Boom und Zerfall

Griechische Ruinen

Rostige Geländer, abblätternder Putz: Ein verlassenes Gebäude am Ufer des Mittelmeers im griechischen Nauplion. Bauruinen wie diese gibt es überall in Griechenland. Unzählige Tankstellen, Rastplätze, Lagerhäuser und Hotels wurden im Bauboom der Neunzigerjahre begonnen, aber niemals zu Ende gebracht. Bis heute wartet man vergeblich darauf, dass sie genutzt würden. Sie sind ein Symbol für die wirtschaftliche und politische Krise, in der sich das Land im Augenblick befindet. 

Die hier gezeigten Bilder entstanden auf einer Rundreise im Sommer 2008, fotografiert von Benjamin Tafel, Jahrgang 1977. Er arbeitet als freier Art Director und Fotograf in Stuttgart.

Leser-Kommentare
  1. ... wobei man bei den Griechen nie so richtig sicher sein kann, was nun Ruine ist und was noch im Bauzustand. Ihre Privathäuser bauen die ja auch im Jahresrhythmus, je nach finanzieller Lage. In so einer trockenen und warmen Gegend geht das, ohne dass die Bausubstanz zu sehr leidet. In D würde der erste Frost den Beton sprengen...

    Apropro Beton:

    @Online-Redaktion
    Bei Bild 3 heißt es "im Vordergrund weitere Zementfundamente" das sei einem Fotografen/Journalisten verziehen, aber richtig muss es heißen "Betonfundamente", Zement ist nur das Pulver (Bindemittel) mit dem der Beton hergestellt wird. Siehe auch:
    http://de.wikipedia.org/w...

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    @ johaupt
    Sehr richtig festgestellt. Diese typisch griechische Bauweise war mir bereits in den 70er und 80er-Jahren aufgefallen. Sie wie der Autor als typisch griechischer Ausdruck eines EU-Geld-bedingten Baubooms zu interpretieren halte ich für gewagt. Womöglich hatte sich diese Symptomatik in den 90ern nur etwas verschärft.

    Redaktion

    Lieber johaupt, lieber gothograecus,

    danke für die Hinweise. Wir haben die betreffenden Unterzeilen korrigiert - mit einer Ausnahme: Die Lagerhalle, die Bild Nummer acht zeigt, mag gepflegt sein und nur darauf warten, in Betrieb genommen zu werden. Im Moment, den das Foto zeigt, steht sie aber leer.

    Beste Grüße,
    Alexandra Endres
    Redaktion ZEIT ONLINE

    @ johaupt
    Sehr richtig festgestellt. Diese typisch griechische Bauweise war mir bereits in den 70er und 80er-Jahren aufgefallen. Sie wie der Autor als typisch griechischer Ausdruck eines EU-Geld-bedingten Baubooms zu interpretieren halte ich für gewagt. Womöglich hatte sich diese Symptomatik in den 90ern nur etwas verschärft.

    Redaktion

    Lieber johaupt, lieber gothograecus,

    danke für die Hinweise. Wir haben die betreffenden Unterzeilen korrigiert - mit einer Ausnahme: Die Lagerhalle, die Bild Nummer acht zeigt, mag gepflegt sein und nur darauf warten, in Betrieb genommen zu werden. Im Moment, den das Foto zeigt, steht sie aber leer.

    Beste Grüße,
    Alexandra Endres
    Redaktion ZEIT ONLINE

  2. @ johaupt
    Sehr richtig festgestellt. Diese typisch griechische Bauweise war mir bereits in den 70er und 80er-Jahren aufgefallen. Sie wie der Autor als typisch griechischer Ausdruck eines EU-Geld-bedingten Baubooms zu interpretieren halte ich für gewagt. Womöglich hatte sich diese Symptomatik in den 90ern nur etwas verschärft.

    Antwort auf "Interessante Bilder..."
  3. ...denn das Gute liegt so nah:

    Deutschland

    und seine sogenannten "Gewerbegebiete", die einst als "blühende" Landschaften in die Wälder und auf die Felder in Ostdeutschland gepflügt, gerodet und betoniert wurden.

    Trotzdem hat sich die Natur einen nicht unerheblichen Teil davon zurückgeholt.

  4. Schöne Bilder, aber die Rückschlüsse stimmen nicht. Die meisten gezeigten Bauten sind nämlich entweder aus den 70er-90er Jahren und schlicht irgendwanneinmal aufgegeben (passiert überall), oder sie sind noch garnicht fertig (was aber nciht bedeutet, dass sie es nicht mehr werden) oder sie sind schlicht noch in Gebrauch (bitte genauer hinsehen)...

    Es gibt keine Spanien vergleichbare Baublase in Griechenland.

  5. Fast alle Schlüsse sind falsch: Der "Club in der Nähe von Thessaloniki" zum Beispiel ist ein ehemaliger Möbelhandel. Auch die "verlassene Lagerhalle" sieht viel zu gepflegt aus, um nicht in Betrieb zu sein. Und das Drive-In-Kino sollte nicht "mal werden" sondern "war mal" (und ist mangels Kundschaft pleite gegangen).

    Nicht einfach nur was ausdenken, was gerade passt, bitte.

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    • lef
    • 25.02.2010 um 22:39 Uhr

    wenn ich wollte, könnte ich binnen 2 Stunden in Randbezirken meiner Stadt weit mehr "Ruinen" fotographieren.
    und Damit Deutschlands endgültigen Absturz in die große Pleite dokumentieren.

    Strukturwandel findet überall statt.
    (und der Abstieg der "Zeit" auf das Niveau kostenloser Werbeblättchen offenbar ebenfalls.)

    • lef
    • 25.02.2010 um 22:39 Uhr

    wenn ich wollte, könnte ich binnen 2 Stunden in Randbezirken meiner Stadt weit mehr "Ruinen" fotographieren.
    und Damit Deutschlands endgültigen Absturz in die große Pleite dokumentieren.

    Strukturwandel findet überall statt.
    (und der Abstieg der "Zeit" auf das Niveau kostenloser Werbeblättchen offenbar ebenfalls.)

    • lef
    • 25.02.2010 um 22:39 Uhr

    wenn ich wollte, könnte ich binnen 2 Stunden in Randbezirken meiner Stadt weit mehr "Ruinen" fotographieren.
    und Damit Deutschlands endgültigen Absturz in die große Pleite dokumentieren.

    Strukturwandel findet überall statt.
    (und der Abstieg der "Zeit" auf das Niveau kostenloser Werbeblättchen offenbar ebenfalls.)

    Antwort auf "Nachtrag"
    • Petka
    • 26.02.2010 um 1:13 Uhr

    Ich habe öfter munkeln hören, dass die interessanten Rechtsvorschriften im Mittelmeerraum an diese Ruinen oder eben Nichtruinen schuld sind.
    Einseits kann wohl ein begonnener Bau nicht mehr abgebrochen werden (Tatsachen geschaffen) und andererseits wird ein nichtfertiger Bau steuerrechtlich anders behandelt als ein fertiges Haus.

  6. 1. Sind die Gebäude im Bild keineswegs alles neue "Blasenbauten"
    2. Sollte man vielleicht mal eine Fotoreihe machen wo gezeigt wird mit welchen Unsummen die EU allerlei Sinnlosbauten in Griechenland finanziert
    3. Wird in Griechenland teilweise einfach mal schwarz mit dem Bauen angefangen und dann kommt der Baustopp
    4. Werden viele Baustopps verhangen weil man keine ordentlichen archäologischen Gutachten gemacht hat (die so diverse Gutmenschen besonders aus Nobeldeutschland erwarten)
    5. Denken manche griechische Unternehmer sie sind besonders schlau und beantragen den Bau eines Hauses um dann ein 5 Stöckiges Hotel anzufangen (was dann wiederrum zum Baustopp führt)
    6. Wenn man einmal eine Baugenehmigung hat, reicht so ein Betonskelett um für immer das Baurecht auf dem Grundstück zu erhalten, sonst verfällt die Baugenehmigung wieder.
    Also liebe Zeit anstelle ein paar Praktikanten Bilder schiessen zu lassen und dann seufz Texte dazu zu dichten, liebr mal echten Journalismus probieren.

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