Zentralbank Portugals Notenbankchef soll EZB-Vize werden

Die EU-Finanzminister wollen Vitor Constancio als EZB-Vizepräsidenten vorschlagen. Damit steigen die Chancen von Bundesbank-Chef Weber auf die Nachfolge von Trichet.

Auf dem Weg in die EZB-Spitze: Constancio (M.) im Kreise seiner Kollegen

Auf dem Weg in die EZB-Spitze: Constancio (M.) im Kreise seiner Kollegen

Vitor Constancio steht kurz vor einem weiteren Karrieresprung: Nach Angaben von Diplomaten in Brüssel haben sich die Finanzminister der Euro-Zone auf den Portugiesen als zukünftigen Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) geeinigt und wollen ihn bei ihrem Treffen am Abend offiziell vorschlagen. Offiziell müssen noch die Regierungschefs der Top-Personalie zustimmen. Dies gilt jedoch als Formsache.

"Constancio wird klar das Rennen machen. Deutschland und Frankreich unterstützen ihn, und er hat die Unterstützung einer großen Gruppe weiterer Länder gewonnen", sagte eine Person mit direktem Zugang zu internen Informationen des Euro-Systems. Auch Spanien unterstützt die Personalie.

Anzeige

Contancio würde den Griechen Lucas Papademos beerben, dessen Amtszeit am 31. Mai endet. Zur Wahl für den Posten bei der EZB stehen außerdem der belgische Notenbanker Peter Praet und Luxemburgs Zentralbankchef Yves Mersch. Ihnen werden in Brüssel aber keine Chancen mehr eingeräumt.

Die Wahl des Vizepräsidenten wird in den europäischen Hauptstädten mit Aufmerksamkeit verfolgt. Viele sehen sie als eine Weichenstellung für die Nachfolge von Präsident Jean-Claude Trichet.

Sollte tatsächlich Constancio neuer EZB-Vize werden, steigen die Chancen für Bundesbank-Präsident Axel Weber, im Herbst 2011 erster deutscher Chef der EZB zu werden. Gegenkandidat Webers ist der Italiener Mario Draghi. Wegen des Regionalproporzes zwischen Nord- und Südländern in EU und Euro-Zone sinken dessen Chancen jedoch mit der Berufung des Südeuropäers Constancio als Nummer zwei der EZB.

 
Leser-Kommentare
  1. ... gut, wenn Axel Weber's Chancen dadurch stiegen, EZB-Chef zu werden. Er hat zwar einige Fehler begangen in der aktuellen Finanzkrise, ist aber dennnoch ein hervorragender Ökonom.
    Warten wir's ab...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service