Lebensmittel: 100 Prozent höhere Preise
Verbraucherschützer werfen Markenherstellern Tricksereien vor – durch kleinere Packungen und billigere Zutaten
© Patrick Pleul/dpa

Wer selbst pflückt und einkocht, weiß, wie viel er kriegt: Heidelbeerernte in Brandenburg
Markenhersteller jubeln Verbrauchern Preiserhöhungen unter, ohne dass diese das merken. Der Trick: Der Preis bleibt gleich, aber die Menge wird kleiner. In einer neuen, aktualisierten Liste nennt die Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg 62 Markenartikel, bei denen die Kunden weniger fürs gleiche Geld bekommen. "Diese Fälle nehmen zu", sagte die Ernährungsexpertin der VZ, Silke Schwartau, dem Tagesspiegel.
Die krassesten Fälle: 5,99 Euro müssen Jugendliche zahlen, wenn sie ihre Pickel mit der Clearasil Akut-Creme behandeln. Doch in der neuen Tube ist nur noch halb so viel drin wie in der alten. Preiserhöhung: 100 Prozent. Auch die Firma Schwartau nimmt einen der vorderen Plätze auf der Liste ein. Zwar kosten ihre Schoko-Blättchen noch immer 1,89 Euro, doch gibt es dafür heute nur noch 115 Gramm statt 160 Gramm. Kräftige Preiserhöhungen hat es auch bei einem anderen Schwartau-Produkt gegeben, den Corny-Riegeln – und das, obwohl die Preise auf den ersten Blick gesunken sind. Seit April vergangenen Jahres kostet die Packung 80 Cent weniger. Doch statt zehn Riegeln à 25 Gramm bekommt man heute nur noch sechs Riegel à 20 Gramm. Preiserhöhung: gut 34 Prozent.
Geringere Füllmengen, billigere Rezepturen, der Einfallsreichtum der Hersteller ist groß, kritisieren die Verbraucherschützer. Sie werfen Iglo vor, dem Schlemmer-Filet Bordelaise weniger teuren Fisch und mehr billige Panade unterzumischen. Unilever spare Rohstoffkosten bei seiner Rama, indem der Fettanteil gesenkt und stattdessen Wasser zugesetzt wurde.
Verbraucherschützerin Schwartau forderte am Donnerstag die Politik auf, wenigstens für Grundnahrungsmittel wieder zu festen Füllmengen für Fertigverpackungen zurückzukehren. Doch die EU ist auf dem entgegengesetzten Weg. Seit dem vergangenen April gibt es nur noch für Wein, Sekt und Spirituosen verbindliche Vorgaben, bei allen anderen Lebensmitteln können die Hersteller die Verpackungsgrößen frei wählen.
Wie viel sie in ihre Packungen füllen und was diese kosten, sei im Wesentlichen die Entscheidung der Produzenten, sagt Ulrike Hörchens, Sprecherin des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Zumindest bei starken Marken habe der Handel so gut wie keinen Einfluss.
Die Hersteller verteidigen die Freigabe der Verpackungsgrößen. Die Verbraucher könnten jetzt gezielt die Größen kaufen, die sie brauchen, betont Andrea Moritz, Sprecherin des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde. Da der Handel den Grundpreis der Waren angeben müsse, könnten die Verbraucher trotz der unterschiedlichen Größen die Preise vergleichen.
Auch die von der VZ genannten Firmen wollen den Vorwurf der Preistreiberei nicht auf sich sitzen lassen. Viele Konsumenten hätten sich bei Test-Verkostungen eine neue Panade gewünscht, heißt es bei Iglo. Allerdings gebe es nach wie vor eine große Fangemeinde für die alte Rezeptur, daher bringe Iglo ab März parallel beide Varianten in den Handel. Auch Schwartau verteidigt die neuen, kleineren Corny-Riegel. Sie hätten weniger Kalorien und seien daher "optimal auf eine figurbewusste Ernährung" abgestimmt, betont Sprecherin Stephanie Tron. Dass weniger Riegel in der Packung seien, liege daran, dass die Haushalte in Deutschland kleiner werden. Zudem habe man die Rezeptur verbessert. Das sagt auch Clearasil-Produzent Reckitt Benckiser. Man habe das Produkt verbessert, außerdem seien die Rohstoffkosten gestiegen. Dass in der Pickeltube weniger drin ist, sei aber von außen leicht zu erkennen. Zudem sorge auch der Grundpreis für Transparenz.
Verbraucherschützerin Schwartau bezweifelt das. Nach Recherchen der VZ komme es immer wieder vor, dass der Grundpreis ganz fehlt, falsch ist oder zu klein gedruckt ist. "Viele Kunden können das gar nicht lesen", sagt sie.
Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 7.1.2010





Vielen Dank auch EU :-(
Nein, vielen Dank an unsere Medien die über wichtige Gesetzesentscheidungen in Brüssel erst berichten, nachdem diese schon gelaufen sind. Die vierte Gewalt versagt!
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Zitat: "Markenhersteller jubeln Verbrauchern Preiserhöhungen unter, ohne dass diese das merken."
Welche Verbraucher? Die doofen?
Bei fast allen Produkten wird der Kilo- oder 100-Gramm-Preis angegeben. Selbst ein Baumschüler dürfte in der Lage sein, eine Preiserhöhung zu schnallen.
die Frage ist wohl eher: wen interessieren diese Preisänderungen tatsächlich, wenn dennoch das selbe Produkt seit Jahren gekauft wird oder man scheinbar das selbe erhält, und einen qualtitativen Unterschied gar nicht bemerkt.
Wenn man Verbraucher als doof bezeichnet, aber selbst auf Preis pro Kilo oder 100g Angaben hereinfällt, dann ist das nur ein Indiz dafür, wie weit man es bei der Irreführung der Verbraucher tatsächlich bereits gebracht hat, in diesem Fall sogar mit freundlicher Unterstützung der Verbraucherschützer. Es gibt sehr viele unterschiedliche Methoden, um eine Preiserhöhung zu verstecken, an der Verpackung wird dann aber natürlich nicht gespart, und in einem Atemzug der Umweltschutz angepriesen.
Wer wirklich intelligent einkaufen will überlegt zwei mal, ob man für einen vergleichbaren Preis nicht doch ein qualitativ und quantitativ höherwertiges Produkt erhält, und hier wird der Vergleich erst richtig schwierig. Und ein Test ist auch nur ein Anhaltspunkt.
...wenn man im Kopf ausrechnen muss, welche Windeln billiger sind -56 Stück für 6,99 oder 74 Stück für 9,29 Euro.
Mich hat das jedenfalls immer genervt -und der Preis pro Windel stand selten mit auf dem Etikett.
die Frage ist wohl eher: wen interessieren diese Preisänderungen tatsächlich, wenn dennoch das selbe Produkt seit Jahren gekauft wird oder man scheinbar das selbe erhält, und einen qualtitativen Unterschied gar nicht bemerkt.
Wenn man Verbraucher als doof bezeichnet, aber selbst auf Preis pro Kilo oder 100g Angaben hereinfällt, dann ist das nur ein Indiz dafür, wie weit man es bei der Irreführung der Verbraucher tatsächlich bereits gebracht hat, in diesem Fall sogar mit freundlicher Unterstützung der Verbraucherschützer. Es gibt sehr viele unterschiedliche Methoden, um eine Preiserhöhung zu verstecken, an der Verpackung wird dann aber natürlich nicht gespart, und in einem Atemzug der Umweltschutz angepriesen.
Wer wirklich intelligent einkaufen will überlegt zwei mal, ob man für einen vergleichbaren Preis nicht doch ein qualitativ und quantitativ höherwertiges Produkt erhält, und hier wird der Vergleich erst richtig schwierig. Und ein Test ist auch nur ein Anhaltspunkt.
...wenn man im Kopf ausrechnen muss, welche Windeln billiger sind -56 Stück für 6,99 oder 74 Stück für 9,29 Euro.
Mich hat das jedenfalls immer genervt -und der Preis pro Windel stand selten mit auf dem Etikett.
Nein, vielen Dank an unsere Medien die über wichtige Gesetzesentscheidungen in Brüssel erst berichten, nachdem diese schon gelaufen sind. Die vierte Gewalt versagt!
die Frage ist wohl eher: wen interessieren diese Preisänderungen tatsächlich, wenn dennoch das selbe Produkt seit Jahren gekauft wird oder man scheinbar das selbe erhält, und einen qualtitativen Unterschied gar nicht bemerkt.
Wenn man Verbraucher als doof bezeichnet, aber selbst auf Preis pro Kilo oder 100g Angaben hereinfällt, dann ist das nur ein Indiz dafür, wie weit man es bei der Irreführung der Verbraucher tatsächlich bereits gebracht hat, in diesem Fall sogar mit freundlicher Unterstützung der Verbraucherschützer. Es gibt sehr viele unterschiedliche Methoden, um eine Preiserhöhung zu verstecken, an der Verpackung wird dann aber natürlich nicht gespart, und in einem Atemzug der Umweltschutz angepriesen.
Wer wirklich intelligent einkaufen will überlegt zwei mal, ob man für einen vergleichbaren Preis nicht doch ein qualitativ und quantitativ höherwertiges Produkt erhält, und hier wird der Vergleich erst richtig schwierig. Und ein Test ist auch nur ein Anhaltspunkt.
Man sollte ab und an mal ins Ausland fahren, dann weiß man, wie viel Lebensmittel tatsächlich kosten. England und Frankreich sind zwei bis dreimal so teuer wie Deutschland. Was ich wirklich zum Totlachen finde: diese Fertignudeln aus der Tüte oder dem Becher kosten so zwischen 80 Cent und 2 Euro, da sind schätzungsweise zwischen 100 und 200 g Nudeln drin. 500 g Nudeln kosten etwa ab 50 Cent. Wer solche Preise für ein minderwertiges Produkt bezahlt, sollte sich bei anderen Sachen nicht wundern: Ein "Teegetränk", das 2 Prozent Tee und 98 Prozent Zucker und Geschmacksstoffe enthält.
das muss man dann aber auch in realtion der Löhne sehen. Also so einfach ist das dann doch nicht.
Asuserdem: Negativbesipiele sollten den Täuschern in Deutschland nicht noch spielraum geben. Wir sollten leiber einem Ideal entgegeneifern um auf dem weg dahin besse rzu werden. Grundsatz der Philosophie :)
das muss man dann aber auch in realtion der Löhne sehen. Also so einfach ist das dann doch nicht.
Asuserdem: Negativbesipiele sollten den Täuschern in Deutschland nicht noch spielraum geben. Wir sollten leiber einem Ideal entgegeneifern um auf dem weg dahin besse rzu werden. Grundsatz der Philosophie :)
das muss man dann aber auch in realtion der Löhne sehen. Also so einfach ist das dann doch nicht.
Asuserdem: Negativbesipiele sollten den Täuschern in Deutschland nicht noch spielraum geben. Wir sollten leiber einem Ideal entgegeneifern um auf dem weg dahin besse rzu werden. Grundsatz der Philosophie :)
Liegts an Schwarz-Gelb, dass endlich so etwas geschrieben wird. Aber nützen tut es trotzdem nichts.
Die Preiserhöhungen 1:1 beim Euro waren ja auch der damaligen Inflationsrate von 100% geschuldet. Konnte man auch nichts machen.
Genauso wie die künstlichen Zutaten z. B. Kunstkäse in billigeren Lebensmitteln durchaus Indiz für eine Verknappung gewisser natürlicher Lebensmittel mit entsprechender Verteuerung sprechen und den, der darauf angewiesen ist, ein kleines Stück ärmer machen.
Aber solange es schmeckt und in der Tube noch Creme drin ist, kann die EU zufrieden sein. Die Beteiligten kaufen und essen eh nicht auf diesem Niveau.
...wenn man im Kopf ausrechnen muss, welche Windeln billiger sind -56 Stück für 6,99 oder 74 Stück für 9,29 Euro.
Mich hat das jedenfalls immer genervt -und der Preis pro Windel stand selten mit auf dem Etikett.
Einen tipp hätte ich: Die billigere WAre wird meist unten im Regal gelagert, weil Konsumenten bequemerweise eher Produkte auf AUgenhöhe beachten, sind dort auch die teureren Markenprodukte anzutreffen. Augen runter beim Einkauf!
Einen tipp hätte ich: Die billigere WAre wird meist unten im Regal gelagert, weil Konsumenten bequemerweise eher Produkte auf AUgenhöhe beachten, sind dort auch die teureren Markenprodukte anzutreffen. Augen runter beim Einkauf!
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