Steuersünder Fahrplan zur Selbstanzeige
Mit einer Selbstanzeige können Steuerflüchtlinge einer satten Geldstrafe oder dem Gefängnis entgehen. Doch es gibt einiges zu beachten, von Fristen bis zu Zinszahlungen.
Der drohende Ankauf der CD mit Daten von deutschen Geldanlegern in der Schweiz macht die betroffenen Bankkunden nervös – nicht so sehr diejenigen vielleicht, die eine reine Weste haben. Allerdings all jene, die das nicht von sich sagen können.
Wer entweder schwarz verdientes oder aber beim Finanzamt nicht deklariertes Geld in die Schweiz transferiert und dort zinsbringend angelegt hat, der muss sich nun fragen: Wird auch mein Finanzamt von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) darüber informiert werden, dass mein Name auf der CD vermerkt ist?
Allein mit diesem „Angst“-Reflex, sagt der nordrhein-westfälische Steuerrechtler Roland Höft, habe Schäuble bereits die Hälfte des Geschäfts erledigt. Denn vom Ankauf der CD bis zum Stellen der Steuerhinterzieher sei es für die Ämter ein weiter Weg und der Gewinn noch nicht sicher. Aber allein die Angst, erwischt zu werden, treibe viele Betroffene zur Selbstanzeige. Vor allem ältere Menschen, Rentner etwa, hätten oft ein schlechtes Gewissen und wollten „reinen Tisch“ machen.
Steuerexperte Höft vermutet sogar, dass es insbesondere die Rentner sind, die die Finanzbehörden im Auge haben, wenn sie jetzt in aller Öffentlichkeit lang und breit über die Steuersünder-CD spekulieren. Denn: Spätestens ab kommendem Mai wollen die Finanzämter die Rentner, die eigentlich Steuern zahlen müssten, dies jedoch (oft aus Unwissenheit) seit Jahren nicht tun, an- und abmahnen. Weil das allerdings wegen der großen Zahl der Betroffenen ein immenser Aufwand ist, hoffen die Ämter auf so manche Selbstanzeige.
Steuerhinterzieher kommen auf diese Weise allerdings nur straffrei davon, wenn sie sich rechtzeitig selbst anzeigen. „Das Delikt darf noch nicht entdeckt worden sein“, sagte Höft. Genau genommen ist es damit für die Selbstanzeige schon zu spät, wenn die CD vom Staat gekauft wurde. In dem Moment nämlich hat der Fiskus schon Kenntnis vom Delikt.
Wer also jetzt reinen Tisch machen will, muss, so sagt Höft, nicht nur schriftlich erklären, welche Beträge er wann nicht versteuert hat. Er muss auch zeitnah die Schulden beim Finanzamt begleichen können. „Achtung“, warnt Höft: Die Zinsen können über Jahre hinweg stattliche Größenordnungen erreichen. Wer sich selbst anzeigt, sollte das bedenken – oder aber gleich Ratenzahlung mit dem Finanzamt vereinbaren.
- Datum 04.02.2010 - 11:19 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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sind da eventl. 2 Rentner auf der CD, oder meint der Artikel Ruheständler.
Solange nicht die direkte Gefahr einer Gefängnisstrafe besteht, würde ich einfach gar nichts tun.
Es ist wie in den Krimis, die Täter sorgen dadurch, daß sie etwas vertuschen wollen, erst dafür, daß sie entdeckt werden. In den USA gibt es Verhörspezialisten, sogenannte Closer, die dafür sorgen, daß sich die Täter selbst belasten, in dem sie ein Geständnis ablegen.
Und wenn es dann wirklich so weit sein sollte, dann hilft nur eins, richtig Zeit schinden. Je länger das Verfahren dauert, je öfter die Sachbearbeiter und Richter sich neu in den Fall einarbeiten müssen, desto eher lassen sich Vereinbarungen treffen. Nichts ist für die Finanzämter und Steuerfahnder unangenehmer als immer wieder die gleichen Akten zu bearbeiten.
wie in Hessen (gut nachzulesen in der FR). Da hatten doch die Kleinrentner Konten in Lichtenstein, um wenige Hundert Euros an Steuern zu hinterziehen.
Ein Steueramnestiegesetz, dass zeitlich unbefristet gilt, ist eher ein Steueramnesiegesetz. Der erwartete Schaden eines Steuersünders ist deutlich geringer als der Nutzen, da beim Drohen einer Gefahr (Daten CD, etc) die Selbstanzeige jede Strafe erspart (auch die hinterzogenen Steuern haben Zins und Zinseszins abgeworfen).
2,5 Millionen Euro soll die Daten-CD also kosten. Na, da sieht man aber mal, wie die Inflation doch mittlerweile wütet. - Früher waren das mal 30 Silberlinge! ;-)
auf den Kommentarseiten zum einschlägigen Artikel. Hier geht ja wenig bis gar nichts. Die Leserschaft von ZEIT-online scheint wohl mit wenigen Ausnahmen zur unvermögenden 2/3 Mehrheit dieses Landes zu gehören. Oder sollte sie das Problem schon an ihre Steuerberater delegiert haben? Eher wohl nicht. Höchstens hier und da ein Hartz-IVer, der seine Kohle trotz FDP immer noch in der Schweiz versteckt. Ob denen der Artikel plus Fachbeitrag unter @2 weiterhilft? Viel gravierender als ein „Nein“ zur Antwort, ist die weiterführende Frage, ob DIE ZEIT mit einem solchen Hungerleider-Klientel auf Dauer überleben kann. Und das bei Schwarz-Gelb. Vom Leiharbeiter zum Leihleser. Das sieht schlecht aus. Bitter.
Andererseits eröffnen sich einem einfallsreichen Vertriebsleiter mit dem massenhaften Auftauchen der CDs auch ganz neue Chancen. Die Kanzlerin wird die Scheiben gegen einen kleinen Unkostenbeitrag gern ausleihen wollen. Hiermit seinen Abonnentenstamm zu erweitern, würde sich lohnen. Steuernachzahlung, Strafzahlung und Bewährungsstrafe werden keinen von ihnen an die öffentlichen Tafeln zwingen. Und sollte wirklich der unwahrscheinliche Fall eintreten, das jemand einsitzen muss, so steigt damit nur die Wahrscheinlichkeit, einen treuen Leser zu gewinnen.
Langsam fange ich an zu glauben, dass diese ominöse CD gar nicht existiert, sondern nur erfunden wurde, damit sich genügend ängstliche Steuerhinterzieher selber anzeigen und dadurch Steuergelder eingenommen werden. Bei der Lichtenstein-Sache damals wurde auch nicht im Vorfeld wochenlang diskutiert, die CD wurde heimlich, still und leise gekauft und der Fall begann. So lang und breit, wie diese CD aus der Schweiz diskutiert wird, ohne dass ein Kauf stattfindet, wird das langsam verdächtig. Ich würde in keinem Fall zur Selbstanzeige raten, man wird ja sehen, was dabei am Ende rauskommt.
ist es dann auch zu spät. Meist zum Wochenende hin erhält man ein Brieflein und früh am Morgen stehen sie vor der Tür. Die Ehefrau schreit: "ich habs die ganze Zeit gewusst".
Ich rate in diesem Fall zur professionellen Hilfe um da einigermaßen herauszukommen. Unter http://www.konlus.de/selb... gibt es sinvolle Tipps wie man sich verhalten sollte.
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