Notiz aus Davos Klimawandel, wohl dosiert

Beim Weltwirtschaftsforum wird über den Klimawandel diskutiert – von Klimaschützern. Die schwarzen Schafe fehlen auf dem Podium. Von Uwe Jean Heuser

Podiumsdiskussion zur Klimafrage: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn diskutiert mit dem Präsidenten von Mexiko Felipe Calderon

Podiumsdiskussion zur Klimafrage: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn diskutiert mit dem Präsidenten von Mexiko Felipe Calderon

Es war die große Sitzung zum Klimawandel hier in Davos, mit dem Präsidenten von Mexiko, der den nächsten Klimagipfel vorbereitet, an der Spitze.

Präsident Calderon ist der richtige Mann für die Mammutaufgabe. Mexiko ist eines der wenigen Schwellenländer, die sich um den Klimaschutz verdient machen. Und es versucht es nun besser zu machen, als Dänemark zuvor.

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Wie schwer ein globales Klimaabkommen gleichwohl zu erreichen ist, zeigte der Rest des Gesprächs. Der führende US-Abgeordnete Markey gab sich zuversichtlich, dass sein Land in diesem Jahr ein CO2-Regime verabschieden werde. Der indische Klimaverhandler versicherte, dass alle großen Schwellenländer ihren Teil dazu beitragen würden. Caio Koch-Weser von der Deutschen Bank berichtete, wie man den Klimaschutz der Zukunft finanzieren könne. Und für die Industrie erklärte der Renault-Nissan-Chef Ghosn, dass die Autobranche sich bemühe und vor allem feste Vorgaben für die nächsten Jahrzehnte brauche.

Dann ist doch alles klar, sagte der Moderator – warum ist es dann so schwierig mit dem Kampf gegen den Klimawandel?

Die Antwort konnten alle geben: Wegen der Spieler, die nicht mit auf dem Podium saßen. Schwerindustriefirmen aus der Stahl- oder Aluminiumbranche. Chemiefirmen. Energiekonzerne. Alle eben, die beim Klimaregime verlieren würden, egal wie sorgsam man es gestaltet. Sie versuchen über ihre Regierungen das eigene Überleben, die eigene Logik zu erreichen – und zusätzlich noch Vorteile im globalen Wettbewerb zu ergattern.

So kam eine Welt zum Vorschein mit Dutzenden wichtiger Initiativen, vom europäischen Solarenergie-Konsortium Desertec bis zu dem Batterie-Auto-Projekt Better Place. Mit regionalen Einigungen und ersten Systemen für den Emissionshandel. Doch was, wenn die potenziellen Verlierer die stärkeren Lobbys haben? Was wenn sie dieses Jahr in den USA gewinnen und ein Klimagesetz verhindern? Was wenn in China der Gedanke siegt, man müsse der eigenen Schwerindustrie alle Türen offen halten?

Antworten gab es darauf nicht. Außer der: 2010 ist ein Jahr der Entscheidung. In West wie Ost. Und in Cancun kommen dann die vorher so wohl vorbereiteten Positionen auf den Tisch.

 
Leser-Kommentare
  1. Nett zu sehen, wie sich die Profiteure der Klimapanik
    verabreden.Hallo! Inzwischen hat sich herausgestellt, dass
    der Wandel nur minimal von Menschen verursacht wird. Das
    wird einfach ignoriert, weil es die erhofften Geschäfte
    stört.Caio Koch-Weser von der Deutschen Bank verliert ein
    zig-Milliarden-Geschäft, wenn der "Klimaschutz" nicht
    nötig ist. Hier wollen die Böcke Gärtner werden, dazu
    wurde das IPCC gegründet. Es sollte nicht das Klima
    erforschen, sondern die Beweise für menschengemachte
    Erwärmung liefern.(Satzung!) Die Beweise liegen nicht vor
    dennoch wird das Geschäft "Geld aus heisser Luft" einfach
    weiterbetrieben.Der Steuerzahler hat ja genug Geld für den
    Unfug.

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