Stromnetz Europas neue Großbaustelle
Die EU will den Ausbau des Stromnetzes besser koordinieren - und Deutschland mischt kräftig mit. Dabei hätte die Bundesregierung zu Hause noch einiges abzuarbeiten.
© Christopher Furlong/Getty Images

Vor Liverpool betreibt der dänische Versorger Dong den Offshore-Windpark Burbo Bank. Die britische Regierung setzt insbesondere auf Windkraft von hoher See, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen
Es ist das klassische Henne-Ei-Problem. Auf hoher See soll ein Offshore-Windpark entstehen. Um Kredite und Versicherungen zu erhalten, benötigt der Betreiber die Zusage, dass sein Windpark an ein Stromnetz angebunden wird und er den Strom auch an Land transportiert bekommt. Doch der Betreiber des Stromnetzes ist wiederum zögerlich: Wer garantiert ihm, dass sich die milliardenschweren Investitionen in Stromleitungen auf See tatsächlich rechnen? Was, wenn im letzten Moment der Bau des Windparks misslingt?
Ein Dilemma, das kaum zu lösen ist. Seit Monaten beschäftigt es Bundesnetzagentur, Ministerien, Verbände und Netzbetreiber, die in Nord- und Ostsee Windparks anschließen müssen. Der unscheinbare Paragraf 17 im Energiewirtschaftsgesetz bringt so die Energiewende ins Stocken. Die Bundesnetzagentur musste sogar schon eine Art Fahrplan formulieren, wie ein Anschluss eines Offshore-Windparks zeitlich ablaufen soll. Damit hofft man, dass das Problem zumindest teilweise gelöst ist. "Aber bis heute gibt es keine Sanktionsmechanismen", klagt Ulf Gerder vom Bundesverband Windenergie, "Was passiert etwa, wenn ein Netzanschluss bewusst hinausgezögert wird?"
Die schwammige Gesetzeslage ist nur ein Beispiel für die schleppende Integration der erneuerbaren Energien ins Stromnetz. Dabei ist der Handlungsbedarf riesig, denn das heutige Stromnetz kann die zusätzlichen geplanten Mengen Ökostrom – egal, ob aus Wind, Solar oder Biomasse produziert – nicht mehr transportieren. Mindestens 850 Kilometer neue Stromleitungen müssen allein in Deutschland bis 2015 her, damit der auf See produzierte Offshore-Strom zu den Verbrauchszentren im Süden abtransportiert werden kann, berechnete die Deutsche Energieagentur bereits vor Jahren. Heute werden sicherlich noch einige Kilometer dazu gekommen sein.
Doch hierzulande stockt der Netzausbau. Das liegt an den langjährigen, zähen Planungsverfahren. Auch Gesetze wie das Wortungetüm "Infrastukturbeschleunigungsgesetz" wirken da nur langsam. An zahlreichen Orten machen zudem Bürgerinitiativen Front gegen neue Freilandleitungen und fordern Erdkabel – gegen die sich die Netzbetreiber wiederum wegen hoher Kosten sträuben.
Die Bundesregierung hat indes das Thema neu entdeckt. Sie will es europäisch koordinieren und mischt nun in gleich zwei Initiativen mit. Zum einen koordiniert der ehemalige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Georg Adamowitsch, seit 2007 für die Europäische Union die Integration der Stromnetze. Er wird im Januar einen Bericht vorlegen, wie das europäische Stromnetz der Zukunft aussehen müsste, will Europa seine Ökostrom-Ziele erreichen. "Wir müssen weg von nationalen Lösungen und brauchen eine europäische Vision", sagt Stromnetz-Experte Patrick Bourrel von der EU-Kommission. So wie es aussieht, wird der Aufbau eines europäischen Stromnetzes allerdings noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern - ähnlich wie die Wüstenstrom-Initiative Desertec.
Adamowitsch wirbt vor allem für den geplanten Offshore-Park Krieger`s Flak in der Ostsee. Ursprünglich wollten Deutschland, Dänemark und Schweden hier eigene Windparks mit jeweils eigenem Netzanschluss an der eigene Küste bauen. Jetzt ist aus Krieger´s Flak ein Gemeinschaftsprojekt geworden, das mit rund 150 Millionen Euro von Brüssel gefördert wird. "Hier können drei Regierungen, drei Betreiber und drei Regulierer zeigen, dass sie die Koordinierung schaffen", sagt Bourrel, "Wir hoffen sehr, dass das Projekt realisiert wird."
Neben Brüssel koordiniert das Bundeswirtschaftsministerium nun auch eine eigene Initiative zum Anschluss der Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. Auch wenn er sich bislang nicht als Ökostrom-Fan einen Namen gemacht hat, bekräftigte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüdele am Dienstag die Ausbauziele der Bundesregierung. "Für Deutschland als Land mit ambitionierten Offshore-Ausbauplänen hat die Initiative große Bedeutung", sagte er. "Wir wollen dazu beitragen, dass uns möglichst schnell der Sprung in das regenerative Zeitalter gelingt. Dies muss mit neuesten Technologien und auf wirtschaftliche Weise erfolgen."
- Datum 05.01.2010 - 20:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Das ist immer noch die Gretchenfrage. Wenn der Wind weht, gibt's Strom. Wenn nicht, herrscht Flaute. Die völlige Unzuverlässigkeit des Windes bleibt ein ungelöstes Problem.
So wird zum Beispiel untersucht, durch Windkraft erzeugten Strom durch Elektrolyse in Wasserstoff umzuwandeln und in Zeiten von Windflaute wieder über Verbrennung zu verstromen. Im Moment würde diese Lösung nur für größere Windparks als Option zur Verfügung stehen. Aber die Forschung bleibt ja nicht stehen, vielleicht gibt es bald kleinere Anlagen und vor allem passende Brennstoffzellen.
> http://www.energieportal2...
So wird zum Beispiel untersucht, durch Windkraft erzeugten Strom durch Elektrolyse in Wasserstoff umzuwandeln und in Zeiten von Windflaute wieder über Verbrennung zu verstromen. Im Moment würde diese Lösung nur für größere Windparks als Option zur Verfügung stehen. Aber die Forschung bleibt ja nicht stehen, vielleicht gibt es bald kleinere Anlagen und vor allem passende Brennstoffzellen.
> http://www.energieportal2...
Strom muß nicht aufbewahrt werden wenn er verbraucht werden kann. Noch sehr lange wird der Verbrauch höher sein als die Windstromproduktion.
So lange dies so ist kann der Strom in nichtverbrauchter Kohle/Gas aufbewahrt werden.
in der Praxis dann doch nicht dar. Starkwind in Schwachlastzeiten stellt für das Netzmanagement in der Tat Probleme dar.
> http://www.vde.com/de/fg/...
in der Praxis dann doch nicht dar. Starkwind in Schwachlastzeiten stellt für das Netzmanagement in der Tat Probleme dar.
> http://www.vde.com/de/fg/...
So wird zum Beispiel untersucht, durch Windkraft erzeugten Strom durch Elektrolyse in Wasserstoff umzuwandeln und in Zeiten von Windflaute wieder über Verbrennung zu verstromen. Im Moment würde diese Lösung nur für größere Windparks als Option zur Verfügung stehen. Aber die Forschung bleibt ja nicht stehen, vielleicht gibt es bald kleinere Anlagen und vor allem passende Brennstoffzellen.
> http://www.energieportal2...
mir dieser Methode würden 60-70% der Energie verloren gehen.
Das bestehende Erdgasnetz könnte zum Speicher für Windstrom werden
http://www.wir-klimarette...
Elektolyse hat einen Wirkungsgrad von über 80%, lt dem link von energieportal24 kann nach der Erdgasbranche dem Erdgas 5% Wasserstoff beigemischt werden - 1 KWh Wasserstoff kann so 1 KWh russ. Erdgas ersetzen. In KWK-Anlagen, z.B. VW-Heizungen wird dieses Erdgas/Wasserstoff-Gemisch mit einem Wirkungsgrad von 92% verwendet. Gesamtwirkungsgrad über 73%.
Diese Lösung gilt nicht nur für einzelne Windparks, die Elektrolyse kann zentral geschehen. Wozu haben wir das Stromnetz.
mir dieser Methode würden 60-70% der Energie verloren gehen.
Das bestehende Erdgasnetz könnte zum Speicher für Windstrom werden
http://www.wir-klimarette...
Elektolyse hat einen Wirkungsgrad von über 80%, lt dem link von energieportal24 kann nach der Erdgasbranche dem Erdgas 5% Wasserstoff beigemischt werden - 1 KWh Wasserstoff kann so 1 KWh russ. Erdgas ersetzen. In KWK-Anlagen, z.B. VW-Heizungen wird dieses Erdgas/Wasserstoff-Gemisch mit einem Wirkungsgrad von 92% verwendet. Gesamtwirkungsgrad über 73%.
Diese Lösung gilt nicht nur für einzelne Windparks, die Elektrolyse kann zentral geschehen. Wozu haben wir das Stromnetz.
mir dieser Methode würden 60-70% der Energie verloren gehen.
Alternative wäre ein Abschalten bei überschüssiger Produktion.
... als 100% Verlust durch Abschalten der überschüssigen Leistung.
Selbst die 60-70% Verlust können sich wirtschaftlich rechnen, je nach dem welches Konzept dahinter steht.
Überdies sind 60-70% Verlust schon das schlechtestmögliche Konzept (flüssiger H2 ausgenommen) und kann je nach Konzept auch auf 20% Verlust gedrückt werden.
Alternative wäre ein Abschalten bei überschüssiger Produktion.
... als 100% Verlust durch Abschalten der überschüssigen Leistung.
Selbst die 60-70% Verlust können sich wirtschaftlich rechnen, je nach dem welches Konzept dahinter steht.
Überdies sind 60-70% Verlust schon das schlechtestmögliche Konzept (flüssiger H2 ausgenommen) und kann je nach Konzept auch auf 20% Verlust gedrückt werden.
Alternative wäre ein Abschalten bei überschüssiger Produktion.
in der Praxis dann doch nicht dar. Starkwind in Schwachlastzeiten stellt für das Netzmanagement in der Tat Probleme dar.
> http://www.vde.com/de/fg/...
machen es schwierig.
Unflexible Überproduktion drückt an der Strombörse den Preis unter null.
http://www.zeit.de/2010/0...
machen es schwierig.
Unflexible Überproduktion drückt an der Strombörse den Preis unter null.
http://www.zeit.de/2010/0...
... als 100% Verlust durch Abschalten der überschüssigen Leistung.
Selbst die 60-70% Verlust können sich wirtschaftlich rechnen, je nach dem welches Konzept dahinter steht.
Überdies sind 60-70% Verlust schon das schlechtestmögliche Konzept (flüssiger H2 ausgenommen) und kann je nach Konzept auch auf 20% Verlust gedrückt werden.
Das bestehende Erdgasnetz könnte zum Speicher für Windstrom werden
http://www.wir-klimarette...
Elektolyse hat einen Wirkungsgrad von über 80%, lt dem link von energieportal24 kann nach der Erdgasbranche dem Erdgas 5% Wasserstoff beigemischt werden - 1 KWh Wasserstoff kann so 1 KWh russ. Erdgas ersetzen. In KWK-Anlagen, z.B. VW-Heizungen wird dieses Erdgas/Wasserstoff-Gemisch mit einem Wirkungsgrad von 92% verwendet. Gesamtwirkungsgrad über 73%.
Diese Lösung gilt nicht nur für einzelne Windparks, die Elektrolyse kann zentral geschehen. Wozu haben wir das Stromnetz.
Und was soll die Beimischung bringen, Wasserstoff hat gerade mal 1/5 der Energiedichte von Erdgas.
Und was soll die Beimischung bringen, Wasserstoff hat gerade mal 1/5 der Energiedichte von Erdgas.
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