Leasing wird steigen
Frage: Mini-Renditen, rote Zahlen, wenig Eigenkapital – bekommt ein mittelständischer Autohändler eigentlich bei seiner Bank noch einen Kredit?
Rademacher: Von einer Kreditklemme in unserer Branche kann nicht gesprochen werden. Alle Banken sind aber vorsichtiger geworden, auch die Autobanken. Jeder Händler sollte sich deshalb ganz offen mit seinem Banker zusammensetzen. Das mag in vielen Fällen nicht einfach sein, aber es bildet Vertrauen. So hat man eine gute Chance, seine Kreditlinie verlängert zu bekommen. Gut die Hälfte der Autohäuser vegetiert mit einer Eigenkapitalquote zwischen fünf und zehn Prozent dahin. 20, besser 25 Prozent wären gesund.
Frage: Woher soll das Kapital kommen?
Rademacher: Am besten, indem man Gewinne über Jahre im Unternehmen belässt. Weil nachhaltig hohe Gewinne aber unrealistisch sind, braucht der deutsche Autohandel ein neues Geschäftsmodell. Die Autohersteller müssen sich dem Handel gegenüber verantwortlicher verhalten. Am drängendsten ist das Problem mit den Leasing-Rückläufern.
Frage: Weil die Hersteller die Restwerte von Leasingfahrzeugen in der Vergangenheit viel zu hoch angesetzt haben, müssen die Händler nach dem Auslaufen der Leasingverträge die Fahrzeuge überteuert zurücknehmen und die Verluste tragen. Daimler unterstützt seine Händler inzwischen mit Millionen, indem sich der Konzern an den Verlusten beteiligt. Was tun die anderen Hersteller?
Rademacher: Daimler ist Vorreiter, Volkswagen und BMW haben die Absicht, nachzuziehen. Einen echten Kompromiss mit ihren Händlern haben sie aber noch nicht gefunden. Es muss dringend mehr passieren. Nur in Deutschland fällt das Restwertrisiko auf die Händler zurück. In anderen europäischen Märkten und in den USA tragen es die Hersteller.
Frage: Wie viele Leasingfahrzeuge mit zu hohen Restwerten kommen noch in den Handel zurück?
Rademacher: 2010 und 2011 werden es sicher noch einige hunderttausend Leasingfahrzeuge sein, die die Händler zu überhöhten Preisen ankaufen müssen. Insgesamt ist etwa jedes dritte Fahrzeug auf deutschen Straßen ein Leasingfahrzeug.
Frage: Müssen die Verbraucher mit steigenden Leasingraten rechnen?
Rademacher: In der Tendenz wird das Fahrzeugleasing teurer. Die gewerblichen Kunden kommen 2010 nach unserer Einschätzung trotzdem zurück. Viele Großkunden haben die Anschaffung von Neuwagen 2009 verschoben. Das ändert sich. Es bleibt aber bei kleinen Impulsen. Wir bewegen uns also auf dünnem Eis.
Robert Rademacher (70) ist seit 2006 Präsident des Zentralverbands des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). Von 1972 bis 2005 war Rademacher Chef der Gottfried Schultz GmbH & Co KG, seitdem ist er Mitglied des Verwaltungsrats. Die 1931 gegründete Firma ist einer der größten Vertriebspartner von Volkswagen, Audi und Porsche. Das Gespräch führte Henrik Mortsiefer.
(Zuerst erschienen im Tagesspiegel)
- Datum 08.02.2010 - 12:05 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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tut das einzig Richtige!
Die heimische Automobilbranche kann nur im Export noch gewinnen.
Für Deutschland ist der Zug bereits 2009 abgefahren.
Pfeifen im dunklen Keller, was sonst bleibt übrig?
Ich nicht. Und das sieht man alltäglich auf den Straßen, wo Tonnen von Blech unter Aufbietung von Hunderten von kW mal eben um die Ecke zu Bäcker, zum Metzger und zum Zigarettenautomaten fahren. Dazwischen fahren sie natürlich auch mal zur Tankstelle ( für Auto und für Fahrer ). Aber Hauptsache, dass das Auto ku-ell aussieht ( vor allem von hinten mit den vielen Auspuffrohren ) und einen hohen Flirtfaktor hat.
Für einen intelligenten Autokäufer gibt es an das Transportmittel "Auto" deutlich andere Anforderungen.
Wer glaubt an intelligente Hersteller?
Die Frage habe ich mir bei meinem jetzigen Kauf gestellt. Ich kann die Scheibenwischer nicht mehr abklappen bei Frost, da die Entwickler der Meinung sind, durch "tiefer legen" (etwas in die Motorhaube) den cw-Wert toll zu verbessern. Eine Handbremse hat mein Fahrzeug auch nicht, es gibt jetzt eine elektronische Parkbremse. Der bequem zu tragende Zündschlüssel ist einer Karte (EC-Kartenformat) gewichen. In der Karte ist natürlich zur Sicherheit ein Schlüssel. Motor anlassen mit Knopfdruck. Diese für mich nicht ganz nachzuvollziehende Komponenten waren aber das kleinere Übel im Vergleich zu anderen.
Man verliert irgendwie das Prinzip aus den Augen. Der Transport von A nach B. Der Wirkungsgrad des Motors hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich verbessert. Seit 1991 fahre ich immer ein Auto mit gleichen Hubraum und annähernd gleicher PS-Zahl. Aber der Spritverbrauch ist gleich geblieben. Was nützt es da eine "Start-Stop-Eco-Handling-Zero"- Funktion mit tutender Gurt-nicht-angelegt-Erinnerung zu haben? Und das tolle Kurvenlicht. Habe bisher in meinem ganzen Leben noch jede Kurve ohne Licht gekriegt.
Wozu im Auto Klimazonen, zu Hause im Wohnzimmer habe ich auch nur eine. Wozu ein Panoramafenster, muss eigentlich immer auf die Straße schauen. Wozu ein Tempomat, meine Gelenke funktionieren. Meine Augen sind auch in Ordnung, ich sehe wenn es dunkel wird oder anfängt zu regnen.
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