Tarif-Streit Warnstreiks im öffentlichen Dienst beginnen
Kliniken, Kitas, Verwaltungen und die Müllabfuhr: Bundesweit müssen Bürger mit Warnstreiks im öffentlichen Dienst rechnen. Ausgenommen ist mancherorts der Winterdienst.
Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben 1,3 Millionen Angestellte des Bundes und der Kommunen zu Warnstreiks aufgerufen. Bundesweit bestreikt werden sollen vor allem Krankenhäuser. Aber auch in Kitas, Verwaltungen, Stadt- und Wasserwerken, bei der Müllabfuhr sowie in Nahverkehrsunternehmen sind zumeist für einige Stunden befristete Streiks geplant. Mit Bayern und Baden-Württemberg soll der Schwerpunkt im Süden liegen.
In Regionen mit starken Schneefällen will die Gewerkschaft ver.di den Winterdienst von den Warnstreiks ausnehmen.
Die Gewerkschaften fordern für die Angestellten im öffentlichen Dienst ein Gesamtpaket aus Lohnzuschlag, Altersteilzeit und Beschäftigungssicherung, das einem Zuschlag von rund fünf Prozent entspricht. Die Arbeitgeber haben noch kein eigenes Angebot vorgelegt.
Am Montag waren die Tarifgespräche in Potsdam nach der zweiten Runde ergebnislos vertagt worden. Die Arbeitgeber halten die Forderung angesichts leerer öffentlicher Kassen für deutlich zu hoch. Die dritte Tarifrunde ist für den 10. Februar geplant.
Derweil deutete der Präsident der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, Bewegung in der Tarifauseinandersetzung an. "Ich kann mir gut vorstellen, dass die Arbeitgeber in der nächsten Runde ein Angebot vorlegen", sagte er der Nordwest-Zeitung. Darüber werde die Mitgliederversammlung der VKA demnächst beraten.
Zugleich nannte er die Lohnforderungen der Gewerkschaften aus kommunaler Sicht "völlig inakzeptabel". Es habe sich leider eingebürgert, dass die Gewerkschaften laufende Verhandlungen mit Warnstreiks begleiteten. "Das ist kontraproduktiv und belastet die Atmosphäre am Verhandlungstisch schwer", kritisierte Böhle.
- Datum 03.02.2010 - 07:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 2
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Hab ich üüüüberhaupt nix dagegen, wenn ich nicht die Pulle auffüllen soll.
Gegenfinanziert werden muss jede Erhöhung.
Es könnte ja sein, das der eine oder die andere, welche sowieso keine Steuern zahlen meinen, geht mich nichts an. "Die Reichen" sollen dann halt mehr bezahlen.
So wird das aber leidel nicht funktionieren! Die Kommunen müssen die Mehrkosten über ihre eigenen Einnahmen finanzieren. Mehr Geld für Müllfahrer- höhere Müllgebühren, mehr Geld für Politessen- höhere Parkgebühren.
Grundsteuer können die Kommunen auch erhöhen. Das geht dann übrigens auch nicht danach ob dort die alte Oma mit Minirente oder eine Transferempfängerfamilie lebt, sondern nach Grundstücksgröße.
sieh an, ein fan der lohnzurückhaltung
das wir uns mit lohnzurückhaltungen bei unseren nachbarstaaten in der eurozone sehr unbeliebt machen, sollten sie aber auch beachten, außerdem sind gerade die angestellten des öffentlichen Dienstes ein wichtiger Faktor für den Konsum - da sie durch ihre schwere kündbarkeit ihren Konsum in Wirtschaftskrisen eher weniger reduzieren als andere "normale" angestellte... und da mehr Konsum vermutlich zu stärkerem Wirtschaftswachstum führen würde, wäre eine Aufgabe der momentanen Lohnzurückhaltung durchaus zu begrüßen
außerdem geht es hier nicht nur um Kommunen sondern auch um Beschäftigte des Bundes. Und wie Sie sicherlich auch wissen, hat es sich in Deutschland bei Tarifverhandlungen eingebürgert, erstmal Maximalforderungen zu stellen um sich dann in der Mitte zu treffen, so das beide Seiten ihre Gesichter wahren.
Ihre Polemik ist hier also nicht angebracht
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