Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk Staatssekretär fordert Dreistufentest für "Tagesschau"-App

Der Rundfunkrat müsse die Anwendung prüfen, sagt der Chef der Mainzer Staatskanzlei, Stadelmaier. Zugleich plädiert er für eine weniger aufgeregte Debatte.

Nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Staatssekretärs Martin Stadelmaier, als Chef der Mainzer Staatskanzlei maßgeblich in der deutschen Medienpolitik, muss der NDR die geplante iPhone-Applikation der Tagesschau einem Dreistufentest unterziehen. Der Test, den der Rundfunkrat durchführen müsste, prüft neue Telemedienangebote auf ihren gesellschaftlichen Nutzen, ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb und hinsichtlich ihrer Finanzierbarkeit.

Wie Stadelmaier ZEIT ONLINE nochmals bestätigte, seien sogenannte Apps ein neuer Verbreitungsweg, der als Teil eines Telemedienkonzeptes prüfungsrelevant sei. Das heiße allerdings nicht, dass einzelne Bestandteile der Software durch den Test müssten.

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Stadelmaier plädierte für eine weniger aufgeregte Debatte. "Es kann auch nicht sein, dass wir den Öffentlich-Rechtlichen einen Verbreitungsweg komplett verbieten, nur weil er besser für die Privaten kommerziell nutzbar ist als andere." Die Verlage täuschten sich mit solchen Auseinandersetzungen über ihre eigene Situation hinweg.

ARD aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke hatte kurz vor Weihnachten angekündigt, dass die Tagesschau für das Frühjahr 2010 eine Applikation für das iPhone plane. Das hatte vor allem beim Springer-Verlag, der Anfang Dezember zwei kostenpflichtige Apps seiner Blätter Welt und Bild auf den Markt brachte, für großen Unmut gesorgt. Auch der Berliner Kulturstaatsminister Bernd Neumann sprach davon, dass mit einer Gratis-App der Tagesschau ein neuer Markt mit Gebührengeldern "auf problematische Art und Weise verzerrt" werde.
 

 
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