EC-Karten Kartennutzer müssen Geduld haben
Rund 30 Millionen Bankkarten produzieren seit Neujahr Fehlermeldungen. Erst bis zum Montag sollen die Störungen in Chips und Automaten behoben sein.
© John Macdougall/AFP/Getty Images

Die Zahl 2010 wird nicht erkannt – viele Automaten reagieren mit der Anzeige "Kartenfehler"
Die Fehlfunktionen von Millionen Zahlungskarten in Deutschland sind noch immer nicht behoben. Bei etwa einem Drittel der Einzelhändler könnten die betroffenen EC-Karten nicht eingesetzt werden, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit. Bis zum Montag soll das Problem mit einer Software-Aktualisierung vollständig gelöst sein. Seit dem 1. Januar sorgt ein Software-Fehler in den Mikrochips von mehr als 20 Millionen EC- und 3,5 Millionen Kreditkarten für Störungen. Die neue Jahreszahl 2010 wird nicht korrekt verarbeitet.
Allein bei den Sparkassen seien mehr als 20 Millionen der rund 45 Millionen ausgegebenen Girokarten (die früheren EC-Karten) betroffen. Bei den Privatbanken sind es dagegen nur 2,5 von 22 Millionen, wie der Branchenverband BdB erklärte. Bei den Raiffeisen- und Volksbanken betrifft das Problem 4 von 27 Millionen Karten. Insgesamt sind in Deutschland rund 120 Millionen Giro- und Kreditkarten im Umlauf, von denen rund ein Viertel derzeit untauglich sind. Ein Teil davon muss möglicherweise ausgetauscht werden. Das werde noch geprüft, sagte ein Sprecher der Postbank.
Nicht nur die Geräte der Einzelhändler, auch Geldautomaten verweigerten die Kartenannahme: Nach Eingabe der Geheimnummer und des gewünschten Geldbetrags wird auf dem Bildschirm "Kartenfehler" angezeigt und die Karte wieder ausgegeben. An Automaten sei das Abheben mit Girokarten inzwischen wieder möglich, erklärten der DSGV, die Genossenschaftsbanken, die Commerzbank und die Postbank, die zusammen rund 90 Prozent aller Plastikkarten anbieten. Die Commerzbank räumte ein, dass es an einigen Automaten noch zu Störungen mit ihren EC-Karten kommen könne. Es sei allerdings nur ein kleiner Teil der Commerzbank-Karten überhaupt von dem Softwarefehler betroffen.
Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) des Kreditgewerbes machte zunächst keine Angaben, wie viele Automaten noch nicht neu eingestellt sind. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) berichtete, bei den Sparkassen seien bereits seit dem Wochenende alle 25.700 Geldautomaten wieder funktionstüchtig.
Reisenden im Ausland könnte die Bargeldversorgung Schwierigkeiten bereiten. Denn in einigen Ländern dürfte es noch länger dauern, bis die Abhebung am Automaten wieder reibungslos läuft. "In weiten Teilen des Auslands" gebe es bei den fraglichen EC- und Kreditkarten Einschränkungen an Geldautomaten und Händlerterminals, teilte der DSGV weiter mit. Der Verband bemühe sich, für die fünf großen Urlaubsländer Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien schnell sicherzustellen, dass die Karten angenommen werden. Touristen wird empfohlen, vorsorglich Reiseschecks mitzunehmen.
- Datum 05.01.2010 - 18:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Während zahlreiche Bankkunden verzweifelt versuchen, die erforderlichen Informationen und Unterlagen insbesondere für außereuropäische Auslandsreisen zu erhalten, hüllen sich die Banken in Schweigen.
Schlimm genug, dass ein derart gravierender Fehler überhaupt auftreten kann. Respekt, dass er zumindest teilweise derart schnell behoben werden konnte.
Aber: Ich finde es inakzeptabel, dass es auf den Internetseiten der Banken bislang keinerlei Informationen zum Thema gibt (jedenfalls nicht an prominenter Stelle - falls es doch Infos geben sollte, dann sind sie gut versteckt). Auf diese Weise werden die Medien als Nachrichtenorgan der Banken missbraucht und das erscheint mir weder sinnvoll noch wünschenswert.
Die Vorherrschaft der Computer greift immer mehr um sich. Demnächst wird bei Versagen der Computer keinerlei Bankgeschäft mehr möglich sein, Autos laufen nicht mehr, die Bahn fährt nicht mehr, weil keine Weichen mehr gestellt werden können und die Lok natürlich auch elektronisch gesteuert wird, ggf. mit Linienzugbeeinflussung. Die moderen Computerschlösser lassen uns nicht mehr rein und nicht mehr raus. Die Diagnosegeräte in den Kliniken sind natürlich zwischenzeitlich auch alle computergesteuert. Flugzeuge stürzen wegen Computerfehlern bereits jetzt wesentlich häufiger ab, als wegen Terrorangriffen. Aber hier gerät keiner in Panik!
Wir können den Fortschritt natürlich nicht aufhalten.
Aber wäre es nicht angebracht, in zuverlässigere Maschinen und Programme zu investieren? Wäre dies nicht eine sinnvollere Aufgabe der EU, als darüber zu diskutieren, ob die Vorschrift über den Grad der Bananenkrümmung aufrecht erhalten oder gestrichen werden soll?
Wären hier nicht sogar die Vereinten Nationen gefordert?
Aber niemand scheint da ein Problem und Handlungsbedarf zu sehen.
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