Wolfgang Schäuble (CDU) sieht für das Bankgeheimnis keine Zukunft mehr – auch nicht in der Schweiz. Für den Bundesfinanzminister ist das Bankgeheimnis "am Ende". Kontodaten geheim zu halten, könne im 21. Jahrhundert kein Instrument mehr sein, "das von Staats wegen die Steuerhinterziehung ermöglicht". Dies sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Schäuble befürwortet es, die Steuerdaten-CD zu kaufen. Die Kanzlerin Angela Merkel hatte sich dafür stark gemacht. Der Kauf ist in der Politik dennoch umstritten. Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger am Mittwoch: "Ich selbst habe Bedenken, wenn der Staat Informationen ankauft, die wahrscheinlich unter dem Bruch des Rechts gewonnen worden sind."

Die Schweizer aber sind erbost darüber, dass sie als Sündenbock für die Steuerpolitik in Deutschland herhalten müssen. Trotz des Widerstands rechnet Schäuble aus der Schweizer Bankenbranche damit, dass es einen "allgemeinen Informationsaustausch zwischen Deutschland und der Schweiz" geben wird. Die Verhandlungen darüber gingen schrittweise voran.

Künftig sollen von der Schweiz Daten über Steuerhinterzieher herausgegeben werden. Ein Ankauf von ausgespähten Daten, wie er jetzt heftig diskutiert wird, wäre dann nicht mehr notwendig. Schäuble: "Wir wollen eine Lösung, dass solche Fälle nicht mehr entstehen." Bisher leistet die Schweiz nur bei Steuerbetrug Amtshilfe, wenn also zum Zweck einer Steuerhinterziehung Bilanzen, Geschäftsbücher oder sonstige Urkunden gefälscht werden.