Finanzaufsicht Die Regierung ruiniert die Bundesbank
FDP-Chef Westerwelle will seinen Parteifreund Carl-Ludwig Thiele in den Vorstand der Notenbank berufen, der als ungeeignet gilt. Der Notenbank gehen die Fachkräfte aus.
Am Vorabend des traditionellen Dreikönigstreffens der FDP in Stuttgart verlas Generalsekretärin Homburger unter dem Applaus der Delegierten eine lange Liste. Darauf die Namen derer, die etwas geworden sind in der neuen Regierung. Es waren viele Namen – und die Liste könnte schon bald noch länger werden. Carl-Ludwig Thiele, der Finanzexperte der Liberalen, soll nach dem Willen von Parteichef Guido Westerwelle in den Vorstand der Bundesbank einziehen.
Für die altehrwürdige Bundesbank ist die Entscheidung ein Desaster. Ihr Zustandekommen zeigt, wie die schwarz-gelbe Koalition Deutschlands internationalen Einfluss parteipolitischen Interessen opfert.
Ende April laufen die Verträge der beiden Bundesbank-Vorstände Hans-Georg Fabritius und Hans-Helmut Kotz aus. Für den Posten von Fabritius, der in diesem Jahr das Ruhestandsalter erreicht, hat der Bund das Vorschlagsrecht, über die frei werdende Stelle von Kotz dürfen die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg entscheiden. Schon während der Koalitionsverhandlungen, so ist zu hören, hat Westerwelle seinem Parteifreund Thiele den Posten versprochen, der bei der Besetzung der Ministerien leer ausging. Es ist ein hoch dotierter Job. Ein Vorstand bei der Bundesbank verdient mehr als die Kanzlerin.
Bundesbankpräsident Axel Weber ist Informationen aus Finanzkreisen zufolge alles andere als glücklich über den Vorschlag. Das ist auch nicht verwunderlich. Thiele gilt als solider Finanzpolitiker, die Bundesbank aber braucht Experten für hochtechnische Fragen wie den Zahlungsverkehr, die Geldmärkte und die Finanzmarktkontrolle mit internationalem Hintergrund. Den hat Thiele nicht. Viele Entscheidungen werden inzwischen in internationalen Gremien getroffen. Wer dort etwas bewegen will, der muss mit den smarten Technokraten mit Abschlüssen von den internationalen Top-Universitäten mithalten können, die die USA oder Großbritannien schicken. Das gilt vor allem für die derzeit wichtigste Aufgabe der Notenbank, die Regulierung der globalen Finanzmärkte.
Es ist nicht das erste Mal, dass bei der Postenvergabe politische Verbindungen im Vordergrund stehen. Baden-Württemberg schickte gegen den Willen der Bundesbank unlängst den Leiter der Staatskanzlei, Rudolf Bömler, in den Vorstand. Berlin den fachlich zwar qualifizierten, aber wegen seiner Lust an der Provokation als Notenbanker ungeeigneten früheren Finanzsenator Thilo Sarrazin nach Frankfurt.
Weber drängt die Bundeskanzlerin deshalb schon seit einiger Zeit, darauf hinzuwirken, dass bei der Besetzung des Bundesbankvorstands fachliche Qualifikationen eine größere Rolle spielen – zumal die Bundesbank künftig auch noch für die Bankenaufsicht zuständig sein soll, die bislang in den Händen der Bafin liegt. Bislang waren die Bemühungen vergeblich. Und in der Zukunft dürfte sich daran nicht viel ändern. In Webers Umfeld sähe man es gerne, wenn für die zweite frei werdende Stelle die Amtszeit des fachlich versierten Hans-Helmut Kotz verlängert würde oder der international ebenfalls hoch angesehene Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen nach Frankfurt geschickt würde.
Doch Asmussen ist in der SPD, und Kotz steht ihr nahe. Dass die Union über ihren Schatten springt und einen Kandidaten der Sozialdemokraten vorschlägt, gilt als unwahrscheinlich, zumal der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen bei der Besetzung dem Vernehmen nach schon angekündigt hat, Landesinteressen zu berücksichtigen. Also kommt wahrscheinlich Hans Reckers ins Spiel, der in Schleswig-Holstein gut verdrahtet ist. Reckers war schon einmal im Vorstand der Notenbank, gilt aber auch nur als bedingt geeignet für internationale Ämter. Die Hoffnungen in der Bundesbank richten sich deshalb auf das kommende Jahr. Da endet die Amtszeit des derzeitigen Vizepräsidenten Franz-Christoph Zeitler, und es ist wieder eine Stelle neu zu besetzen.
Eine derzeit diskutierte Variante wäre es, Angela Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann in den Vorstand zu berufen und als Nachfolger von Axel Weber aufzubauen, der nach den Plänen Merkels zur Europäischen Zentralbank wechseln soll, wenn deren Chef Jean-Claude Trichet in Ruhestand geht. Weidmann kommt ursprünglich aus der Bundesbank und ist national wie international hoch angesehen. Der Haken: Wenn Weber zur EZB wechselt, müsste der derzeitige Chefvolkswirt Jürgen Stark das Amt räumen, weil mehr als zwei Deutsche im Direktorium der Bank als nicht vermittelbar gelten. Stark wiederum, so glaubt man in Berlin, würde ebenfalls Anspruch auf den Spitzenposten der Bundesbank erheben.
Derweil gehen der Notenbank die Fachkräfte aus, Weber muss sich um alles selbst kümmern – und Deutschlands internationaler Einfluss sinkt. In der FDP zählen solche Erwägungen wenig. Dort freut man sich, schon wieder einen lukrativen Posten vergeben zu haben.
- Datum 07.01.2010 - 18:01 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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" die ZWEI" Merkel wirkt immer ausgelaugter und Guido's kuenftige "Minipartei" ist auf Poestchenvergabe an die Freunde ! wie das enden soll weiss langsam kein Mensch mehr
denn auch STEINMEIERS SPD will keiner so schnell wiederhaben, man kann nur hoffen die BUNDESBANK wehrt sich
aber immer nur hoffen ???
Manchmal zweifele ich an der Recherchefähigkeit dieser Zeitung.
Die einzig richtigen Informationen an diesem Artikel sind die Feststellungen, dass Jens Weidmann eine gute Besetzung wäre und Thiele eine Pfeife ist.
Das war es dann aber auch schon. Das vermeintlich hohe Ansehen von Jörg Asmussen kann ich nicht nachvollziehen. Er beherrscht es lediglich, mit Medien umzugehen.
Alles in Allem wirkt der Artikel wie von Asmussen geschrieben. Hatte Mark Schieritz als Autor vielleicht ein "Insidergespräch" mit jemand aus dem Dunstkreis Asmussen und glaubt nun, informiert zu sein?
Eher ist da wohl jemand einem Spin- Doctor in die Falle gegangen. Dazu würde auch dieses "die bösen schwarz-gelben achten auf das Parteibuch bei der Besetzung" passen. Als ob andere Parteien das nicht genau so machen. Gerade die SPD ist da skrupellos.
Dass Parteibuchdenken abzulehnen ist, sollte selbstverständlich sein. Hier wird aber der Vorwurf des Parteibuchdenkens parteipolitisch genutzt, was wieder Parteibuchdenken seitens des Autors ist.
scheint mir sehr kompetent, ich frage mich aber ist das
HANDELSBLATT auch auf falscher Faehrte ? schoen waer's ja
aber irgendwie bin ich (momentan) etwas zu misstrauich und
natuerlich machen das auch andere Parteien, trotzdem: was
koennten WIR aendern ? herzliche Gruesse AWT
scheint mir sehr kompetent, ich frage mich aber ist das
HANDELSBLATT auch auf falscher Faehrte ? schoen waer's ja
aber irgendwie bin ich (momentan) etwas zu misstrauich und
natuerlich machen das auch andere Parteien, trotzdem: was
koennten WIR aendern ? herzliche Gruesse AWT
In letzter Zeit scheint man hier ein Kampagne gegen die FDP zu führen die man in einem solchen Ausmaß sonst nur von den Kollegen der Springerpresse kennt.
Adieu Zeit!
was hat das denn bitte schön mit neutralität zu tun? ich meine: wen es nunmal stimmt?
tja, die wahrheit kann ja manchmal so bitter sein :D
was hat das denn bitte schön mit neutralität zu tun? ich meine: wen es nunmal stimmt?
tja, die wahrheit kann ja manchmal so bitter sein :D
was hat das denn bitte schön mit neutralität zu tun? ich meine: wen es nunmal stimmt?
tja, die wahrheit kann ja manchmal so bitter sein :D
Der Artikel von M. Schieritz ist unerträglich in seiner Parteinahme, seiner geradezu verleumderischen Bewertung von Personen und seiner Vorspiegelung von angeblich fachkundigen und objektiven Kenntnissen.
Die ZEIT sollte sich schämen, so etwas hier zu veröffentlichen und noch nicht einmal als höchstpersönliche Meinung von Herrn S. als Kommentar zu kennzeichnen, sondern unter Berichten. Das ist für mich redaktionelle Schlamperei.
Inhaltlich bestehen erhebliche Bedenken, so locker vom Hocker zu behaupten, Jörg Asmussen sei hoch angesehen - Kennt Herr S. eigentlich die Historie von Asmussen und dessen Aktivitäten und Äußerungen? Entweder hat Herr S. sich überhaupt nicht informiert oder er will den Lesern hier bewußt einiges verheimlichen.
Es mag sein, daß die Ansicht von Weber zu Thiele nicht positiv ausfällt. Das ist Webers Meinung. Es mag auch richtig sein, daß Thiele über bestimmte Erfahrungen nicht verfügt. Aber stempelt ihn nicht a priori und zwangsläufig als Fehlbesetzung ab.
Jedenfalls hege ich persönlich erhebliche Zweifel an der Kompetenz von Mark Schieritz. Und das nicht nur wegen dieses Artikels.
Der Artikel von M. Schieritz ist unerträglich in seiner Parteinahme, seiner geradezu verleumderischen Bewertung von Personen und seiner Vorspiegelung von angeblich fachkundigen und objektiven Kenntnissen.
Die ZEIT sollte sich schämen, so etwas hier zu veröffentlichen und noch nicht einmal als höchstpersönliche Meinung von Herrn S. als Kommentar zu kennzeichnen, sondern unter Berichten. Das ist für mich redaktionelle Schlamperei.
Inhaltlich bestehen erhebliche Bedenken, so locker vom Hocker zu behaupten, Jörg Asmussen sei hoch angesehen - Kennt Herr S. eigentlich die Historie von Asmussen und dessen Aktivitäten und Äußerungen? Entweder hat Herr S. sich überhaupt nicht informiert oder er will den Lesern hier bewußt einiges verheimlichen.
Es mag sein, daß die Ansicht von Weber zu Thiele nicht positiv ausfällt. Das ist Webers Meinung. Es mag auch richtig sein, daß Thiele über bestimmte Erfahrungen nicht verfügt. Aber stempelt ihn nicht a priori und zwangsläufig als Fehlbesetzung ab.
Jedenfalls hege ich persönlich erhebliche Zweifel an der Kompetenz von Mark Schieritz. Und das nicht nur wegen dieses Artikels.
ähnlichem Tenor steht auch im Handelsblatt. Sind da auch die Feinde der FDP am Werk?
Warum erinnert mich das nur an WestLB, BayernLB, HSH Nord, etc.? Weil dort genauso wie nun von der FDP geplant, der politische Einfluss die Bank-Entscheidungen bestimmt.
Wie schön, dass gerade die FDP in der Vergangenheit darauf hingewiesen hat, dass Politiker nicht die besten Banker sind - und mit dem Finger auf den Polit&Banker-Sumpf in den Landesbanken gezeigt hat. Und wie das so ist, wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigt, da zeigen drei auf einen zurück. In diesem Fall, wo der Lieblingskandidat offenbar nur mit massiver ministerieller Unterstützung in Amt und Würden wird kommen können, ist das natürlich was ganz anderes. Da bin ich mir ganz sicher, die Wirtschaftskompetenz der FDP ist ja legendär ..
Schwarz-Geld wird unserem Land den Rest geben. Am Ende wird nicht nur die Staatskasse zahlungsunfähig und Kreditunwürdig sein - nein, auch die unteren 85% der Bevölkerung werden um all ihren Besitz gebracht worden sein. Wenn dann wieder ein linkerer Wind weht, weil sich die gelbe Ideologie als schwachsinnig bewiesen haben wird, und sich eine sozialere Regierung bemüht, den Besitz etwas breiter zu verteilen, dann werden die oberen 10-12% der Bevölkerung mit ihrer Beute "stiften" gehen (oder so:))
Das ist so wie bei den Isländern: Ein paar Banker betrügen was das Zeug hält und setzen sich ab, wenn die Luftschlösser absehbar platzen. Danach soll die Isländische Bevölkerung bluten und enteignet werden, um die Spekulanten auszuzahlen. Ein Hoch auf Grímsson!
FM
scheint mir sehr kompetent, ich frage mich aber ist das
HANDELSBLATT auch auf falscher Faehrte ? schoen waer's ja
aber irgendwie bin ich (momentan) etwas zu misstrauich und
natuerlich machen das auch andere Parteien, trotzdem: was
koennten WIR aendern ? herzliche Gruesse AWT
Die Regierung ruiniert nämlich die Bundesbank und nicht die FDP.
Die FDP hat ja Recht, wenn sie rausholt was irgendwie machbar ist.
Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt, sollte man eher über den Hund, statt über den Schwanz staunen.
Warum soll die FDP sich zurückhalten, solange sie keiner bremst?
ddkddk schreibt:
> Die FDP hat ja Recht, wenn sie rausholt was irgendwie machbar ist.
> [...]
> Warum soll die FDP sich zurückhalten, solange sie keiner bremst?
Zum Beispiel weil deren Bundesminister einen Amtseid geleistet haben:
"Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde."
Sie bringen es auf den Punkt: zur Zeit wedelt der Schwanz mit dem Hund.
ddkddk schreibt:
> Die FDP hat ja Recht, wenn sie rausholt was irgendwie machbar ist.
> [...]
> Warum soll die FDP sich zurückhalten, solange sie keiner bremst?
Zum Beispiel weil deren Bundesminister einen Amtseid geleistet haben:
"Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde."
Sie bringen es auf den Punkt: zur Zeit wedelt der Schwanz mit dem Hund.
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