Schweizer Bankdaten NRW ebnet Weg für Kauf der Steuersünder-CD
Die Zustimmung aus Düsseldorf fehlte noch. Nordrhein-Westfalen hat nun mitgeteilt, keine rechtlichen Bedenken gegen den Erwerb der Schweizer Steuerdaten zu haben.
Die deutschen Behörden können aktiv werden: Der Kauf der von einem Informanten angebotenen CD mit Bankdaten aus der Schweiz sei nicht strafbar, teilte die nordrhein-westfälische Landesregierung mit. "Deshalb werden wir uns bemühen, in den Besitz der angebotenen Daten zu kommen", sagte Finanzminister Helmut Linssen in Düsseldorf. "Der Staat ist grundsätzlich verpflichtet, jedem Verdacht der Steuerhinterziehung nachzugehen. Würde er dies nicht tun, wäre das Strafvereitelung im Amt", sagte der CDU-Politiker.
Die Bundesregierung hatte sich bereits grundsätzlich für einen Kauf ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung musste in diesem Fall aber Nordrhein-Westfalen treffen, da die CD der dortigen Steuerfahndung angeboten wurde. Zuvor hatte die Schweiz protestiert und die Bundesregierung gewarnt, gestohlene Daten von Schweizer Banken zu kaufen.
Die NRW-Steuerfahnder können nun mit dem Informanten verhandeln, der die CD mit gestohlenen Schweizer Bankdaten von rund 1500 deutschen Kunden offeriert hatte. "Das Signal ist heute Mittag in die Finanzverwaltung gegeben worden", sagte Linssen. Die rechtlichen Prüfungen hätten ergeben, dass sich Behörden bei einem Ankauf nicht strafbar machten. Die so erlangten Beweismittel seien in Steuer- und Strafverfahren verwertbar. Bund und Länder wollen die Kosten von 2,5 Millionen Euro je zur Hälfte übernehmen. Es wäre ein großer Erfolg, wenn mit Hilfe der Daten "ein weiterer Schlag gegen die Steuerkriminalität" gelingen könnte, sagte Linssen.
Die mittels der Bankdaten enttarnten Steuersünder sollen den deutschen Fiskus um mehr als 100 Millionen Euro geprellt haben. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, die Verfolgung der Steuerdelikte könnte der öffentlichen Hand sogar bis zu 400 Millionen Euro erbringen. Demnach sind von dem Datendiebstahl deutsche Kunden der Großbank Credit Suisse betroffen. Interne Dokumente des Geldinstituts wiesen darauf hin, dass die meisten von ihnen ihr angelegtes Geld vor dem Fiskus verstecken wollten. Dem Bericht zufolge betrifft der Steuerbetrug nicht nur Fälle, die schon mehrere Jahre zurücklägen. Ein Teil der dokumentierten Kontobewegungen sei neueren Datums und stamme aus dem Jahr 2008. Credit Suisse teilte mit, keine Kenntnis von dem Datenklau zu haben.
Unterdessen kamen erste Steuersünder den Behörden offenbar zuvor: In Niedersachsen zeigten sich der Bild-Zeitung zufolge innerhalb von 48 Stunden sieben mutmaßliche Steuerbetrüger selbst bei den Finanzämtern an. Die Gesamthöhe ihres unversteuerten Einkommens in der Schweiz betrage dem Finanzministerium zufolge rund drei Millionen Euro.
Doch auch die Bundesregierung sieht sich im Zuge der Steueraffäre Gegenwind ausgesetzt: Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte, im Zusammenhang mit dem Ankauf der CD gebe es mehrere Strafanzeigen gegen Merkel und Schäuble. Diese seien teils bereits bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, teils noch bei der Polizei. Nähere Angaben zum Inhalt der Anzeigen machte der Sprecher nicht. Zuvor hatte bereits ein Rechtsanwalt aus Dresden gegen Merkel Strafanzeige wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten, Anstiftung zur Hehlerei sowie Anstiftung beziehungsweise Beihilfe zum Ausspähen von Daten erstattet. Merkel und Schäuble hatten deutlich gemacht, dass die Bundesregierung alles versuchen werde, um in den Besitz der Steuersünder-CD zu kommen. Damit steht Deutschland nicht allein: Auch Österreich, Belgien und die Niederlande sollen Interesse an der brisanten Datensammlung haben.
- Datum 04.02.2010 - 19:12 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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Anwälten: Die Strafverfolger anzeigen. Das ist natürlich eine Verzweiflungstat, in einem Rechtsstaat natürlich möglich, beschäftigt Strafverfolgungsbehörden und hält sie von wichtigeren Arbeiten ab.
Mit anderen Worten: Diejenigen, die den Staat bereits schädigten, versuchen dies konsequent weiter zu machen. Moral, Skrupel und Gewissen spielen bei diesem Personenkreis natürlich keine Rolle.
Die einzige richtige Reaktion ist: Konsequent weitermachen.
...."Kriminelle" und "Straf" in Ihrem Stück mit dem Wort "Juden" oder Volksschädlinge" ersetzen, könnte es aus einem Artikel Mitte/Ende der '30er Jahre stammen.
PS: Ist Ihnen nicht klar, dass jeder hier weiß, dass Steuerbetrug bestraft werden muss? Das ist aber nicht die Frage.
Die Frage ist, ob man in einem Rechtsstaat leben will. Das kann man nur, wenn der Staat sich an die Gesetze hält. Und das wird er nur, wenn die Bevölkerung ihn dazu zwingt. Das lief hier in den '30ern ein Mal sehr schlecht und leider muss ich feststellen, dass sich zwar die Worte leicht geändert haben, aber die Inhalte den Artikeln und Zuschriften sehr denen entsprechen, die ich beim Studium jener Zeit auf der Uni las. Es ist wirklich sehr beängstigend.
...."Kriminelle" und "Straf" in Ihrem Stück mit dem Wort "Juden" oder Volksschädlinge" ersetzen, könnte es aus einem Artikel Mitte/Ende der '30er Jahre stammen.
PS: Ist Ihnen nicht klar, dass jeder hier weiß, dass Steuerbetrug bestraft werden muss? Das ist aber nicht die Frage.
Die Frage ist, ob man in einem Rechtsstaat leben will. Das kann man nur, wenn der Staat sich an die Gesetze hält. Und das wird er nur, wenn die Bevölkerung ihn dazu zwingt. Das lief hier in den '30ern ein Mal sehr schlecht und leider muss ich feststellen, dass sich zwar die Worte leicht geändert haben, aber die Inhalte den Artikeln und Zuschriften sehr denen entsprechen, die ich beim Studium jener Zeit auf der Uni las. Es ist wirklich sehr beängstigend.
Ausgerechnet das Wahlland Nordrhein-Westfalen darf sich die Steuersünderreliquie aneignen. Möge damit der schwarze Ritter Jürgen die roten Horden in den Orkus jagen!
Da sagen die Betreffenden mal eben, ihre hehlerei sei nicht strafbar und schon können sie tun und lassen was sie wollen. Das ist wie, wenn ein Mathematiker eine Dose als offen definiert, selbst wenn sie geschlossen ist.
Na schöne Sache. Halten wir mal fest: wenn der Ottonormalbürger einen fehler begeht, von dem er nichtmal wusste, dass das illegal ist, wird er trotzdem bestraft (was ja nicht falsch ist). Plant die Regierung allerdings eine anerkannte Straftat, dann sagen sie einfach "Nö, is nich strafbar" und dann geht das schon ok?
Haleluja! Wir sind im Lnd des "Gleiche Rechte für alle [keine]. Alle Rechte für mich" angekommen.
die da wiederholt wird. Hier wurde schon unzählige Male (kann man wirklich nicht mehr zählen) dargelegt, dass keine Hehlerei vorliegt. Zum Komplex Liechtenstein I ergingen bisher wohl an die 200 Gerichtsentscheidungen, ohne dass hier Hehlerei gesehen wurde.
Gleichwohl wurde die Sache nocheinmal sowohl vom Bundesfinanzministerium als auch vom Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen sorgfältig geprüft.
Aber was solls: Sie sind natürlich schlauer!
...nachlesen. Zum einen sind die zwei Fälle unterschiedlich und zum Anderen ist die Feilscherei um die Bedeutung von "Sache" peinlich. Zudem werden mehrere weitere Gesetze gebrochen; so zumindest mehrer Anwälte und Expertisen.
Zu dem "Beweis" durch Urteile ist zu sagen, dass die Richter und Staatsanwälte aus den Steuern bezahlt werden und damit ein offensichtlicher Interessenkonflikt besteht.
...nachlesen. Zum einen sind die zwei Fälle unterschiedlich und zum Anderen ist die Feilscherei um die Bedeutung von "Sache" peinlich. Zudem werden mehrere weitere Gesetze gebrochen; so zumindest mehrer Anwälte und Expertisen.
Zu dem "Beweis" durch Urteile ist zu sagen, dass die Richter und Staatsanwälte aus den Steuern bezahlt werden und damit ein offensichtlicher Interessenkonflikt besteht.
...."Kriminelle" und "Straf" in Ihrem Stück mit dem Wort "Juden" oder Volksschädlinge" ersetzen, könnte es aus einem Artikel Mitte/Ende der '30er Jahre stammen.
PS: Ist Ihnen nicht klar, dass jeder hier weiß, dass Steuerbetrug bestraft werden muss? Das ist aber nicht die Frage.
Die Frage ist, ob man in einem Rechtsstaat leben will. Das kann man nur, wenn der Staat sich an die Gesetze hält. Und das wird er nur, wenn die Bevölkerung ihn dazu zwingt. Das lief hier in den '30ern ein Mal sehr schlecht und leider muss ich feststellen, dass sich zwar die Worte leicht geändert haben, aber die Inhalte den Artikeln und Zuschriften sehr denen entsprechen, die ich beim Studium jener Zeit auf der Uni las. Es ist wirklich sehr beängstigend.
...nachlesen. Zum einen sind die zwei Fälle unterschiedlich und zum Anderen ist die Feilscherei um die Bedeutung von "Sache" peinlich. Zudem werden mehrere weitere Gesetze gebrochen; so zumindest mehrer Anwälte und Expertisen.
Zu dem "Beweis" durch Urteile ist zu sagen, dass die Richter und Staatsanwälte aus den Steuern bezahlt werden und damit ein offensichtlicher Interessenkonflikt besteht.
"Der Staat ist grundsätzlich verpflichtet, jedem Verdacht der Steuerhinterziehung nachzugehen. Würde er dies nicht tun, wäre das Strafvereitelung im Amt", sagte der CDU-Politiker.
Koestlich...das hoert sich fuers gemeine Volk so an, als waere die CDU auf ihrer Seite. Wer fuer die CDU mal gespendet hat und jetzt um seine Knete fuerchten muss, hoert hier eine Entschuldigung raus. Und gegenueber den Parteigenossen macht er klar, dass es hier nicht zuletzt darum geht, den eigenen Arsch zu retten.
Der Mann hat noch eine grosse Karriere vor sich :-)
"Unterdessen kamen erste Steuersünder den Behörden offenbar zuvor: In Niedersachsen zeigten sich der Bild-Zeitung zufolge innerhalb von 48 Stunden sieben mutmaßliche Steuerbetrüger selbst bei den Finanzämtern an."
Tagesschau oder so hatte ein Interview mit einem Vermoegensberater, der darauf hingewiesen hat dass (in etwa) die "Selbstanzeige nur Strafmildernd wirken kann, solange noch nicht klar ist dass eine Strafe sowieso eintreten wird".
Ich hoffe instaendig dass diese feigen Saecke, die hier ihre Faelle zu retten suchen, ebenso voll und hart bestraft werden wie alle anderen. Ich wuerde sogar soweit gehen, aufgrund der besonderen Schwere dieser Verbrechen und der erwiesenen Kaeuflichkeit unserer Regierungsparteien, Kopien der CD an den Verbraucherschutz o.ä. zu geben um den Prozess zu ueberwachen.
Ein Arbeitsloser muss all seine Finanzen offenlegen, da kann es bei geschaetzten 200 Milliarden keine Datenschutzbedenken gelten.
.... oder sind die etwa kostenlos?
Vorschlag: 25 Millionen (immerhin legal).
Mit der Argumentation "Terrorschutz" müssten sich die Schweizer Tresore doch öffenen lassen. Könnte man nicht nachforschen ob ein Sauerland-Gruppen-Täter ein Konto in der Schweiz hatte?
Sicherheit ist das Killerargument, der Ankauf wegen Terrorismus zieht besser als das Argument Steuerhinterziehung.
Zumindest wird offiziell der Kauf erwogen. Es hätte auch zu einem Beratungs- und Erklärungshonorar kommen können. Die Daten geschenkt, die Erklärung dazu und die Aufbereitung in schönen Charts und Ausdrucken kostet 2,5 Millionen.
Das hätte die rechtliche Lage komplizierter gemacht, und man hätte mit (un)Recht behauptet die Daten seien umsonst gewesen.
Wie der Kauf wohl abläuft. Wird in Bar ausgezahlt? Wird das Geld überwiesen, womöglich auf ein schweizerisches Nummernkonto? Kann man den Verkäufer kennenlernen? Wird er von der Polizei kostenlos beschützt?
Wird bei Barzahlung 3% Skonto gewährt?Ob der Mann auf Schadensersatz seitens der Bank verklagt wird. Es bleibt spannend ....
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