Steuerhinterziehung Unbekannter bietet Baden-Württemberg Steuersünder-CD an

Daten von 2000 möglichen Steuersündern sind dem Land Baden-Württemberg angeboten worden. Der Datensatz soll Kunden diverser Schweizer Banken und Versicherungen betreffen.

Auch den baden-württembergischen Behörden liegt ein Angebot vor, Daten über mutmaßliche Steuerhinterzieher zu kaufen. Die Datensätze beträfen Kunden verschiedener Schweizer Banken und Versicherungen, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Finanzministeriums und bestätigte damit einen Vorabbericht der Frankfurter Rundschau. Das Ministerium habe bereits Anfang 2009 Stichproben erhalten. Nach der öffentlichen Diskussion über die den nordrhein-westfälischen Behörden angebotenen Datensätze habe der Informant "in den vergangenen Tagen erhebliches Datenmaterial nachgeliefert", sagte der Sprecher. Dieses betreffe Steuerpflichtige aus dem gesamten Bundesgebiet.

Wir sind noch nicht an dem Zeitpunkt, wo über Zahlungen geredet wird.

Baden-württembergischer Ministeriumssprecher

Der Zeitung zufolge geht es um Daten von rund 2000 mutmaßlichen Steuersündern. Diese Zahl wollte der Sprecher nicht bestätigen. "Wir sind dabei, uns mit dem Bundesministerium für Finanzen abzustimmen", sagte er. Zu den betroffenen Schweizer Unternehmen und zur Höhe der Informantenforderung wollte er keine Angaben machen. "Wir sind noch nicht an dem Zeitpunkt, wo über Zahlungen geredet wird", sagte der Ministeriumssprecher. Derzeit werde das Material gesichtet und sorgfältig geprüft. Woher der Informant die Daten habe, wollte der Sprecher nicht sagen.

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Zwei der in dem Bericht genannten Institute gaben an, den Fall nicht zu kennen. "Wir haben keine Hinweise, dass wir von einem Datendiebstahl betroffen sind", sagte Credit-Suisse-Sprecher Marc Dosch. Auch bei der UBS hieß es, lägen keine entsprechenden Informationen vor: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Spekulation." Eine Sprecherin des von der Zeitung ebenfalls genannten Lebensversicherers Generali wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Immer mehr Steuersünder stellen sich

Inzwischen gingen in Niedersachsen zehn Selbstanzeigen ein. Das Finanzministerium in Hannover teilte mit, dass es um nicht versteuerte Einnahmen von insgesamt mehr als drei Millionen Euro gehe. Für den Staat bedeute das rund 1,2 Millionen Euro mehr Steuern. Bei den hessischen Finanzämtern meldeten sich diese Woche 27 Steuersünder. Auch in anderen Ländern zeigten sich Bürger selbst an. Offen blieb, ob es einen direkten Zusammenhang zur Schweiz-Affäre gab.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung könnte die Aufdeckung der Schweiz-Steueraffäre dem Fiskus bis zu 400 Millionen Euro einbringen. Eine Sprecherin von Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärte, man könne das Ausmaß nicht abschätzen: "Das ist aus unserer Sicht momentan nicht seriös möglich." Medienberichten zufolge sollen insgesamt bis zu 100.000 Deutsche rund 23 Milliarden Euro an der Steuer vorbei auf Schweizer Konten versteckt haben. Auf der Steuer-CD sollen bis zu 1500 Namen stehen. Wie viele davon tatsächlich Steuern hinterzogen haben, ist offen.

Die Schweizer Banken wehren sich gegen einen automatischen Informationsaustausch mit den EU-Ländern über ihre Kunden. Einen solchen Eingriff in die Privatsphäre könne die Schweiz nicht akzeptieren, sagte der Geschäftsführer der Schweizerischen Bankiervereinigung, Urs Roth, der Berner Zeitung. Finanzminister Hans-Rudolf Merz hatte angedeutet, dass für die Schweiz ein von der Europäischen Union seit Langem geforderter und dort üblicher automatischer Informationsaustausch möglich wäre.

Am Donnerstag hatte Nordrhein-Westfalen die rechtliche Prüfung über den Ankauf der Steuer-CD abgeschlossen. Danach machen sich die Behörden nicht strafbar. Die gestohlenen Beweismittel seien in Steuer- und Strafverfahren verwertbar. Die NRW-Steuerfahnder können nun mit dem Informanten über den Kauf der Steuer-CD verhandeln. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hofft, dass der Kauf zügig abgewickelt wird. Bund und Länder wollen das Honorar des Informanten von 2,5 Millionen Euro je zur Hälfte übernehmen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete, der anonyme Informant habe sich bereits vor knapp einem Jahr bei der Steuerfahndung in Wuppertal gemeldet. Dort habe er die Daten von deutschen Kunden der Großbank Credit Suisse angeboten. Inzwischen hätten die Fahnder mehrere Stichproben mit über einhundert Namen erhalten, die sich in vielen Fällen als Volltreffer erwiesen hätten, schrieb die Zeitung, die die Affäre mit  aufgedeckt hat, unter Berufung auf die Finanzbehörden. Die Credit Suisse erklärte, keine Hinweise auf einen Datendiebstahl zu haben.

 
Leser-Kommentare
  1. Die Frage müssen die Menschen selber beantworten, die Strassen nutzen, Kindergärten und Schulen. Die den Staat nutzen, aber Steuern verweigern. Der Müllmann, die Krankenschwester, der Staatsbürger im allgemeinen zahlt seine Steuern. Sicher bleibt aber die Frage berechtigt stehen. Sind deutsche Steuern noch gerechtfertigt, wenn der Bürger sieht wie mit seinem Geld geaast wird? Ist Geld da, wird es ausgegeben. Ist keines da, wird´es ausgegeben. Und meist mehr als notwendig. Prestigebauten wie Stuttgart 21,z.B. Wo heute schon jeder weiß, dass die Gelder nie mehr reingewitschaftet werden. Nicht in den nächsten 200 Jahren. Sicher macht es Frust, zu sehen dass jede Mark, jeder Euro der in Steuern Rentenkassen etc. fliesst- weg ist. Sicher macht es Frust, dass eine kleine Bevölkerungs Grupppe den Großteil der Steuer stemmt. Aber der Hartz 4 Empfänger würde vielleicht auch gern Steuern zahlen- wenn er nicht seinen Arbeitsplatz der Gier der Aktionäre geopfert hätte. Schneller, mehr und grösser. Da bleibt kein Platz für soziale Marktwirtschaft. Die Kosten durch Arbeitslosigleit trägt dann wieder die verbliebene Schicht arbeitender Bürger. Die zudem noch die Leistung doppen mussten um den Personalabbau zu stemmen. Bis dann die REHA und oder Arbeitslosigkeit für die ausgebrannten Menschn folgt. Gier heist das Zauberwort. Gier der Aktionäre, der banker und letztlich der Steuerhinterzieher. Ein klares JA gegen Steuerparadiese.

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    Sie haben mir aus der Seele geschrieben. Wann fangen wir denn endlich an unser Recht auf NEIN-Sagen zu all dem Wahnsinn, in Anspruch zu nehmen ? Hier eine Mrd., da eine Mrd., ich kann es nicht mehr lesen.

    Ein deutscher Informatiker, der dem iranischen Staat Kontodaten von Iranern aus Deutschland anböte, die gegen iranisches Recht verstossen haben - wäre das in Ordnung ?

    Die Sachlage wäre identisch.

    Deutschland hat sich damit abgefunden, dass unser Schnüffestaat alles und jeden kontrollieren und überwachen darf.

    Die Schweizer Bürger/innen sehen das etwas anders und haben keine Lust, dass ihr Staat in ihren Konten rumschnüffelt.

    So einfach ist das.

    Die Schweizer machen übrigens auch keinen Unterschied zwischen Verkauf geklauter Daten nach Deutschland oder in den Iran.

    • joG
    • 06.02.2010 um 11:07 Uhr

    ....gehandelt Diebe angehalten Diebstahl zu begehen und bezahlte sie dafür. Das ist eine prima Nische und durchaus stabil, solange die Bundesrepublik dieses verbrecherische Verhalten an den Tag legt. Es dürfte sich auch auf andere Bereiche ausdehnen und gegen andere Gruppen verwendet werden können. Dabei ist es auch möglich, dass nachdem die deutsche Regierung den Damm niederriss, auch mehr Abnehmer sich für gestohlene Daten interessieren und dafür Zahlen, als das bisher der Fall war. Solche Käufe können sich auch leicht gegen Deutsche richten, die auf ganz anderem Gebiet etwas verbergen.

    Sie haben mir aus der Seele geschrieben. Wann fangen wir denn endlich an unser Recht auf NEIN-Sagen zu all dem Wahnsinn, in Anspruch zu nehmen ? Hier eine Mrd., da eine Mrd., ich kann es nicht mehr lesen.

    Ein deutscher Informatiker, der dem iranischen Staat Kontodaten von Iranern aus Deutschland anböte, die gegen iranisches Recht verstossen haben - wäre das in Ordnung ?

    Die Sachlage wäre identisch.

    Deutschland hat sich damit abgefunden, dass unser Schnüffestaat alles und jeden kontrollieren und überwachen darf.

    Die Schweizer Bürger/innen sehen das etwas anders und haben keine Lust, dass ihr Staat in ihren Konten rumschnüffelt.

    So einfach ist das.

    Die Schweizer machen übrigens auch keinen Unterschied zwischen Verkauf geklauter Daten nach Deutschland oder in den Iran.

    • joG
    • 06.02.2010 um 11:07 Uhr

    ....gehandelt Diebe angehalten Diebstahl zu begehen und bezahlte sie dafür. Das ist eine prima Nische und durchaus stabil, solange die Bundesrepublik dieses verbrecherische Verhalten an den Tag legt. Es dürfte sich auch auf andere Bereiche ausdehnen und gegen andere Gruppen verwendet werden können. Dabei ist es auch möglich, dass nachdem die deutsche Regierung den Damm niederriss, auch mehr Abnehmer sich für gestohlene Daten interessieren und dafür Zahlen, als das bisher der Fall war. Solche Käufe können sich auch leicht gegen Deutsche richten, die auf ganz anderem Gebiet etwas verbergen.

  2. ...und so ward der Beruf des unabhängigen Datendiebes geboren...

  3. Welch entsetzliches Gewässer!
    Herr und Meister, hör' mich rufen!
    Ach, da kommt der Meister!
    Herr, die Not ist groß!!
    Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los.

  4. Sie haben mir aus der Seele geschrieben. Wann fangen wir denn endlich an unser Recht auf NEIN-Sagen zu all dem Wahnsinn, in Anspruch zu nehmen ? Hier eine Mrd., da eine Mrd., ich kann es nicht mehr lesen.

    • Gafra
    • 05.02.2010 um 20:20 Uhr

    der ersten Daten-CD mit Bauchgrimmen noch zu, so finde ich, dass nun Schluss sein muss; aber dieses neue "Angebot" sollte genutzt werden, nun in entschiedene Verhandlungen mit der Schweiz zu treten. Vor allem wäre deutlich zu machen, dass es sich bei diesem vielen Schwarzgeld und den riesigen hinterzogenen Vermögen selbst nach Schweizer Kriterien um SteuerBETRUG handelt. Denn dass man etwas, was man ganz unbeabsichtigt halt mal vergessen hat, nun aber mit viel krimineller Energie und Unterstützung durch Schweizer Banken diskret in die Schweiz schafft ohne tatsächliche "Betrugs"absicht, das ist wohl eher ein Märchen aus tausendundeiner Nacht.
    Die Schweizer wissen nun, dass man auch zu anderen Mitteln greift, wenn sie nicht kooperieren, aber nun sollte ihnen auch dazu erst einmal die Chance gegeben werden.

  5. Gegen die Kanzlerin wurde eine Anzeige wegen Verdachts der Hehlerei erstatte.
    Gegen den Minister der Finanzen wurde Anzeige wegen des Verdachtes auf Strafvereitelung im Amt erstattet.
    In der Schweiz hat das höchste Finanzgereich in mehr als einem Falle die Verwendung illegal erlangter Beweismittel zur Verfolgung und Verurteilung von Steuerhinterziehern in der Schweiz für zulässig und gestattet erklärt.
    Der deutsche Verteidigungminister schreit lauthals herum, es dürfe solches Beweismaterial weder durch Auslobung einer Belohnung beschafft, geschweige denn juristische genutzt werden - schließlich dürfte auch seine ganze Seilschaftsfamilie der bayrischen Großvermögenden betroffen sein.
    Der Schweizer Verteidigungsminister grölt herum und versucht die selbst nach Schweizer Rechtsprechung kriminellen Steuerbetrugsmachenschaften seiner "Spezialbanker" zu legitimieren. Dabei ist gerade der gute Julius Bär mit seinen Spezialbankern auf den Cayman Islands dabei in die Pedroulle zu geraten, weil er den deutschen Multimillionären vom Stamme Schuler-Voith mit einem Trust behilflich gewesen ist, den deutschen Fiskus um unvorstellbare Summen zu "beschei..en". Die Schuler AG spielt im deutschen militärisch-industriellen Komplex als Ausrüster eine nicht unwesentliche Rolle und der junge Herr Baron wird die SYSTEMISCHE BEDEUTUNG genau so bewerten, wie die der deutschen Bankenbetrugswirtschaft.

    Mir fallen bald keine Superlative mehr ein, die mein Entrüstung beschreiben könnten.

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    • hawat
    • 06.02.2010 um 21:08 Uhr

    - wo sind wir denn hier?

    • hawat
    • 06.02.2010 um 21:08 Uhr

    - wo sind wir denn hier?

  6. das Steuerhinterzieher für ihre kriminelle Tätigkeit nutzen können, wird es auch "Datendiebe" geben, d.h. Personen, die wertvolle Informationen zur Aufklärung von Straftaten liefern.

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    ...mit dem gleichen Verhalten wird es auch Steuerbetrüger geben....
    als antwort auf:

    "
    7. Solange es ein Bankgeheimnis gibt

    das Steuerhinterzieher für ihre kriminelle Tätigkeit nutzen können, wird es auch "Datendiebe" geben, d.h. Personen, die wertvolle Informationen zur Aufklärung von Straftaten liefern.
    "

    ...mit dem gleichen Verhalten wird es auch Steuerbetrüger geben....
    als antwort auf:

    "
    7. Solange es ein Bankgeheimnis gibt

    das Steuerhinterzieher für ihre kriminelle Tätigkeit nutzen können, wird es auch "Datendiebe" geben, d.h. Personen, die wertvolle Informationen zur Aufklärung von Straftaten liefern.
    "

  7. ... soll die Schweiz doch selbst kommen, Zeit hatte sie genug darüber nachzudenken warum beim Autoklau Amtshilfe geleistet wird und beim Steuergeldklau nicht, ganz einfach es war mal mehr oder weniger Zufall und man hat sich aus der angenehmen Situation aus Bequemlichkeit nicht befreien wollen, schließlich kann man mit so immensen Summen genug Geld verdienen sei es nun aus der Sicht der Schweiz als Steuermehreinnahmen oder aus Sicht der Schweizerunternehmen, warum sollte man jetzt also aus der Sicht Deutschlands sich darum kümmern ob der Datenklau in der Schweiz legal war oder nicht, schließlich hat und wird es die Schweiz nciht kümmern ob die Gelder auf den Konten legal sind, solange es bei verkraftbaren Einzelfällen bleibt. Die Schwarzgelder sind es nicht. Solange sich an der Konstelation nichts ändert wird sich auch an der Situation ändern, das hat die Vergangenheit bewiesen und beweisen die Schweizer mit ihren entsetzten Reaktionen auch heute noch. Daraus folgt für mich: Ändern sie die Ausgangsbedingungen wird sich auch die Schweiz bewegen -> Kaufen ein muss!!!!

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