Hilfe für Haiti Freie Geldspenden sind besonders willkommen

Die Spendenbereitschaft für Haiti ist groß. Aber nicht alle Spenden sind sinnvoll. Was zu beachten ist

Ende einer erfolgreichen Spendengala im niederländischen Fernsehen: Ein Scheck über 83 Millionen Euro. Derzeit werden vor allem Geldspenden benötigt

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Ja. Jede Spende nützt, aber nicht alles ist sinnvoll. Die internationale Hilfe wird in Haiti von den Vereinten Nationen koordiniert. Dort ist eine Vielzahl deutscher Organisationen aktiv, darunter das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und die Welthungerhilfe, die sich untereinander abstimmen.

Die Hilfsorganisationen benötigen jetzt vor allem Geldspenden, von Sachspenden hingegen wird abgeraten. Ihr Transport sei viel zu kostspielig, sagen Helfer. Zudem seien Sachspenden zwar gut gemeint, passten aber oftmals nicht zu den Umständen am Katastrophenort. Das traf beispielsweise auf viele Kleider und Nahrungsmittel zu, die nach dem Tsunami gespendet wurden.

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Fremde, ungewohnte Nahrung kann die Überlebenden einer Katastrophe krank machen. Darum kaufen die Organisationen das Wichtigste vor Ort. Die Welthungerhilfe besorgt ihre Nahrungsmittel beispielsweise in der benachbarten Dominikanischen Republik, wo es derzeit noch genügend Waren gibt.

Die Hilfsorganisationen können freie Geldspenden am besten verwenden. Sie ermöglichen eine schnelle, flexible Verwendung für die nötigste Hilfe. Durch Katastrophen wie das Beben in Haiti geraten andere Weltregionen, in denen auch Hilfe benötigt wird, in den Hintergrund. Freie Geldspenden unterstützen die Organisationen dabei, auch anderswo dauerhaft weiter Hilfe leisten zu können. Zweckgebundene Spenden bedeuten einen höheren Verwaltungsaufwand, sind aber dennoch willkommen.

Wer bei einer Spendengala oder einem Aktionsbündnis Geld gibt und dieses gerne einer bestimmten Hilfsorganisation zukommen lassen möchte, kann dies vermerken. Die bei solchen Aktionen gesammelten Mittel werden nach einem vorher festgelegten Schlüssel unter den Hilfsorganisationen verteilt. "Derzeit herrscht unter den deutschen Organisationen Einigkeit und keine Konkurrenz", sagt Stefanie Koop, Referentin bei der Welthungerhilfe.

Das Vorhaben ist ehrenwert, aber derzeit sollte davon abgesehen werden. Nur wenige Hilfsorganisationen arbeiten in der akuten Phase der Nothilfe mit freiwilligen Helfern. Der Einsatz in einem Katastrophengebiet erfordert eine spezielle Ausbildung, zudem muss man die Arbeitsabläufe der jeweiligen Organisation gut kennen. Derzeit ist ein Hilfseinsatz in Haiti eher unsinnig. Die Anreise ist kostspielig, das Sicherheitsrisiko ist groß, es gibt selbst für die professionellen Helfer keine Nahrungsmittel.

em sollte man spenden?

Die Kompetenz einer Hilfsorganisation ist entscheidend. Bevor man Geld überweist, sollte man sich erkundigen, ob sie sich mit den Gegebenheiten am Ort auskennt, über gute Kontakte zu anderen Helfern verfügt und wirklich wirksam Hilfe leisten kann. Übertriebene Dringlichkeit einer Spendenbitte macht skeptisch: Ein Aufruf sollte genau darüber informieren, welche Hilfe geleistet wird und mit welchen Partnerorganisationen die Einrichtung zusammenarbeitet.

Vorsicht ist auch bei Internet-Aufrufen geboten. Derzeit gibt es Trittbrettfahrer, die die Hilfsbereitschaft ausnutzen – zumeist kleinere, unbekannte Organisationen, die nicht vor Ort sind und auch nicht über die Kompetenz verfügen, helfen zu können. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) warnt auf seiner Website auch vor Einrichtungen, die Spendengelder für die Verwaltung verbrauchen oder die sie sogar veruntreuen und für private Zwecke missbrauchen. Darum sollen Spender darauf achten, dass die Hilfsorganisationen das DZI-Spendensiegel besitzen.

Das entscheiden die Hilfsorganisationen selbst – sofern es sich um freie Spenden handelt. Die Welthungerhilfe beispielsweise kauft derzeit Nahrungsmittel ein und liefert diese nach Haiti. Das Technische Hilfswerk kümmert sich seit einer Woche um die Wasseraufbereitung und hat schon mehrere wichtige Wasserstellen wieder aufgebaut. Viele Organisationen, wie beispielsweise das Rote Kreuz, die Kinderhilfsorganisation Plan International oder die Welthungerhilfe, waren schon vor der Katastrophe in Haiti tätig und werden dauerhaft ihre Arbeit fortsetzen.

Derzeit und wahrscheinlich noch viele Monate lang läuft die sogenannte Nothilfe: In Haiti ist fast die gesamte Infrastruktur ausradiert worden. Darum dauert es sehr lange, bis die Hilfsgüter ins Land gelangen und verteilt werden können. Gleichzeitig muss die Wasserversorgung wiederaufgebaut werden, auch sanitäre Anlagen sind wichtig. Unterdessen müssen die Überlebenden medizinisch versorgt werden. Parallel dazu beginnen die Aufräumarbeiten.

Nach dem Tsunami gab es vielerorts Organisationen, welche die Menschen vor Ort als Aufbauhelfer bezahlt haben. So hatten die Überlebenden wieder neue Arbeit und konnten ihre Dörfer wieder aufbauen. Allmählich wird eine Übergangsphase eintreten: Nothilfe wird noch nötig sein, aber es wird dann auch um den langfristigen Wiederaufbau des Landes gehen. Weil Haiti schon vor der Katastrophe ein sehr armes Land war, wird es nicht nur darum gehen, die alte Infrastruktur wiederherzustellen, sondern eine dauerhafte Verbesserung für die Menschen zu schaffen.

Der Staat muss neu aufgebaut werden, Straßen und Krankenhäuser, Schulen und Universitäten. Es müssen Lehrer, Ärzte, Polizisten, Richter ausgebildet werden. Haiti braucht ein Minimum an Sicherheit. Gleichzeitig muss es auch um eine wirtschaftliche Entwicklung gehen. Viele Menschen in Haiti sind nach der Katastrophe traumatisiert. Sie benötigen Hilfe und Therapien. Es wird Jahre dauern, bis das Land die Katastrophe überwunden haben wird. Darum braucht es nicht nur jetzt Spendenbereitschaft, sondern auch viele Monate und Jahre später.

 
Leser-Kommentare
  1. dieses spenden, jeder hansdampf hat mittlerweile so ein hilfsorganisation, die dann vor ort sind, natürlich sind die allesamt nicht koordiniert, geht ja auch nicht, weil niemand sagen kann wie viele von diesen hilfsorganisationen vor ort sind, keiner kann sagen was der andere macht, da werden viele das selbe machen also doppelt gemobbelt, es wird also sinnlos geld verpulvert, weil jeder was macht, aber keiner schaut was der andere macht und das mesit medienwirksam in den regionen, wo reporter mit kameras hinkommen, im hinterland wird nichts passieren

    und mit diesen katstrophen lässt sich gut geld verdienen, ich kenne jedenfalls keine hilfsorganisation, die eine genaue auflistung im internet veröffentlicht, wo welches geld hin geht, wer was im vorstand bekommt, was mitarbeiter vor ort bekommen, was für sonstige verwaltungsausgaben drauf geht und was von einem euro tasächlich für notdürftige menschen ausgegeben wird und wie sinnvoll es ausgegeben wird

    es gibt aber laufend irgendwelche skandale in und um hilfsorganisationen, wahrscheinlich wird man nur kriminelle strukturen in haiti finanziell stark unterstützen, eine anständige regierung wird es nicht geben, gibt es die doch auch in den ach so zivilisierten westlichen ländern auch nicht

    "super" wenn man nur für kinder geld sammelt, die können sich noch weniger aufregen wenn kein geld ankommt und was wird aus den kindern ohne eltern?? eine schwangere mit unterernährung, da stirbt auch das ungeborene zuerst und nicht die frau

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