Bankenkrise "Das war schlechte Kommunikation"

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer äußert im Interview mit ZEIT ONLINE scharfe Kritik an Bankerkollegen. Die Politik müsse rasch strengere Finanzregeln erzwingen.

Der frühere Vorstandschef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, fordert strengere Regeln für die Finanzbranche

Der frühere Vorstandschef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, fordert strengere Regeln für die Finanzbranche

ZEIT ONLINE: Brauchen wir eine grundlegende Reform der Finanzmärkte?

Rolf Breuer: Unbedingt. Und die Änderungen müssen schnell kommen, damit die Branche nicht wieder in dieselbe Falle läuft. Nach meinem Dafürhalten ist es richtig, dass die Politik das Missfallen der Bevölkerung aufgreift und eine Reform anstrebt. Was mir widerstrebt, ist die Reaktion mancher Kollegen auf diese Pläne. Einigen in der Bankenbranche fehlt es derzeit offenbar an der gebotenen Demut.

ZEIT ONLINE: Denken Sie dabei auch an den Chef von Goldman Sachs, der kürzlich sagte, "die Banken verrichten Gottes Werk“?

Breuer: Ich sage das ganz ruhig: So etwas regt mich auf. Das ist für mich – angesichts dieser weltweiten Krise – Gotteslästerung. Ein anderes Beispiel: Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs soll kürzlich gesagt haben, die Banken seien nicht dem Gemeinwohl verpflichtet. Solche Aussagen sind falsch und schaden der gesamten Branche. Die Banker in Deutschland sollten lieber darum kämpfen, wieder als nützlicher Teil dieser Gesellschaft anerkannt zu werden.

ZEIT ONLINE: Manche Banker haben kurz nach dem Höhepunkt der Krise wieder hohe Renditeziele verkündet.
   

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Rolf-Ernst Breuer

Der gebürtige Bonner arbeitete sein ganzes Berufsleben für die Deutsche Bank. Begonnen hat er dort 1956 als Lehrling. Nach einem Jurastudium in Lausanne, München und Bonn kam er zurück und wurde 1974 Chef der Börsenabteilung. Von dort stieg er schnell weiter auf und wurde 1997 Vorstandssprecher der Deutschen Bank. 2002 räumte er seinen Posten für den Schweizer Josef Ackermann und wechselte in das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden. Infolge eines Interviews, in dem er die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmers Leo Kirch anzweifelte, trat er von seinem Amt zurück. Breuer lebt in Frankfurt und widmet einen Großteil seiner Zeit der Kulturförderung.

Breuer: Das war, in ihrer Wirkung betrachtet, schlechte Kommunikation. Es musste der Eindruck entstehen, die Banker hätten aus ihren Fehlern nicht gelernt. In einer Situation, in der unsere Gesellschaft an der Sinnhaftigkeit von Banken zweifelt, kann man nicht noch einen drauf setzen und sagen: Wir wollen wieder Margen von x Prozent. Da hätte ich mir eine größere Sensibilität für die politische Stimmung im Land gewünscht.

ZEIT ONLINE: War es nur schlechte Kommunikation oder auch in der Sache falsch?

Breuer: Beides. Es muss allen Banken in dieser Situation um Stabilität gehen. Sie müssen verhindern, wieder in ein Desaster zu geraten, für das die Allgemeinheit aufkommen muss. Es muss das Eigenkapital gestärkt werden. Wir brauchen wieder stabile Banken. 

Leser-Kommentare
    • joG
    • 28.02.2010 um 10:20 Uhr

    ....ist, wenn er sagt: "Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs soll kürzlich gesagt haben, die Banken seien nicht dem Gemeinwohl verpflichtet. Solche Aussagen sind falsch und schaden der gesamten Branche."
    Man kann ihm das nachsehen, weil dieser Fehler die gesamte Kultur durchzieht. Schon das Aktiengesetz macht diesen Fehler.
    Ein Manager darf nicht dem "Gemeinwohl" verpflichtet sein, sondern dem ihn beschäftigt, solange er keine Gesetze bricht und sich nach den Regeln verhält. Erlaubt man ihm ein Handeln nach dem "Gemeinwohl", so ist er nicht mehr kontrollierbar. Das "Gemeinwohl" besteht aus Tausenden verschiedenster und gegensätzlicher Interessen. Wer dem dient, ist unfassbar, wenn es um Haftung und Verantwortung geht.

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    • Ranjit
    • 28.02.2010 um 11:09 Uhr

    Gemeinwohl im Sinne gesamtgesellschaftlicher Wohlfahrt. Im Rahmen eines funktionierenden Marktes arbeitet auch der egoistische Unternehmensvorstand theoretisch für die Wohlfahrt aller. Dies ist es auch, worauf sie hinaus wollen, wie ich annnehme.

    Das Problem ist, dass die Finanzmärkte durch mehrfache Derivate und sonstige kreative Finanzmagie so unübersichtlich geworden sind, dass die Annahmen eines funktionierenden Marktes noch nicht mal mit viel gutem Willen als gegeben gesehen werden können.

    Da unter diesen Bedingungen nicht gewährleistet ist, dass der Marktmechanismus die Interessen und Handlungen der Banker in gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt kanalisiert, müssen sich die Banker darauf besinnen, dass sie der Wohlfahrt durchaus verpflichtet sind.

    So steht in Art.14 §2 GG:
    "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

    Dem zu folgen ist im Fall der Banken kein Gebot höherer Moral sondern gesunder Menschenverstand. Wenn Banken durch den Markt nicht mehr kontrolliert werden (zu intransparent, zu schnell, zu groß) dann ist die Gesellschaft gezwungen zu einschneidenden Regulationen zu greifen, egal welche Effizienzverluste dies nach sich zieht.

    Ganz einfach also: Wenn die Banken nicht willens sind, sich zu benehmen, dann muss ihnen weh getan werden, bis sie es sind.

    Das "Gemeinwohl" besteht aus Tausenden verschiedenster und gegensätzlicher Interessen. Wer dem dient, ist unfassbar, wenn es um Haftung und Verantwortung geht.

    Entschuldigung:
    - Wo sahen/sehen Sie Verantwortung ?
    - Wo ist die Haftung geblieben ?
    o Millionenschwere Abfindungen kann ich nicht akzeptieren.

    Exakt das ist der Fall: Technisch und rechtfertigungstechnisch.
    1. Technisch, weil sie´s einfach verrissen haben und zum Überleben Hilfen von außen gebraucht haben.
    2. Rechtfertigungstechnisch, weil nun immer klarer wird, dass sie die Mehrwertsteuerbefreieung ihrer spekulativen Geschäfte einfach nicht mehr wert sind, vermutlich nie wert gewesen sind.

    Wenn Arbeitsplätze aus Profitgier (Bafin-Rettungsfonds-Kohle wurde zum Spekulieren verwendet, aber nicht für dringend benötigte Kredite der Realwirtschaft zugeführt) zerstört werden ("Banken sind nicht den Allgemeinwohl verpflichtet"), dann wird klar was jetzt alle Nationen zu organisieren haben: Jede Finanztransaktion muß international genormter Mehrwertsteuer unterworfen werden. Keine Nation darf sich dem entziehen und auch die Cayman-Islands müssen an diese Kette!
    Ob Gewinn abfällt, oder nicht, darf ebenfalls nicht diese Steuer schmälern: Genau wie für jeden Mehrwertsteuerpflichtigen besipielsweise in Deutschland.

    Dadurch wird genau die derzeit fehlende Aspekt der Nachhaltigkeit gestärkt. Hemmungsloses Spekulieren verliert dann nämlich deutlich an Reiz!

    • Ranjit
    • 28.02.2010 um 11:09 Uhr

    Gemeinwohl im Sinne gesamtgesellschaftlicher Wohlfahrt. Im Rahmen eines funktionierenden Marktes arbeitet auch der egoistische Unternehmensvorstand theoretisch für die Wohlfahrt aller. Dies ist es auch, worauf sie hinaus wollen, wie ich annnehme.

    Das Problem ist, dass die Finanzmärkte durch mehrfache Derivate und sonstige kreative Finanzmagie so unübersichtlich geworden sind, dass die Annahmen eines funktionierenden Marktes noch nicht mal mit viel gutem Willen als gegeben gesehen werden können.

    Da unter diesen Bedingungen nicht gewährleistet ist, dass der Marktmechanismus die Interessen und Handlungen der Banker in gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt kanalisiert, müssen sich die Banker darauf besinnen, dass sie der Wohlfahrt durchaus verpflichtet sind.

    So steht in Art.14 §2 GG:
    "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

    Dem zu folgen ist im Fall der Banken kein Gebot höherer Moral sondern gesunder Menschenverstand. Wenn Banken durch den Markt nicht mehr kontrolliert werden (zu intransparent, zu schnell, zu groß) dann ist die Gesellschaft gezwungen zu einschneidenden Regulationen zu greifen, egal welche Effizienzverluste dies nach sich zieht.

    Ganz einfach also: Wenn die Banken nicht willens sind, sich zu benehmen, dann muss ihnen weh getan werden, bis sie es sind.

    Das "Gemeinwohl" besteht aus Tausenden verschiedenster und gegensätzlicher Interessen. Wer dem dient, ist unfassbar, wenn es um Haftung und Verantwortung geht.

    Entschuldigung:
    - Wo sahen/sehen Sie Verantwortung ?
    - Wo ist die Haftung geblieben ?
    o Millionenschwere Abfindungen kann ich nicht akzeptieren.

    Exakt das ist der Fall: Technisch und rechtfertigungstechnisch.
    1. Technisch, weil sie´s einfach verrissen haben und zum Überleben Hilfen von außen gebraucht haben.
    2. Rechtfertigungstechnisch, weil nun immer klarer wird, dass sie die Mehrwertsteuerbefreieung ihrer spekulativen Geschäfte einfach nicht mehr wert sind, vermutlich nie wert gewesen sind.

    Wenn Arbeitsplätze aus Profitgier (Bafin-Rettungsfonds-Kohle wurde zum Spekulieren verwendet, aber nicht für dringend benötigte Kredite der Realwirtschaft zugeführt) zerstört werden ("Banken sind nicht den Allgemeinwohl verpflichtet"), dann wird klar was jetzt alle Nationen zu organisieren haben: Jede Finanztransaktion muß international genormter Mehrwertsteuer unterworfen werden. Keine Nation darf sich dem entziehen und auch die Cayman-Islands müssen an diese Kette!
    Ob Gewinn abfällt, oder nicht, darf ebenfalls nicht diese Steuer schmälern: Genau wie für jeden Mehrwertsteuerpflichtigen besipielsweise in Deutschland.

    Dadurch wird genau die derzeit fehlende Aspekt der Nachhaltigkeit gestärkt. Hemmungsloses Spekulieren verliert dann nämlich deutlich an Reiz!

  1. Solche Interviews lesen sich schön, es passiert aber sowieso nichts. Hauptgrund ist, dass wir in einer Etikettendemokratie leben, in der Forderungen in die Journalistenblöcle diktiert werden (Mindestlohn, Tobinsteuer, etc.) und genau das Gegenteilige gemacht wird.

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    Ich meine wir leben weder in einer Etiketten- noch einer anderen Demokratie.

    Wir leben in einer parlamentarischen Diktatur.

    Ich meine wir leben weder in einer Etiketten- noch einer anderen Demokratie.

    Wir leben in einer parlamentarischen Diktatur.

  2. Breuer hat interessante und aufschlussreiche Aussagen darüber gemacht,was bereits in aller Munde ist und offene Türen passiert.
    Die kurzsichtige Raffmythologie, mit der sich bei den derzeitig üblichen Praktiken in der Finanz"welt" einfach nur bedient wird, beschleunigt sich die schon offensichtliche Spirale von kurzfristigen Hochs mit immer tieferen Verwerfungen, mit denen sich dieses völlig aus dem Gleichgewicht geratene System selbst ins Abseits katapultiert.
    Die rationalen und ernüchternden Warnungen wie hier von Breuer passen nicht in die schon zwanghaft hochgepäppelte Gewinneuphorie.
    Die "Lösungen" sind zur treibenden Kraft des Problems geworden.

  3. Ein sehr schönes Interview, welches hier geführt wurde. Doch leider werden die Vorschläge nicht unbedingt zur Besserung beitragen. Zum einem ist eine Bank immer noch ein Unternehmen, welches Gewinne erwirtschaften wird. Sofern sich eine Möglichkeit bietet, wird dies genutzt werden. Wenn dann die Antwort auf die Frage so ausfällt,

    Zitat:
    ZEIT ONLINE: Die Banken wird das teuer zu stehen kommen. Allein verschärfte Bilanzierungsregeln für den Handel mit Wertpapieren belasten die Branche mit sieben bis acht Milliarden Euro, schätzt die Bundesbank.
    Breuer: Dann ist das eben so. Diesen Preis müssen die Banken bezahlen.

    entspricht dies nicht der Wahrheit. Seit wann bezahlt ein Unternehmen diese Kosten? Die Kosten für erhöhte Regulierung und Überwachung, werden immer vom Kunden beglichen.

    Zum Zweiten kann unser Geldproduzent, die EZB, immer mehr Geld in den Markt pumpen, um irgendetwas zu stabilisieren oder zu retten. Dies wird nicht gelingen, solange die geforderten Zinsen nicht auf zinsfreien Weg Einzug in den Wirtschaftskreislauf halten und solange es möglich ist Geld zu horten und dieses dem Wirtschaftskreislauf zu entziehen und dafür weitere Zinsen zu erhalten. Geld ist nur nützlich, wenn es in Bewegung ist und nicht irgendwo rum liegt. Wir leben schließlich fast alle davon, dass irgendjemand unserm Chef oder uns selber Geld für eine Leistung oder ein Gut gibt, dass wir hergestellt oder die wir erbracht haben.

    • Ranjit
    • 28.02.2010 um 11:09 Uhr

    Gemeinwohl im Sinne gesamtgesellschaftlicher Wohlfahrt. Im Rahmen eines funktionierenden Marktes arbeitet auch der egoistische Unternehmensvorstand theoretisch für die Wohlfahrt aller. Dies ist es auch, worauf sie hinaus wollen, wie ich annnehme.

    Das Problem ist, dass die Finanzmärkte durch mehrfache Derivate und sonstige kreative Finanzmagie so unübersichtlich geworden sind, dass die Annahmen eines funktionierenden Marktes noch nicht mal mit viel gutem Willen als gegeben gesehen werden können.

    Da unter diesen Bedingungen nicht gewährleistet ist, dass der Marktmechanismus die Interessen und Handlungen der Banker in gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt kanalisiert, müssen sich die Banker darauf besinnen, dass sie der Wohlfahrt durchaus verpflichtet sind.

    So steht in Art.14 §2 GG:
    "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

    Dem zu folgen ist im Fall der Banken kein Gebot höherer Moral sondern gesunder Menschenverstand. Wenn Banken durch den Markt nicht mehr kontrolliert werden (zu intransparent, zu schnell, zu groß) dann ist die Gesellschaft gezwungen zu einschneidenden Regulationen zu greifen, egal welche Effizienzverluste dies nach sich zieht.

    Ganz einfach also: Wenn die Banken nicht willens sind, sich zu benehmen, dann muss ihnen weh getan werden, bis sie es sind.

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    • joG
    • 28.02.2010 um 12:34 Uhr

    ....würde ich zu bedenken geben, dass Derivate zwar die Komplexität erhöhen, aber die Effizienz einer wirtschaftlichen Entscheidung verbessern. Jede Finanztransaktion besteht aus einer Reihe verschiedener Risiken, die in der ursprünglichen Form nur als Paket eingegangen werden können. Derivate bilden diese Einzelrisiken ab, so dass man solche Risiken besser vermeiden kann, als das ohne Derivate möglich wäre. So besteht das Risiko einer Anleihe aus einem gekauften Floor, einem verkauften Cap, einem Kreditderivat und einer Geldmarkttransaktion. Wenn man diese Derivate im Markt abschließt, kann man sein Risiko so gestalten, wie man das will und ist nicht länger an die bisherige Vermengung der Risiken angewiesen. Die Entscheidung ist effizienter.

    Die Verpflichtung des Artikel 14 2 des GG widerspricht den Optimalbedingungen der wirtschaftlichen Theorie. Durch ihn entstehen Probleme der effizienten Ressourcenallkokation. Ohne auf sie im Einzelnen eingehen zu wollen, wäre zu sagen, dass eine Effizienzminderung zu einer verringerten Gesamtwohlfahrt führt. Der Artikel verschlechtert also die Wirtschaftsleistung der Gesellschaft.
    Dass man das in Gesetz kleidet stellt den Effizienzverlust nicht wieder her. Man hat lediglich den Verlust systemimmanent gemacht und institutionalisiert. Es gäbe billigere Lösungen als die intransparenten Folgen solcher Gesetze.

    • joG
    • 28.02.2010 um 12:34 Uhr

    ....würde ich zu bedenken geben, dass Derivate zwar die Komplexität erhöhen, aber die Effizienz einer wirtschaftlichen Entscheidung verbessern. Jede Finanztransaktion besteht aus einer Reihe verschiedener Risiken, die in der ursprünglichen Form nur als Paket eingegangen werden können. Derivate bilden diese Einzelrisiken ab, so dass man solche Risiken besser vermeiden kann, als das ohne Derivate möglich wäre. So besteht das Risiko einer Anleihe aus einem gekauften Floor, einem verkauften Cap, einem Kreditderivat und einer Geldmarkttransaktion. Wenn man diese Derivate im Markt abschließt, kann man sein Risiko so gestalten, wie man das will und ist nicht länger an die bisherige Vermengung der Risiken angewiesen. Die Entscheidung ist effizienter.

    Die Verpflichtung des Artikel 14 2 des GG widerspricht den Optimalbedingungen der wirtschaftlichen Theorie. Durch ihn entstehen Probleme der effizienten Ressourcenallkokation. Ohne auf sie im Einzelnen eingehen zu wollen, wäre zu sagen, dass eine Effizienzminderung zu einer verringerten Gesamtwohlfahrt führt. Der Artikel verschlechtert also die Wirtschaftsleistung der Gesellschaft.
    Dass man das in Gesetz kleidet stellt den Effizienzverlust nicht wieder her. Man hat lediglich den Verlust systemimmanent gemacht und institutionalisiert. Es gäbe billigere Lösungen als die intransparenten Folgen solcher Gesetze.

  4. Sehr erstaunlich, was der Herr Breuer da von sich gibt. War er es nicht, der (z.T. anhnunglosen) Kleinsparern Gier vorwarf, wenn sie die 6% Verzinsung angenommen haben, die ihnen Banker anboten, die mit dem Geld 25% Rendite machten?

    Es ist in der Tat erstaunlich, wenn sich Herr Breuer nun so kritisch äussert, dass man ihm auch ein Plädoyer für die Tobin-Steuer zutrauen würde -- und ich nehme es als Beweis dafür, dass wir noch lange nicht am Ende des Tunnels sind.

    Ohne harten Crash, Bank-Run und einer Welle von Bankenpleiten auch in Europa (was wir Steuerbürger langfristig mit politisch durchgesetzter Selbstausbeutung bei den Realeinkommen zahlen!) lässt den Bankern doch eine weisse Weste. Kein Verantwortlicher wurde an den Pranger gestellt und die Betrogenen standen noch nicht mit Fackeln und Mistgabeln in den Banken.

    Und so bleibt die Erkenntnis, dass sich Betrug - zumindest für Banker - offenbar doch lohnt. Banker werden nicht nur nicht vor Gericht gestellt und ihr ergaunerten Profite werden nicht nur nicht eingezogen -- nein, man gibt ihnen sogar neues Geld und die Möglichkeiten, weiter Armut und Leiden über die Bevölkerung zu bringen. Damit zerstören sie das Geldsystem in seinem innersten Wert, dass In dem Vertrauen, dass es funktioniere.

    Dass Banker sich Geld für 0% Zinsen leihen und für 6% weiter verleihen, macht die ganze Absurdität des Systems sichtbar. Wer soll denn noch für Geld arbeiten, wenn ihm 6 % vom Lohn abgezogen werden, um Betrüger zu finanzieren?

    Y.S.

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    • fanta4
    • 28.02.2010 um 16:59 Uhr

    Wie auch immer - dem was er sagt, kann ich nur zustimmen.

    Wenn sich die großen Länder nicht abstimmen, werden die Banken die Lücken nutzen und weiter machen wie bisher.
    Mit unabsehbaren Folgen.

    Da die gewählten Regierungen der letzten Jahre (Rot-Grün, Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb), sehenden Auges in die Katastrophe marschiert sind, bleibt nur noch eine Alternative: Eine starke Linke in der Regierung.

    • fanta4
    • 28.02.2010 um 16:59 Uhr

    Wie auch immer - dem was er sagt, kann ich nur zustimmen.

    Wenn sich die großen Länder nicht abstimmen, werden die Banken die Lücken nutzen und weiter machen wie bisher.
    Mit unabsehbaren Folgen.

    Da die gewählten Regierungen der letzten Jahre (Rot-Grün, Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb), sehenden Auges in die Katastrophe marschiert sind, bleibt nur noch eine Alternative: Eine starke Linke in der Regierung.

  5. Und deshalb erscheint es normal, wenn jemand meint, Profit wird immer dort geholt, wo es möglich erscheint.
    Ohne Profit und ohne Rendite geht es nicht.
    Aber sie dürfen nicht das alleinige iel für das Agieren am Markt sein.
    Wer sich dafür entscheidet, aktiver mit einem Unternehmen am Markt teilzunehmen, der muss sich darüber klar sein, dass hier Regeln einzuhalten sind. Und diese gelten sowohl für die Beschäftigung von Menschen, für die Akzeptanz steuerlicher Verpflichtungen, wie auch für Aktionen mit Auswirkungen auf das Gemeinwohl.
    Wer diese Regeln nicht einhalten will, muss vom Markt genommen werden. Zumindestens in Deutschland.
    Er kann ja dann versuchen seine asozialen Konzepte in Guatemala oder in den USA umzusetzen.
    Es wird keinen Schaden für die deutsche Wirtschaft und das Gemeinwohl in Deutschland nach sich ziehen.
    Weil asoziale Konzepte nie nachhaltig positiv wirken können.

    • joG
    • 28.02.2010 um 12:34 Uhr

    ....würde ich zu bedenken geben, dass Derivate zwar die Komplexität erhöhen, aber die Effizienz einer wirtschaftlichen Entscheidung verbessern. Jede Finanztransaktion besteht aus einer Reihe verschiedener Risiken, die in der ursprünglichen Form nur als Paket eingegangen werden können. Derivate bilden diese Einzelrisiken ab, so dass man solche Risiken besser vermeiden kann, als das ohne Derivate möglich wäre. So besteht das Risiko einer Anleihe aus einem gekauften Floor, einem verkauften Cap, einem Kreditderivat und einer Geldmarkttransaktion. Wenn man diese Derivate im Markt abschließt, kann man sein Risiko so gestalten, wie man das will und ist nicht länger an die bisherige Vermengung der Risiken angewiesen. Die Entscheidung ist effizienter.

    Die Verpflichtung des Artikel 14 2 des GG widerspricht den Optimalbedingungen der wirtschaftlichen Theorie. Durch ihn entstehen Probleme der effizienten Ressourcenallkokation. Ohne auf sie im Einzelnen eingehen zu wollen, wäre zu sagen, dass eine Effizienzminderung zu einer verringerten Gesamtwohlfahrt führt. Der Artikel verschlechtert also die Wirtschaftsleistung der Gesellschaft.
    Dass man das in Gesetz kleidet stellt den Effizienzverlust nicht wieder her. Man hat lediglich den Verlust systemimmanent gemacht und institutionalisiert. Es gäbe billigere Lösungen als die intransparenten Folgen solcher Gesetze.

    Antwort auf "Marktversagen"

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