihren Status als Glaubensgemeinschaft zuerkennen kann. So verletzt man dann auch nicht die Gefühle der Gläubigen der Church of Global Warming.

    Wissenschaft könnte dann ja auch in der Klimaforschung wieder nach wissenschaftlichen statt religiösen Gesichtspunkten betrieben werden.

    Einen sehr schönen Kommentar gibt es hier:

    http://www.dradio.de/aodf...

  6. Dann sollte man noch nicht hineinscheiden.
    Die Hurricans in der USA,die Überschwemmungen in China
    und unsere 200 km Stürme in Mitteleuropa Emma,Paula,
    die zahlreichen Hochwasserkatastrophen,wo oft nicht einmal
    die Probleme der Nachbastaaten in den Medien vorkommen,
    (oder hätten Sie gewußt,dass es jährlich Hochwasser in den
    Karpaten der Ukraine gibt),werden die Blockierer vielleicht
    sogar zu Vorreitern machen.
    Wenn wir heute an die Gänsekiele der Römer denken ,die nach
    einer üppigen Mahlzeit sich eben erleichtert haben,so
    denken wir an Dekadenz.
    Wenn unsere Kinder oder spätere Generationen an uns denken ?:
    http://science.orf.at/sto...
    An die Klimaskeptiker: Warum glauben Sie,haben die Russen
    den Server der Klimagurus geknackt? Was ist die Haupteinnahme-
    quelle der Russen? Das Gas.
    Was ist der wichtigste Exportarktikel aus Deutschland?
    Das Auto.
    Welche Lobbies spielen in der USA die größte Rolle?
    Öl und Autos.
    Darum ist der Klimagipfel trotz Meisterleistung von
    Angela Merkel vertagt worden.

  7. 7. Uno

    Warum muß es in einer bestimmten Zeit, zu einem festen Termin stattfinden? Ich glaube, es wäre besser, erstmal eine Weile intensiv an dem Poblem zu arbeiten und dann Nägel mit Köpfen zu machen. Das funktioniert in Firmen jedenfalls am besten, warum dann nicht auch in der UNO? Alle Auseinandersetzungen können schriftlich ablaufen, die Weltöffentlichkeit muß sich daran angemessen beteiligen und dann abstimmen.
    Diese Fragen sind zu wichtig, um sie in Kürze abzuhandeln.

    Eines ist allerdings schon jetzt klar: nämlich wer die Gewinner sind. Es sind dieselben, die die Umweltvergiftungen und Waldvernichtungen hervorrufen. Es sind wie immer die, die über die großen finanziellen Mittel herrschen. Sie verdienen en Gros an Investitionen und Produktionen, und sie verdienen am Geld, das sie den Staaten leihen. Ich nenne das Organisierte Kriminalität. Nur durch Konsumverzicht und Verzicht auf Kredite aller Art ist denen beizukommen. Aber das wird sich nicht realisieren, da die Masse Mensch sehr leicht zu beeinflussen ist, siehe "Schweine-Grippe".

  8. Es zeigt sich wieder einmal. Selbst ein notorischer Schwätzer wie Obama ist immer noch vernünftiger als alle deutschen und europäischen Politiker zusammen.
    So: Jetzt hat man einen schönen Fernsehauftritt gehabt, jetzt kann man sich vielleicht endlich einmal wieder mit wirklichen Problemen beschäftigen.

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    Was ist hier gemeint? Der Bildungsnotstand vielleicht? Ihr Kommentar legt das nahe...

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