Sie heißen David Rhodes und Daniel Stelter und gießen in Davos Wasser in den Wein. Genauer gesagt ziehen die beiden allerhand Parallelen zwischen der großen Depression der dreißiger Jahre und heute. Eine Finanzkrise wie die von 2008 habe ihren Preis, meinen sie. Und der äußere sich vor allem darin, dass die Volkswirtschaften in den kommenden Jahren nur sehr langsam wachsen werden – wenn überhaupt.

Schlechte Nachrichten, aber die beiden Männer sind Unternehmensberater in Diensten der Boston Consulting Group. Und als solche wenden sie die negative Erwartung in strategische Tipps. Wie man in Zeiten langsamen Wachstums gewinnt, versuchen sie hier in Davos wie auch in ihrem neuen Buch zu erklären.

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Angriff heißt ihr erstes Rezept: Wenn der Markt nicht wächst, muss man den Konkurrenten Marktanteile abjagen. Also haben diejenigen Vorteile, die noch über hinreichend Finanzmittel verfügen und diese Finanzmittel auch einsetzen. Sie können aggressiv Innovationen vorantreiben, werben und verkaufen. Außerdem richten sie sich darauf ein, dass der Staat mit seinen Regeln und seinen Investitionen einen erheblichen Teil der Wirtschaft bestimmt. Folglich stellen sich die Gewinner gut mit Vater Staat.

Doch in dieser Weise geschickt, schnell und aggressiv zu sein, reicht nicht, meinen die zwei Berater. Der Blick in die Geschichte und insbesondere in die große Rezession zeigt ihnen, dass die Gewinner auch umdenken. Sie erkennen frühzeitig die neuen Gegebenheiten und richten sich danach.

Ein Beispiel ist der amerikanische Autobauer Chrysler, der einen langen Niedergang hinter sich hat und heute in den Händen von Fiat ist. In der Großen Depression war er der große Gewinner, weil er kleine Autos baute. Die Mittelschicht, die in den zwanziger Jahren geprasst hatte, wollte auf einmal sparen und mithin günstige Autos statt immer größerer Gefährte. Ford blieb denn auch auf seinen Luxusprodukten sitzen, während Chrysler Anteile im Massenmarkt gewann.

In Phasen der wirtschaftlichen Unsicherheit ändert sich die Nachfrage, heißt das, und gescheite Manager erkennen das frühzeitig und nutzen es aus.

Nun müssen die Manager nur noch entscheiden, ob es wirklich zur großen Stagnation kommt in ihren Märkten oder ob die Pessimisten Unrecht haben.